Liturgischer Impuls am Donnerstag, 11. März 2021

2 Drachen kämpfen

Zur Einstimmung:
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit

1) Nun singe Lob, du Christenheit, dem Vater, Sohn und Geist,
der allerorts und allezeit sich gütig uns erweist,
2) der Frieden uns und Freude gibt, den Geist der Heiligkeit,
der uns als seine Kirche liebt, ihr Einigkeit verleiht.
3) Er lasse uns Geschwister sein, der Eintracht uns erfreun,
als seiner Liebe Widerschein die Christenheit erneun.
4) Du guter Hirt, Herr Jesus Christ, steh deiner Kirche bei,
dass über allem, was da ist, ein Herr, ein Glaube sei.
5) Herr, mache uns im Glauben treu und in der Wahrheit frei,
dass unsre Liebe immer neu der Einheit Zeugnis sei.

Evangelium (Lukas 11, 14-23)
Jesus trieb einen Dämon aus, der stumm war. Es geschah aber: Als der Dämon ausgefahren war, da konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Herrscher der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich selbst gespalten ist, wird veröden und ein Haus ums andere stürzt ein. Wenn also der Satan in sich selbst gespalten ist, wie kann sein Reich dann Bestand haben? [… ]

Zum Evangelium:
Ist Jesus naiv? Er hält es scheinbar für unmöglich, dass eine Macht, die gegen das Böse kämpft, selber böse sein könnte. Wir sind da vorsichtiger: Nicht erst seit den komplizierten Kriegen in Afghanistan oder Syrien wissen wir: Der Feind meines Feindes ist nicht gleich schon mein Freund. Und auch damals dürfte das bekannt gewesen sein, wenn man etwa an die Ränke im kaiserlichen Rom denkt.
Auch Du, mein Sohn Brutus?
Wie kommt es dann, dass die Einflüsse des Bösen nicht stärker geschwunden sind, wenn es doch ganz offenbar nicht immer nur gegen das Gute kämpft, sondern nach unserer Erfahrung auch in sich ziemlich zerstritten ist?
Es könnte daran liegen, dass auch die Menschen guten Willens oft nicht recht zusammenarbeiten. „Ich würde ja gerne!“, denken wir vielleicht allzuoft, aber dieser oder jene haben scheinbar wirklich schreckliche Macken und Fehler, die ein Zusammenstehen dann doch verhindern. Und so geben „die Guten“ leider oft kein gutes Bild ab und haben es schwer, dem vielerlei Bösen in der Welt Paroli zu bieten.

Dabei müssten wir es besser wissen. Im Johannesevangelium hält Jesus am Gründonnerstag eine Abschiedsrede und spricht ein Gebet zum Vater, das sein Vermächtnis enthält. Dort steht: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.“
Wie kann die Welt unseren Glauben annehmen, wenn wir so uneinig sind?

Segensbitte:
Herr, lass uns heute mit allen Menschen guten Willens nach Deinem Auftrag zusammenarbeiten,
damit Dein Licht in dieser Welt etwas heller scheint.
Gib Deinen Segen zu unserem Tun!

Zum Abschluss:
GL 484, 5 + 6: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben

5. In einem Glauben lass uns dich erkennen, in einer Liebe dich den Vater nennen,
eins lass uns sein wie Beeren einer Traube, dass die Welt glaube.
6. Gedenke, Herr, die Kirche zu erlösen, sie zu befreien aus der Macht des Bösen,
Als Zeugen deiner Liebe uns zu senden und zu vollenden.

Amen!

(Christoph Nitsche)