Liturgischer Impuls am Freitag, 9. April 2021

Fisch

Lied zu Einstimmung: GL 326, 1 + 4 + 5: Wir wollen alle fröhlich sein

Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit, denn unser Heil hat Gott bereit‘.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob und Preis, der uns erkauft das Paradeis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Des freu sich alle Christenheit und lobe die Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Einleitung: Froh und tatkräftig sind wir im Lied in diese Betrachtung gestartet, und schwungvoll geht es mit Petrus weiter, der den Verantwortlichen nach einer Heilung von der Quelle seiner Kraft berichtet:

Lesung aus der Apostelgeschichte, Kapitel 4, 1 – 12:
[..] Wenn wir heute wegen einer guten Tat an einem kranken Menschen darüber vernommen werden, durch wen er geheilt worden ist, so sollt ihr alle und das ganze Volk Israel wissen: im Namen Jesu Christi, des Nazoräers, den ihr gekreuzigt habt und den Gott von den Toten auferweckt hat. Durch ihn steht dieser Mann gesund vor euch. Dieser Jesus ist der Stein, der von euch Bauleuten verworfen wurde, der aber zum Eckstein geworden ist. Und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Denn es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.

Gegenüberstellung: Freimütig spricht Petrus, erfüllt vom Heiligen Geist, zu den jüdischen Anführern. Er findet die richtigen Worte und ist recht überzeugend. Das ist die Osterstimmung, die wir auch gerne öfter spüren würden. Doch auch für Petrus ist so ein Schwung nicht selbstverständlich, nicht einmal nach Ostern und nach der Einhauchung des heiligen Geistes. Denn wir lesen im heutigen Evangelium:

Evangelium nach Johannes, Kapitel 21, 1 -14:
[..] Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. [..] Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. [..] Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. [..]

Deutung: Hier ist Petrus sprachlos, ebenso die anderen Jünger. Die Situation ist klar, Jesus hat sie aufgesucht in einer Stunde der Erfolglosigkeit, er hat wieder einmal alles zum Guten gewendet, wenn auch diesmal „nur“ im Fischernetz. Petrus ahnt wohl, dass er eigentlich andere Aufgaben als den Fischfang mit dem Boot hätte: Er soll von der Auferstehung des Herrn künden, die alles verändert hat. Aber er braucht wieder und wieder einen neuen Versuch, diesen Weg zu beschreiten.

Wenn es uns heute schwer fällt, die Osterfreude zu leben, dürfen wir auf Petrus schauen: Er ist der Fels, und doch ist er verloren ohne die ständige Unterstützung durch Gott. Uns geht es nicht anders! Und so viel wir auch bitten und beten mögen, entscheidet doch Gott, wie und wann er uns in vielleicht überraschender Weise unterstützen wird.

Werden wir also nicht müde, den Herrn um seinen Beistand zu bitten!

Zum Ausklang: Gl 272, 1 – 3: Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte

Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte; komm uns zu Hilfe mit göttlicher Kraft!
Mit deinem Beistand uns allzeit behüte, der uns befreit und Geborgenheit schafft.
Hör unser Bitten; die Angst in uns wende; Feuer des Heiligen Geistes uns sende!

Hilf unserm Glauben, wenn mutlos wir werden; Lichtblick und Freude erblühen aus dir.
Dein Reich des Friedens lass wachsen auf Erden; Werkzeuge deiner Verheißung sind wir.
Lehr uns aus Glaube und Liebe zu handeln und so uns selbst und die Welt zu verwandeln.

Ruf uns zur Umkehr, sooft wir versagen; du bist barmherzig, vergibst uns die Schuld.
Antwort bist du in verzweifeltem Fragen; lehr uns Verzeihen, Vertrauen, Geduld.
Du hast für uns deinen Sohn hingegeben, Worte und Taten, aus denen wir leben.

(Christoph Nitsche)