Liturgischer Impuls am Freitag, 3. Dezember 2021

Dunkelheit und Licht

Lange ist es am Morgen noch dunkel, ehe es hell wird. Wenn wir in die Welt um uns herum sehen, da ist der Schein des Lichtes in diesen Tagen eher verhalten. Und sind wir nicht auch manchmal ein Stück weit blind?
Im Evangelium wird von zwei Blinden gesprochen, die Jesus folgen und bitten, er möge ihnen die Blindheit nehmen und das Augenlicht schenken. Diesen Blinden dürfen wir uns anschließen.

Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 29, 17-24)

„Ist es nicht nur noch eine kurze Zeit, / dann wandelt sich der Libanon in einen Baumgarten / und der Baumgarten wird als Wald gelten?
 …. https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja29%2C17-24
Dann werden, die verwirrten Geistes waren, Einsicht erkennen, / und die murrten, nehmen Belehrung an.“

Jesaja spricht zu Menschen, deren Leben von Bedrängnis und Dunkelheit geprägt ist, von außen wird es belagert und im Inneren ist Uneinigkeit. – Welche Erfahrungen habe ich selbst mit Not oder wo spüre ich manchmal eine Dunkelheit über meinem Leben?
Aufmuntern, Hoffnung stiften, Frohmachen, das will Jesaja. Mit seinen Worten  zeichnet er eine Vision, dass sich in naher Zeit die Wüste des Libanons zu einem Garten verwandeln wird. Weiter ist in der frohen Verheißung zu vernehmen, dass Blinde sehen werden, ihnen die Finsternis genommen wird und sie Freude am Herrn finden werden.
Könnte es sein, dass Jesaja von einem tiefen Sehnen der Menschen spricht, dass sie auf etwas hoffen, das Bestand hat, auch wenn sie es selbst noch nicht sehen können?
Auch wir sind in diesen Tagen manchmal gefangen in unserer Blindheit und können Wesentliches nicht sehen oder haben es aus den Augen verloren. – Wonach sehne ich mich eigentlich tief im Herzen?
In den Tagen des Advents dürfen wir darauf vertrauen, dass Jesus zu Weihnachten als Kind in der Krippe zu uns kommen wird. In mein Leben mit all seinen Dunkelheiten, mit all meinen Nöten.
In der alttestamentlichen Lesung haben wir Gottes Wort vernehmen dürfen. Vielleicht können für uns heute die Zeilen des Kanons „Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht“ (GL 450) im Singen oder Summen zum Lichterwerden beitragen.
Im Nachsinnen über das Wort Gottes können wir vielleicht Gottes Größe erkennen, uns davon berühren lassen und verwandelt mit einem Stück adventlicher Freude und Hoffnung in unseren Alltag hinausgehen.


Nach Psalm 27

Du Göttliches
Bei dir bin ich geborgen heut und morgen
Du bist mein Schutz     
du bist meine Freude
Dich will ich loben
Höre meine Stimme, bleib bei mir
Du sei mir Hilfe
Du weise mir deine Wege
Dich darf ich preisen
Getragen, das bin ich
Du Göttliches

Gebet

Herr, oft sind wir gefangen in unserer Blindheit und Taubheit, lass uns dich finden – dein Wesen erahnen und Augen und Ohren für den Sinn des Lebens öffnen.

Ich wünsche Ihnen einen frohen und gesegneten Tag – Dorit Nitsche