Liturgischer Impuls am Dienstag, 18. Mai 2021

Maiblüte

Lied                 „Gegrüßte seist du, Königin“ (GL 536)

Waren Sie in den letzten Tagen draußen in der Natur? Ich habe mir vor einigen Tagen die Zeit für einen Spaziergang genommen. Welch ein Aufatmen für die Seele. Es grünt, Knospen brechen auf und fangen an zu blühen. Welch eine frohe Verheißung – eine ebenso frohe Verheißung kann Maria für uns sein.

Lesung aus dem Buch Jesaja (Jesaja 61,9-11)
„Ihre Nachkommen werden unter den Nationen bekannt sein und ihre Sprösslinge inmitten der Völker. Jeder, der sie sieht, wird sie erkennen: Das sind die Nachkommen, die der HERR gesegnet hat.  Von Herzen freue ich mich am HERRN. Meine Seele jubelt über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt. Denn wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt und der Garten seine Saat sprießen lässt, so lässt GOTT, der Herr, Gerechtigkeit sprießen und Ruhm vor allen Nationen.“

In den Worten des Propheten Jesaja können wir dich, Maria, erahnen und dir dürften diese Worte vertraut gewesen sein. In unsere Sehnsucht nach der aufblühenden Natur – in unsere Sehnsucht nach dem neuen Leben, da hast du uns deinen Sohn geschenkt. Jesus, der liebende Bringer von Licht und Leben. – So lasst uns einstimmen in den Lobgesang Mariens:

Magnificat  –  der Lobgesang Mariens

Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.
Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unseren Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Maria, du hast dich auf das Wort des Herrn eingelassen, sie im Herzen bewahrt voll Güte, voll Sanftmut. Lehre uns deine Weisheit für unser Leben im hier und heute.

 

Milde und sanft

Wenn wir ungehalten sind,
zeig du uns deine Milde.

Wenn wir hart reagieren,
berühr uns deine Sanftmut.

Wenn wir zornig werden,
zeig du uns deine Milde.

Wenn uns die Nerven blank liegen,
berühr uns deine Sanftmut.

Wenn wir vergelten wollen,
zeig du uns deine Milde.

Wenn wir aufbrausend werden,
berühr uns deine Sanftmut.

Wenn wir uns schadlos halten,
zeig du uns deine Milde.

Wenn wir hartherzig sind,
berühr uns deine Sanftmut.

Wenn wir kaum Nachtsicht üben,
zeig du uns deine Milde.

Wenn wir unduldsam werden,
berühr uns deine Sanftmut.

Wenn wir zu kleinlich sind,
zeig du uns deine Milde.

Wenn wir uns schnell verschließen,
berühr uns deine Sanftmut.

Maria, Mutter Jesu,
du elegante Frau,
zurückhaltend und vornehm,
lehr uns den sanften Mut,
der Milde walten lässt
und Gottes Güte ausstrahlt.

Holzbach in „Herr, bleibe bei uns. Segenswünsche und Gebete für jeden Tag“,
St. Benno Verlag, S. 88f.

Lied                 „Maria, breit den Mantel aus“, (GL 534)

(Dorit Nitsche)