Liturgischer Impuls am 14. Mai 2021

Maria in St. Josef Foto Benedikt Nopper

Im Monat Mai denken wir besonders an Maria, die Frau, die Gottes Sohn in die Welt geboren hat. Wir feiern die Frau, die sich getraut hat, vorbehaltlos “JA“ zu sagen zu Gottes Plan! Mit ihrem „JA“ konnte etwas Neues beginnen.

Wir beginnen die Liturgie im Namen dessen, der sich eine Frau ausgesucht hat, um seinen Sohn auf die Erde zu bringen. Im Namen dieses Sohnes Jesus Christus, der als Mensch unter Menschen lebte. Im Namen der Heiligen Geistkraft, durch die Maria in die Lage kam, Mutter des Retters zu sein:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Frauenfragen

Wenn eine Frau
das WORT geboren hat
warum sollten Frauen dann
das Wort nicht von der Kanzel künden

Wenn eine Frau
für ihr Zuhören gelobt wird
warum sollten Frauen dann
das Gelernte nicht auch lehren

Wenn eine Frau
die Füße Jesu küsste
warum sollten Frauen dann
den Altar nicht küssen können

Wenn eine Frau
den Leib Christi salben konnte
warum sollten Frauen dann
nicht zum Salbungsdienst befähigt sein

Wenn eine Frau
Jesu Sinneswandlung durch ein Brotwort wirkte
warum sollten Frauen dann
bei der Wandlung nicht das Brotwort sprechen

Wenn eine Frau
von Jesus Krüge voller Wein erbitten konnte
w
arum sollten Frauen dann
über einen Kelch mit Wein nicht auch den Segen sprechen

Wenn eine Frau
den Jüngern als Apostelin vorausging
warum sollten Frauen dann
zur Apostelnachfolge nicht auch gerufen sein

(Andreas Knapp)

Foto aus Pfarrblattservice: Friedbert Simon

Aus dem Johannesevangelium (Joh, 2,1-12)
Am dritten Tag fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt und die Mutter Jesu war dabei.
Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.
Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungssitte der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist! Sie brachten es ihm. Dieser kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn. Danach zog er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kafarnaum hinab. Dort blieben sie einige Zeit.

Maria lässt nicht locker
Die Hochzeit zu Kana. Kennen wir alle. Schauen wir auf diesen legendären Abend in Kana. Maria ist mit ihrem Sohn da. Die Freunde Jesu sind auch dabei. Jesus ist inzwischen erwachsen. Einiges haben Mutter und Sohn schon hinter sich. Schwangerschaft und Geburt sind ja nicht so ganz normal verlaufen. Und von der Kindheit Jesu wissen wir wenig, aber dass er als zwölfjähriger weggelaufen ist und die Eltern nach ihm suchen mussten, wissen wir. Dass sie ihn im Tempel fanden – lehrend – nicht etwa lauschend. Das lässt doch ahnen, dass dieser Sohn immer für eine Überraschung gut war!
Aber an diesem Abend in Kana war Maria diejenige, die überraschte. Sie hat wohl gespürt: Jesus muss sich jetzt aus der Deckung wagen. Und so sagt sie zu ihm: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Da geht es nicht um bloßen Getränkenachschub. Da geht es ums Ganze. Denn der Wein kann hier als Bild für tiefe Lebensfreude verstanden werden. Maria sagt ihm sozusagen: „Mein Junge, sie brauchen Dich. Du bist Gottes Sohn. Du bist derjenige, der ihnen den Weg zum Leben zeigen kann. Ohne Dich schaffen sie es nicht. Du bist dran.“ Jesus verbietet sich das. „Frau, was willst Du“, sagt er. „Boah, Mama!“, hieße das wohl heute. Aber Maria lässt sich nicht abwimmeln. Sie zieht sich nicht beleidigt zurück. Sie bleibt dran. Ja, geradezu listig guckt sie zu den Dienern hinüber, zeigt auf Jesus und sagt: „Was er Euch sagt, das tut.“ Was dann passiert, kann man sich denken: Alle Augen der versammelten Dienerschaft sind auf Jesus gerichtet. „Na, was sagt er denn?“ Maria hat ihm den Ball vor den Fuß gelegt. Er musste nun verwandeln.
Maria hat Jesus an diesem Abend den entsprechenden Schubs gegeben. Sie hat an ihn geglaubt. Und das braucht jeder und jede. Jemanden, der an ihn, an sie glaubt.
An diesem Abend in Kana kommt mir Maria als eine emphatische Frau entgegen. Hartnäckig ist sie. Macht ihrem Sohn Mut und lässt nicht locker. Eigenschaften, die viele Mütter in sich tragen.
Diese Erzählung hat Maria für mich vom Sockel geholt. Und seither kann ich sie eher als Schwester im Glauben betrachten. Als eine, von der ich eine Menge lernen kann.
Ich glaube: Als Gott Maria berufen hat, die Mutter seines Sohnes zu werden, da hat er sich eine mutige Frau ausgesucht. Eine, die sich den Mund nicht verbieten lässt. Und die ihrem Glauben und ihrem Gespür für den richtigen Moment folgt.
Die noch am Kreuz dabei war und später an Pfingsten wieder.
Wirklich wunderschön, dass diese starke Frau Mitbegründerin unserer Kirche ist.
Geradezu prächtig.
(Auszug aus dem Predigtimpuls von Pastoralreferentin Michaela Bans zu Johannes 2,1–12, gefunden auf der Webseite von Maria 2.0 http://www.mariazweipunktnull.de/wp-content/uploads/2019/04/Baustein_ImpulsMarial%C3%A4sstnichtlocker.pdf)

Segen
Ich segne Dich:
Der Vater erfülle Dich mit Liebe:
Du sollst sie erfahren hier und jetzt.
Der Sohn erfülle Dich mit Leben:
Du sollst leben hier und jetzt.
Der Heilige Geist erfülle Dich mit Kraft:
Du sollst stark sein hier und jetzt.
Es segne Dich der Vater der Sohn der Heilige Geist.

(Anton Rotzetter)

                                                                                                                                          (Patricia Sorek)