Liturgischer Impuls am Freitag, 10. Dezember

Rorate

Rorategottesdienst am 10.12.2021

Lichtruf:
Im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Licht und Frieden.
Dank sei Gott.

Eröffnungsvers:
Seht, der Herr kommt zu uns,
er bringt uns seinen Frieden und schenkt uns ewiges Leben.

Lied: GL725 Das Licht einer Kerze
Das Licht einer Kerze ist im Advent erwacht. Eine kleine Kerze leuchtet durch die Nacht.
Alle Menschen warten hier und überall, warten voller Hoffnung auf das Kind im Stall.

Wir zünden zwei Kerzen jetzt am Adventskranz an. Und die beiden Kerzen sagen´s allen dann:
Lasst uns alle hoffen hier und überall, hoffen voll Vertrauen auf das Kind im Stall.

Gebet
Im Namen + des Vaters + , des Sohnes + und des Hl. Geistes.  Amen.
Herr Jesus Christus, im Schweigen dieses anbrechenden Morgens komme ich zu Dir und bitte Dich mit Demut und Vertrauen um Deinen Frieden, Deine Weisheit, Deine Kraft.
Gib, dass ich heute die Welt betrachte mit Augen, die voller Liebe sind.
Lass mich begreifen, dass alle Herrlichkeit der Kirche aus Deinem Kreuz als dessen Quelle entspringt.
Lass mich meinen Nächsten als den Menschen empfangen, den Du durch mich lieben willst.
Schenke mir die Bereitschaft, ihm mit Hingabe zu dienen und alles Gute, das Du in ihn hineingelegt hast, entfalten.
Meine Worte sollen Sanftmut ausstrahlen und mein ganzes Verhalten soll Frieden stiften.
Nur jene Gedanken, die Segen verbreiten, sollen in meinem Geiste haften bleiben.
Verschließ meine Ohren vor jedem übelwollenden Wort und jeder böswilligen Kritik.
Möge meine Zunge nur dazu dienen, das Gute hervorzuheben.
Vor allem bewirke, o Herr dass ich so voller Frohmut und Wohlwollen bin, dass alle, die mir begegnen, sowohl Deine Gegenwart als auch Deine Liebe spüren.
Bekleide mich mit dem Glanz Deiner Güte und Deiner Schönheit, damit ich Dich im Verlaufe dieses Tages offenbare.
Amen.

Miriam von Abellin

Du wartest auf uns,
bis wir uns öffnen für dich.
Wir warten auf Dein Wort, das uns empfänglich macht.

Stimme uns ein
auf Deine Stimme,
Deine Stille

(Huub Oosterhuis)

Lesung: Jesaja 48,17-19
So spricht der Herr, dein Erlöser, der Heilige Israels: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich lehrt, was Nutzen bringt, und der dich auf den Weg führt, den du gehen sollst.
Hättest du doch auf meine Gebote geachtet! Dein Glück wäre wie ein Strom und dein Heil wie die Wogen des Meeres.
Deine Nachkommen wären zahlreich wie der Sand und deine leiblichen Kinder wie seine Körner. Ihr Name wäre in meinen Augen nicht getilgt und gelöscht.

Halleluja, Halleluja:
Der Herr wird kommen, eilt ihm entgegen; er ist es, der Friedensfürst.
Halleluja, Halleluja.

Evangelium: Matthäus 11, 16-19
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen:
Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen.
Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen.
Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.

Auslegung:
Sowohl die Lesung als auch das Evangelium erscheinen frustrierend. Kennt Ihr den Spruch: Das wäre ihr Preis gewesen!? Dieser Satz fällt regelmäßig, wenn eine falsche Lösung gewählt, zu lang gezögert wird, oder auch wenn man einfach nur daneben gegriffen und sich für das falsche Tor entschieden hat. Das wäre Ihr Preis gewesen!

Und dann wird er einem auch noch einmal vorgeführt, der entgangene Preis, detailliert werden alle vorhandenen Feinheiten erklärt. Genau so erscheinen mir Jesajas Worte: Dein Glück wäre wie ein Strom und dein Heil wie die Wogen des Meeres. Deine Nachkommen wären zahlreich wie der Sand und deine leiblichen Kinder wie seine Körner. Ihr Name wäre in meinen Augen nicht getilgt und gelöscht.

So schön hätte es sein können, hätte ich es nicht wieder einmal vergeigt.

Und im Evangelium fragt Jesus auch: Mit wem soll ich diese Generation vergleichen?

Da Jesu Worte allgemein gültig sind und ewig leben, beziehen sie sich auch auf mich, auf unsere Generation. Und er beschreibt uns, die Menschen von heute, genau. Zu gern und zu oft, stellen wir uns dar und das auch noch besser und gern auf eine höhere Stufe als die Mitmenschen. Wir zeigen mit dem Finger auf andere und es findet sich immer etwas, was wir ihnen vorhalten können.

Und der musste dann auch noch kommen, der Vergleich von Johannes und Jesus.

Auf gegensätzliche Weise werben beide für Gott und beide leben uns das Himmelreich vor. Doch beide werden von uns Menschen abgelehnt. Zu schwer ist die Konsequenz, die sie fordern.

