Liturgie am Freitag – 22. Mai

Du verwandelst meine Trauer in Freude. Du verwandelst meine Ängste in Mut. Du verwandelst meine Sorgen in Zuversicht. Guter Gott! Du verwandelst mich.
In dieser Hoffnung beginnen wir heute die Liturgie:
Im Namen des verwandelnden Gottes, des Freude bringenden Sohnes und des ermutigenden Heiligen Geistes. Amen

Wenn wir von einem geliebten Menschen Abschied nehmen müssen, dann ist das unsagbar traurig und schwer. Es ist unbegreiflich. Der Verlust eines nahen Menschen ist unendlich schmerzhaft. Unser Vermissen, unsere Trauer sind groß und lassen sich nicht weg-trösten.

Das ist die Situation der Jünger nach dem Tod Jesu.

Ja, Jesus ist den Frauen, die ihn in seinem Grab suchten, erschienen.

Jesus war mit den Emmausjüngern unterwegs. Er hat sich ihnen beim Teilen des Brotes offenbart.
Jesus begegnete den Aposteln, dann auch dem Thomas…
Für die Jüngerinnen und Jünger waren die Begegnungen mit Jesus oft überraschend und nicht immer leicht. Sie verstanden Jesus manchmal nicht und waren oft voller Zweifel.

Und dann, nach Himmelfahrt, dass Gleiche: Trauer und Angst bei den Jüngerinnen und Jüngern.

Was hat Jesus ihnen versprochen?

Heute lesen wir im Johannesevangelium (16,20-23a) ein Stück der Abschiedsrede Jesu vor seinem Tod. Er wollte den Jüngern damit Mut machen.
Mit seiner Zusage: „euer Kummer wird sich in Freude verwandeln“, und dem anschließenden Vergleich: „Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist“, deutet Jesus seinen Tod und seine Auferstehung wie eine Geburt zu neuem Leben.

Der Abschied wird nicht für immer sein.
Es wird ein Wiedersehen geben!
Da wird es nur noch Freude geben.
Ist das nicht unser Osterglaube aus dem wir leben?!
Und die Hoffnung, aus der wir Trost schöpfen, wenn wir einen lieben Menschen verloren haben?!

Heute, einen Tag nach Christi Himmelfahrt, richtet sich unser Blick schon auf das bevorstehende Pfingstfest.

Wir wollen gemeinsam um die Wirkkraft des Heiligen Geistes bitten:

Komm, Heiliger Geist,
du Lebenskraft.
Erfülle mich neu mit dem Atem Gottes
vom allerersten Beginn.
Wehe fort von mir alle Furcht und Angst,
alle Mutlosigkeit und Schwarzmalerei.
Erfülle mich mit dem Vertrauen und
der Weisheit der Menschen
die vor mir ihren Weg gemeistert haben.
Öffne mein Herz für dein Wehen
und entzünde in mir ein Feuer,
das Verdorrtes verbrennt,
das Wärme schenkt
und den Boden bereitet für das Neue,
das in mir und durch mich wachsen will.
Erfülle mich mit Deiner Kraft,
die in mir wirkt und Leben schafft.
(Andrea Rehn-Laryea)

Öffnen wir uns für die Freude, die Jesus uns schenken möchte.

Spüren wir der Verwandlung nach, die mit uns geschieht, wenn wir aus der Gewissheit leben, dass
wir geliebt sind für immer:

https://www.youtube.com/watch?v=1zJRXQn_VPQ

Etwas in mir
(Liederwald Nr. 573)

Etwas in mir zeigt mir, dass es dich wirklich gibt.
Ich bin gewiss, dass du lebst, mich kennst und mich liebst.
Du bringst mich zum Lachen, machst, dass mein Herz singt.
Du bringst mich zum Tanzen, meine Seele schwingt.
Ich atme auf in deiner Gegenwart.
Herr, du allein gibst mir Freude, die von innen kommt,
Freude, die mir niemand nimmt.
Herr, du machst mein Leben hell mit dem Licht deiner Liebe.
(T. u. M. Albert Frey)

 

Segen
Gott, Dein Lebensatem hüllt uns ein
wie die Luft, die wir atmen.

Hände auf die Augen legen
Hülle uns ein – segne unsere Augen
öffne sie für die Farben deiner Schöpfung.

Hände auf die Ohren legen
Hülle uns ein – segne unsere Ohren.
Öffne sie für die Lebensgeschichten der anderen Menschen.

Hände auf den Mund legen
Hülle uns – segne unseren Mund,
öffne ihn für Hoffnungsworte.

Rechte Hand aufs Herz legen oder
wenn Sie zu zweit oder mehr sind: Linke Hand auf die Schulter der Nachbarin/ des Nachbarn legen, die rechte Hand auf das eigene Herz

Hülle uns ein und segne uns alle,
lass uns spüren, dass wir alle durch Dich verbunden sind.
Bleibe um uns und in uns.

So segne uns der lebendige, liebende und verwandelnde Gott – der uns wie Mutter und Vater ist, durch Christus, unseren Wegbegleiter, im Lebensatem, der alles umhüllt. Amen.

(Text und Foto: Patricia Sorek)