Liturgischer Impuls am Dienstag, den 6. April 2021

Bitte helfen Sie mit, bis Pfingsten weitere Impulse zu erstellen:
https://st-martin-dresden.de/impulsgeber-gesucht/
Es sind noch Termine im Kalender frei:
https://dudle.inf.tu-dresden.de/StMartin

Neues Leben

Wir beginnen: Im Namen des + Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Lied zur Einstimmung: GL 328, 1 – 5: Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn,
der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Des Morgens früh am dritten Tag, da noch der Stein am Grabe lag,
erstand er frei ohn alle Klag. Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Drei Frauen kamen zu dem Ort, erstaunt sahn sie: Der Stein ist fort.
Ein Engel saß statt seiner dort. Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Der Engel sprach: „Nun fürcht’ euch nicht; denn ich weiß wohl, was euch gebricht.
Ihr sucht Jesus, den find’t ihr nicht.“ Halleluja, Halleluja, Halleluja.

„Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not;
kommt, seht, wo er gelegen hat.“ Halleluja, Halleluja, Halleluja.

EVANGELIUM Mt 28, 8-15

Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten, verließen sie sogleich das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen.
Noch während die Frauen unterwegs waren, kamen einige von den Wächtern in die Stadt und berichteten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss, die Soldaten zu bestechen. Sie gaben ihnen viel Geld und sagten: Erzählt den Leuten: Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen. Falls der Statthalter davon hört, werden wir ihn beschwichtigen und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt. Die Soldaten nahmen das Geld und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte. So kommt es, dass dieses Gerücht bei den Juden bis heute verbreitet ist.

GL 328, Kehrvers: Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Heute lesen wir, wie sehr Gott zu den Menschen kommen will, um seine Botschaft zu verkünden, und welch unterschiedliche Wege er dafür wählt. Zuerst kommt er persönlich zu den Frauen, die ihn schon lange begleiten. Sie sind in der Lage, ihn zu erkennen und auf sein Wort zu hören.
Doch, so könnte man es verstehen, er unternimmt noch einen weiteren Versuch. Nachdem die Hohenpriester weder den Predigten noch den Aussagen von Jesus im direkten Verhör geglaubt hatten, schickt er ihnen diesmal ihre eigenen Wächter und Soldaten in Haus, die von der Auferstehung berichten. Ein letzter Versuch – vielleicht glauben sie ja ihren eigenen Leuten? – Sie tun es nicht.
Hier zeigt sich eine menschliche Verhaltensweise, die wir wohl alle schon beobachtet haben: Wer einmal einen Weg der Ablehnung eingeschlagen hat, ist nur schwer zur Umkehr zu bewegen. Zu schwer ist es oft, eigene Fehler zuzugeben. Und doch versucht es der Herr! Aber sie stecken schon zu tief drin in ihrem Irrweg, sie wollen nicht einmal mehr darüber nachdenken, ob das stimmen könnte, sondern schmieden neue, betrügerische Ränke.

Die meisten unserer Fehler sind verzeihlicher als die Mittel, die wir anwenden, um sie zu verbergen.
(François Duc de La Rochefoucauld)

Was heißt das für mich? Natürlich zuerst, möglichst selber diesen Fehler nicht zu wiederholen und in den großen und kleinen Entscheidungen des Lebens immer wieder bereit zu sein, den eigenen Weg und Standpunkt zu überdenken. Aber es heißt auch, dieses Verhalten bei Anderen einzukalkulieren und ihnen das Angebot zum Umdenken leicht zu machen, anstatt ihnen herablassend und als Beweis eines Fehlers die eigenen Argumente zu präsentieren.

Man sollte dem anderen die Wahrheit wie einen Mantel hinhalten, in den er hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.
(Max Frisch)

Den Versuch ist es allemal wert, so hat es uns der auferstandene Jesus mit seinen vielen Begegnungen mit den Menschen in den kommenden Tagen bis zur Himmelfahrt gezeigt. Er bleibt an uns dran, er gibt sich mit uns Mühe. Schenken wir das auch unserem Nächsten!

Lied zum Ausklang: GL 328, 6 – 7: Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist,
verleihe, was uns selig ist. Halleluja, Halleluja, Halleluja.

O mache unser Herz bereit, damit von Sünden wir befreit
dir mögen singen allezeit: Halleluja, Halleluja, Halleluja.

(Christoph Nitsche)