Liturgischer Impuls am Dienstag, 13. April 2021

Schokoladenei

Zur Einstimmung: Liederwald 535, 1 + 5 + 8: Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde

1) Der Herr wird nicht fragen: Was hast du gespart, was hast du alles besessen?
Seine Frage wird lauten: Was hast du geschenkt, wen hast du geschätzt um meinetwillen?
Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde.
Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt.

5) Der Herr wird nicht fragen: Was hast Du gespeist, was hast Du Gutes getrunken?
Seine Frage wird lauten: Was hast Du geteilt, wen hast du genährt um meinetwillen?
Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde.
Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt.

8) Der Herr wird nicht fragen: Was hast Du erreicht, was hast Du Großes gegolten?
Seine Frage wird lauten: Hast du mich erkannt? Ich war dein Bruder um deinetwillen!
Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde.
Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt.

(Text: Alois Albrecht, Musik: Ludger Edelkötter)

Einführung:
Die heutige Lesung aus der Apostelgeschichte schildert uns die erste christliche Gemeinde in den wärmsten Farben. Was für eine wundervolle Zeit muss das gewesen sein:

Lesung: Apostelgeschichte 4, 32 – 37:
Die Menge derer, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen. Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte. Auch Josef, ein Levit, gebürtig aus Zypern, der von den Aposteln Barnabas, das heißt übersetzt: Sohn des Trostes, genannt wurde, verkaufte einen Acker, der ihm gehörte, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

Betrachtung:
Von einem wundervollen Zusammenleben wird uns hier berichtet: Die Osterstimmung der Menschen, die voller Glauben und Vertrauen in Gott und zueinander die erste Urgemeinde bilden, leuchtet hell in diesem Text. Und das ist keine Schönfärberei. Das Christentum breitet sich bald in alle Richtungen aus, und das wäre wohl nicht möglich gewesen, wenn nicht eine starke Keimzelle der Ausgangspunkt dieser Vervielfachung gewesen wäre. Ein wunderbarer, kraftspendender Moment, dessen Beschreibung auch wir genießen dürfen.

Und das gilt auch, wenn wir ganz genau wissen, dass es so nicht geblieben ist. Die Christenverfolgung der ersten 300 Jahre hat in verschiedenen Wellen immer wieder Todesopfer gefordert. Und selbst wenn wir nur an der obigen Stelle zehn Verse weiterlesen, werden zwei Menschen aus der Gemeinde sterben, weil sie Gott belügen, wie es Petrus formuliert.

Ich habe mir mal eine wirksame Ausrede zurechtgelegt, warum ich trotz meines Übergewichtes noch ein Stück Schokolade essen darf: Wenn man zwei Versionen meines Lebens anschaut, die sich nur darin unterscheiden, ob ich jetzt noch dieses einzige Stück Schokolade nehme oder nicht, dann wird man diesen klitzekleinen Unterschied doch wohl in der Gesamtschau kaum bemerken?!

Aber die Betrachtung ist genau falsch: Was einmal war in meinem Leben, das ist unveränderlich vorbei. Ich kann es bereuen oder feiern, aber nicht mehr ändern. Und für die kommende Zeit kann ich mir in den besten Farben ausmalen, wie ich alle Herausforderungen bestehe, aber das ist ebenfalls im Moment noch nicht relevant. Nur das, was ich jetzt gerade tue, das ist offen und kann im Rahmen meiner Freiheit von mir gestaltet werden. Und das sollte ich dann auch tun.

Wenn das Jetzt eine wundervolle Zeit ist wie gerade von der Urgemeinde beschrieben, dann kann ich das besten Gewissens genießen und Kraft sammeln für alle kommenden Herausforderungen. Wenn das Jetzt die Fastenzeit ist, dann suche ich vielleicht besser danach, wo und wie ich mein Leben neu gestalten will. Aber wenn das Jetzt die Osterzeit ist, dann darf ich mich über den Sieg des Herrn freuen und glücklich sein, dass er uns errettet hat. Denn dazu ist uns die Osterzeit geschenkt. Und die Schokoladeneier dazu.

Zum Ausklang: Liederwald 100, 1- 4: Dass du mich einstimmen lässt

Dass du mich einstimmen lässt in Deinen Jubel, o Herr, Deiner Engel und himmlischen Heere,
Das erhebt meine Seele zu dir, o mein Gott; Großer König, Lob sei Dir und Ehre!
Herr, Du kennst meinen Weg, und Du ebnest die Bahn,
Und Du führst mich den Weg durch die Wüste.

Dass du mich einstimmen lässt in Deinen Jubel, o Herr, Deiner Engel und himmlischen Heere,
Das erhebt meine Seele zu dir, o mein Gott; Großer König, Lob sei Dir und Ehre!
Und Du reichst mir das Brot, und Du reichst mir den Wein,
Und Du bleibst selbst mein Begleiter.

Dass du mich einstimmen lässt in Deinen Jubel, o Herr, Deiner Engel und himmlischen Heere,
Das erhebt meine Seele zu dir, o mein Gott; Großer König, Lob sei Dir und Ehre!
Und Du sendest den Geist, und Du machst mich ganz neu
Und erfüllst mich mit Deinem Frieden.

Dass du mich einstimmen lässt in Deinen Jubel, o Herr, Deiner Engel und himmlischen Heere,
Das erhebt meine Seele zu dir, o mein Gott; Großer König, Lob sei Dir und Ehre!
Und ich dank‘ Dir, mein Gott, und ich preise Dich, Herr,
Und ich schenke Dir mein Leben!

(Lied: Kommunität Gnadenthal)
(Christoph Nitsche)