Liturgie am Sonntag – 26. April

Österlicher Hausgottesdienst
Zu Hause Ostern feiern – Dritter Ostersonntag | 26. April 2020 

Vorbereitung

▪ Tisch mit (Oster-)Kerze, evtl. Blumen, 

Wir versammeln uns alle um den vorbereiteten Tisch. 

Eröffnung 
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Hinführung
Der Auferstandene begegnet den Jüngern nach Ostern nicht nur einmal, sondern er macht sich ihnen immer neu erfahrbar als der, der lebt und sie nicht allein lässt. Im heutigen Evangelium hören wir, wie er den Jüngern in ihrem Alltag begegnet und diesen Alltag verändert… 

Stellen wir uns bewusst mit allem, was unseren Alltag gerade ausmacht, in die Gegenwart des Auferstandenen und begrüßen wir ihn in unserer Mitte. 

Kurze Stille 

Christusrufe 
Herr Jesus, Du bist auferstanden von den Toten: Herr, erbarme dich. 
Herr, erbarme dich. 

Alltäglich bist du uns nahe: Christus, erbarme dich.
Christus, erbarme dich. 

Du lässt uns niemals allein: Herr, erbarme dich.
Herr, erbarme dich. 

Gebet
Heiliger Gott. Du bist unsagbar größer, als wir Menschen begreifen, du wohnst im unzugänglichen Licht, und doch bist du uns alltäglich nahe.
Gib, dass wir heute mit Ehrfurcht vor dir stehen und froh werden in deiner Nähe.
Darum bitten wir, vereint im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn. Amen. 

Verkündigung des Wortes Gottes
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 21,1-14

1 In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias,
und er offenbarte sich in folgender Weise.
2 Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.
3 Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.
5 Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.
6 Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.
7 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr!
Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.
8 Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
9 Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen.
10 Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!
11 Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.
12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.
13 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.
14 Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Austausch über das Evangelium – Gedanken dazu: 

Sieben Jünger an der Zahl: Symbol für die Vollgestalt der Glaubensgemeinschaft

„Ich gehe fischen“: Das Alltagsgeschäft wird wieder aufgenommen. Die zuvor gemachten Erfahrungen mit dem Auferstandenen hat man nicht sicher „in der Tasche“ und kann man nicht konservieren und bei Bedarf hervorholen („sie wussten nicht, dass es Jesus war“, V. 4b). „In dieser Nacht fingen sie nichts“: Die Nacht steht für Unglaube, Tod, Vergeblichkeit, Verlorenheit, aus der niemand von sich aus herauskommt.

„Als es schon Morgen wurde“: Aufgang des Lichts, des Lebens, der Rettung; hier in Gestalt des Auferstandenen.

„153 große Fische“: In der Auslegung gibt es für die Zahl verschiedene Deutungen, von denen keine zwingend ist. Wichtig scheint zu sein, dass trotz der Fülle „das Netz nicht zerriss“, d. h. dass Zusammenhalt und Einheit bewahrt bleiben.

„Er offenbarte sich noch einmal“, „das dritte Mal“: Glaubenserfahrungen bedürfen auch der Wiederholung, weil menschlicher Glaube schwach ist und schnell schwinden kann. Das dritte Mal trägt symbolische Bedeutung und unterstreicht die Gewissheit und Gültigkeit der Erscheinung.

„Kommt her und esst!“: Das Jesus-Mahl ist offenbar in der johanneischen Gemeinde schon ein gewachsenes und stilisiertes Erkennungs-Zeichen für die göttliche Präsenz und ihres Geschenkcharakters.

Die erneute Begegnung führt zum bekennenden Glauben des Lieblingsjüngers „Es ist der Herr!“ und zum wissenden Glauben der anderen „Denn sie wussten, dass es der Herr war.“

Die Figur des sogenannten Lieblingsjüngers steht symbolisch für das tiefere Wissen um das Geheimnis der Person Jesu und seine Bedeutung für den Glauben der Gemeinde.

Die Figur des Petrus steht symbolisch für seine Bedeutung in der Gemeindeleitung und deren Autorisierung durch den Auferstandenen.

aus: Katholisches Bibelwerk 

Fürbitten 

Jesus, beim Fischen am See von Tiberias bist du den Deinen erschienen, wir bitten dich: 

1 Für alle, die schon lange auf einen Erfolg warten
Für alle, die sich nach besten Kräften darum bemühen
Für alle, die sich immer unter den Verlierern wiederfinden.
– Stille –

2 Für alle, die für Ratschläge offen sind
Für alle, die den Rat von anderen auch ernsthaft bedenken Für alle, die die Größe zu einer Kurskorrektur haben
– Stille –

3 Für alle, die Gottes Zeichen in der Welt erkennen
Für alle, die davon träumen, dass Gott neue Wege zeigt Für alle, die nicht mehr damit rechnen.
– Stille – 

4 Für alle, die mit den Widrigkeiten des Alltags kämpfen gerade auch jetzt angesichts mancher Einschränkungen
Für alle, die voller Angst und Soge in die Zukunft schauen.
– Stille –

Vaterunser

Segensbitte
Gott sei bei uns wie die Luft, die wir atmen.
Gott sei bei uns wie das Brot, das uns stärkt.
Gott sei bei uns wie das Wasser, das uns erfrischt. Gott sei bei uns wie das Haus, das uns schützt.
Gott sei bei uns wie die Sonne, die den Tag hell macht. 

So segne uns der barmherzige Gott.
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen. 

Thaddäus Posielek

Bild: Wolfgang Cibura. Pfarrbriefservice.de
nach einem Hausgottesdienst des Bistums Hildesheim