Ja, die Liebe zu Gott und das damit einhergehende Vertrauen zu Gott und die Treue zu ihm immer wieder aufzubringen und zu leben, das ist anstrengend und unbequem, sie ist zu schwer für den Menschen. Es scheint so, als seien wir Menschen dafür auch gar nicht geschaffen.

Und doch! Im letzten Satz löst es sich auf: Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, Recht bekommen.

Und doch – es geht, es gibt die Möglichkeit, es gibt sie, die Kraft, die es gelingen lässt, die Liebe und Treue zu Gott zu erwidern. Das geht jedoch nur in Verbindung mit der Tat. Durch das Tun wird sie wahrhaftig, nur wenn wir diese Liebe auch leben, ist sie aufrichtig.   …durch die Taten, die sie bewirkt hat, bekommt sie Recht.  Wir haben nicht nur eine Chance , um uns den Preis zu sichern, nein immer und immer wieder wird uns neu diese Chance gegeben. Lasst sie uns ergreifen. Fange wir langsam an, nur für heute.

Für mich heißt es, heute nicht besser sein zu wollen und auf andere zeigen, sondern mein Gegenüber zu segnen und ihm mit der Liebe Gottes zu begegnen. Und morgen ist ein neuer Tag.

Schuldbekenntnis
R Herr, wer dir nachfolgt, hat das Licht des Lebens.  R

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,
nicht auf dem Weg der Sünder geht,
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,
über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. – (R)

Er ist wie ein Baum,
der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt
und dessen Blätter nicht welken. – (R)

Alles, was er tut,
wird ihm gut gelingen.
Nicht so die Frevler:
Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. – (R)

Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen
noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,
der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund. – (R)

Fürbitten
Vater, im Advent wollen wir uns auf das Kommen deines Sohnes vorbereiten.
Dein Stern zeige uns den Weg. Höre unsere Bitten:

Erleuchte die Hirten der Kirche, damit sie allen den rechten Weg weisen. (Stille)
Dein Stern zeige ihnen den Weg.           A.: Dein Stern zeige ihnen den Weg.

Begleite uns und alle Menschen, die umkehren wollen, um dir nahe zu sein. (Stille)
Dein Stern zeige uns den Weg.              A.: Dein Stern zeige uns den Weg.

Schütze alle Menschen, die auf der Flucht sind. (Stille)
Dein Stern zeige ihnen den Weg.           A.: Dein Stern zeige ihnen den Weg.

Stehe den Sterbenden bei, damit sie das ewige Licht schauen. (Stille)
Dein Stern zeige ihnen den Weg.   A.: Dein Stern zeige ihnen den Weg.

In deinem Licht finden wir den Weg und das Ziel und wandeln nicht in der Finsternis. Dir sei Lob in Ewigkeit.
A.: Amen.

Vater unser
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Lied: Der Morgenstern ist aufgedrungen
Der Morgenstern ist aufgedrungen, er leucht’ daher zu dieser Stunde
hoch über Berg und tiefe Tal, vor Freud singt uns der lieben Engel Schar.

Christus im Himmel wohl bedachte, wie er uns reich und selig machte
und wieder brächt ins Paradies, darum er Gottes Himmel gar verließ.

O heilger Morgenstern, wir preisen dich heute hoch mit frohen Weisen;
du leuchtest vielen nah und fern, so leucht auch uns, Herr Christ, du Morgenstern!

Gebet:
Allmächtiger Gott,
gib, dass wir die Ankunft deines Sohnes
mit großer Wachsamkeit erwarten
und unserem Erlöser und Heiland Jesus Christus
mit brennenden Lampen entgegengehen.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Segen:
Der Herr segne uns
und schenke uns langen Atem in dieser Zeit,
da so viele rennen und drängen …

Er lasse uns die Ruhe finden,
die wir brauchen, um Ihm zu begegnen,
damit wir nicht vergeblich warten auf den,
der kommen will.

Er lasse den Tau des Gerechten
auf uns herabkommen,
damit unsere Hoffnung auf Gott wachsen
und unser müder Glaube sich erfrischen kann.

Er schenke uns das Vertrauen,
dass er wirklich kommt – zu uns –
und wir Ihn sehen,
so wie Er ist:

als Gott, der uns liebt,
wie kein Mensch es vermag,
und an uns denkt seit dem Tag,
da wir geboren:

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Zum Abschluss: Gedicht – Gebet:

Ich hoffe auf Menschen, die Berge versetzen,
die den Kopf in den Wind halten,

ich bitte um Menschen, die etwas riskieren,
die etwas von ihrem kindlichen Glauben behalten haben,

ich bitte um Menschen, die Dinge beginnen,
wovon sie noch nicht wissen wie sie ausgehen werden,

ich bitte um Menschen, die nicht aufhören
mit Fallen und wieder Aufstehen,

ich hoffe auf Menschen, die vertrauend bleiben,
die nicht vorher fragen, was es bringt und kostet,

ich bitte um Menschen, die durchhalten
und nicht immer zurückschauen,

ich bitte um das Beste für heute und morgen,

ich bitte um das Schönste, was ich liebe,

ich suche nach dem Besten, was noch in meinem Leben steckt,

heute und morgen,

in mir und in dir.

Nach einem Text von Paul van Vliet

(Texte und Auswahl: Jadwiga Nawka, hochgeladen: Christoph Nitsche)