Liturgischer Impuls am Dienstag, 14. Dezember

(Bild: Joachim Schäfer – Ökumenisches HeiligenlexikonRechte)

Beginn:
Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.
Der Himmel und Erde erschaffen hat!

Einleitung:
In der Adventszeit hören wir oft von Johannes dem Täufer: Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Und, sind Sie schon umgekehrt? Und falls ja, spricht Johannes dann nicht immer noch: Kehrt um und glaubt an das Evangelium! Sollen wir noch einmal umkehren? Wo wird uns das hinführen? Mit Johannes vom Kreuz, dem Tagesheiligen, kommt vielleicht etwas Licht in diese Frage.

Lesung aus 1 Kor 2, 1-10a:
Als ich zu euch kam, Brüder, kam ich nicht, um glänzende Reden oder gelehrte Weisheit vorzutragen, sondern um euch das Zeugnis Gottes zu verkündigen. Denn ich hatte mich entschlossen, bei euch nichts zu wissen außer Jesus Christus, und zwar als den Gekreuzigten. Zudem kam ich in Schwäche und in Furcht, zitternd und bebend zu euch. Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes.

Gedanken zur Umkehr:
An der Einleitung kann man es spüren: Ich habe Schwierigkeiten mit dem Wort von der Umkehr. Und doch kam jetzt von unerwarteter Seite etwas Hilfe beim Verständnis: Wenn ich die Tagesheiligen so durch das Kirchenjahr verfolgen, bin ich erstaunt, wie viele davon aktiv an der Erneuerung der Kirche gearbeitet haben. Offenbar hat es durch alle Jahrhunderte hindurch großen Bedarf an Umkehr in der Institution Kirche gegeben, wenn diese Arbeit so viele Heilige hervorgebracht hat. Oft erfolgte die Anerkennung dieser Taten erst viele Jahre später und die Betroffenen hatten zu Lebzeiten so ihre Not mit der Kirche, wie unser heutiger Heiliger, Johannes vom Kreuz. Für sie war das harte Arbeit, vielleicht passt so das Wort von der Umkehr auch besser als das Bild einer leichten Kurskorrektur.
Und so gilt es vermutlich auch für mein Leben: Manches mag wie eine leichte, notwendige Kurskorrektur aussehen, aber mein täglicher Trott und die Ablenkung durch allerlei weltliche Sorgen lassen es zu einer schwierigen Aufgabe werden. In diesem oder jenem Punkt meiner Lebensführung muss ich umkehren, um zu einem guten Weg zurückzufinden.
Woher die Kraft nehmen? Für Johannes vom Kreuz und seine in vielen Fragen Verbündete, die heilige Teresa von Ávila, kommt diese Kraft von Gott. Um nach außen wirksam zu werden, blicken sie zuerst auf den Herrn. Teresa hat uns das Gebet „nada te turbe“ hinterlassen, das wir auch in unserer Kirche schon oft zur Anbetung gesungen haben. Ein Bild von ihrer Handschrift ist oben beigefügt:

Nichts soll dich verstören,
nichts dich erschrecken,
alles vergeht,
Gott ändert sich nicht.
Geduld
erlangt alles;
wer Gott hat,
dem fehlt nichts:
Gott nur genügt.

(Link zu YouTube)

Mich berührt vor allem die Verbindung von innerer Erneuerung und Mitarbeit bei der Kirchengestaltung. Diese Umkehr können wir uns nur vom Herrn erbitten:

Heiliger Geist, erwecke deine Kirche
und fange bei mir an!
Mache lebendig unsere Gemeinde
und fange bei mir an!
Lass Frieden und Gotteserkenntnis überall auf Erden kommen
und fange bei mir an!
Bringe deine Liebe und Wahrheit zu allen Menschen
und fange bei mir an!

Aus China

Schlusslied GL 272: Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte
Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte; komm uns zu Hilfe mit göttlicher Kraft!
Mit deinem Beistand uns allzeit behüte, der uns befreit und Geborgenheit schafft.
Hör unser Bitten; die Angst in uns wende; Feuer des Heiligen Geistes uns sende!

Hilf unserm Glauben, wenn mutlos wir werden; Lichtblick und Freude erblühen aus dir.
Dein Reich des Friedens lass wachsen auf Erden; Werkzeuge deiner Verheißung sind wir.
Lehr uns aus Glaube und Liebe zu handeln und so uns selbst und die Welt zu verwandeln.

Ruf uns zur Umkehr, sooft wir versagen; du bist barmherzig, vergibst uns die Schuld.
Antwort bist du in verzweifeltem Fragen; lehr uns Verzeihen, Vertrauen, Geduld.
Du hast für uns deinen Sohn hingegeben, Worte und Taten, aus denen wir leben.

(Christoph Nitsche)