Liturgischer Impuls am Donnerstag, 8. April 2021

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Singen wolln wir unserem Gott,
der uns Leben gibt durch sein liebendes Wort,
der uns Mut macht, Gutes zu denken
und Freude zu schenken
jeden Tag!
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Loben wolln wir unsern Gott,
der uns Leben gibt durch sein liebendes Wort,
der uns Mut macht, Hoffnung zu tragen
und Glauben zu wagen
jeden Tag!
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja!
Brannte nicht das Herz in uns,
als er mit uns ging und mit uns sprach,
so, dass wir die Liebe erkannten
und freudig ihn nannten
unsern Gott.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja!

(Text: Kati Stimmer-Salzeder, LW 106)

Herr, öffne meine Lippen, mein Herz, meine Augen und meine Ohren, damit ich dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Halleluja.

Aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 24,35-48)

Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.
Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht. Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften. Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.

 

Nach der Emmausgeschichte erzählt das Lukasevangelium, dass die Jünger alle zusammen waren und von ihren Erfahrungen erzählten (Lk 24,36-43). Zuerst sind sie begeistert. Doch dann bekommen sie Angst, als Jesus plötzlich selbst in ihre Mitte tritt. Er zeigt ihnen seine Hände und Füße und sagt zu ihnen: „Ich bin es selbst.“ Im Griechischen heißt das: „Ego eimi autos“. „Autos“ ist für die stoische Philosophie, auf die Lukas immer wieder im Evangelium und in der Apostelgeschichte zu sprechen kommt, das innere Heiligtum, das unverwechselbare, einmalige Selbst. So könnte man diese Geschichte in die Erfahrung umsetzen, indem jeder innehält und sich einen ganz normalen Tag in seinem Leben vorstellt. Beim Aufstehen sagt man sich: „Ich bin ich selbst“, das Gleiche beim Frühstück, bei der Arbeit, beim Gespräch am Tisch, beim Gespräch mit Freunden. Dann fragt sich jeder: Wie würde ich mich fühlen, wenn ich ganz ich selbst wäre? Vielleicht spüre ich dann, dass ich meine Rollen loslasse, dass der ganze Druck, mich zu beweisen, mich anzupassen, wegfällt. Ich wäre einfach ich selbst, frei, offen für die Menschen, aber ohne Drang, mich zu vergleichen, etwas vorweisen zu müssen. Das wäre die Erfahrung von Auferstehung, wie Lukas sie versteht. Wenn man möchte, kann man sich über diese Erfahrungen austauschen.
(aus: Anselm Grün: „Zu Hause mit Gott“, März 2021)

Du, Auferstandener, Jesus Christus,
lass mich auferstehen aus meiner Maskerade.
Lass mich herausfinden aus meinem Versteckspiel.
Nimm mir den Druck, den selbst auferlegten und den fremd bestimmten.
Ich möchte ich selbst sein.
Dass die Kraft in mir wächst, mich zu befreien aus den Fesseln der Anpassung und des Vergleichens, das erbitte ich von dir, Auferstandener, Jesus Christus.
Ich möchte ich selbst sein.
Nähre meinen Glauben an dich durch dein liebendes, zugesprochenes Wort.
Berühre mich, umarme mich mit deiner sehnsuchtstillenden Präsenz.
Ich möchte ich selbst sein.

Heile die Verwundungen meines Herzens und meiner Seele, Auferstandener, Jesus Christus, Lebensretter.
Schenke mir vertrauenden Halt in meinem Sein, ausgerichtet auf dich.
Dann bin ich ich selbst.
Du machst es möglich durch deine Auferstehung, Jesus Christus.

Dafür tanze und singe ich betend, dass mein Lob zu dir steige und dich groß sein lässt, unendlich groß…

Amen.

 (Patricia Sorek)

In deiner Liebe Wurzeln schlagen.
In deinem Wort zu Hause sein.
In deinem Tod das Leben finden.
Und erkennen welche Zukunft wir in Händen haben.

(Anton Rotzetter)

Dafür erbitten wir den heilvollen Segen Gottes:

den Segen des Vaters, den Segen des Sohnes und den Segen der Heiligen Geistkraft. Amen.

 

(Text zusammengestellt von Patricia Sorek)