Liturgischer Impuls am Mittwoch, 1. Dezember 2021

Festmahl

Zur Einstimmung GL 216, 2: Im Frieden dein
Mir armem Gast bereitet hast das reiche Mahl der Gnaden.
Das Lebensbrot stillt Hungersnot, heilt meiner Seele Schaden.
Ob solchem Gut jauchzt Sinn und Mut mit alln, die du geladen.

Lesung: Jesaja 25, 6-10a
Der Herr der Heere wird auf diesem Berg für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen,  [..] Er beseitigt den Tod für immer. Gott, der Herr, wischt die Tränen ab von jedem Gesicht. Auf der ganzen Erde nimmt er von seinem Volk die Schande hinweg. Ja, der Herr hat gesprochen.

Deutung:
Die Lesung mischt ganz direkt das Bild des Festmahles mit der Aussicht auf das ewige Leben. Dabei dürfte es bei aller Unsicherheit über das himmlische Jerusalem unbestritten sein, dass wir dort nicht mehr essen werden. Aber da finden wir auch schon den Deutungsweg für diesen Text: Ein Festmahl ist eben doch etwas anderes als die blanke Nahrungsaufnahme: Es ist im besten Falle eine frohe Gemeinschaft mit anderen Menschen und eine phantasievolle Mischung von Kleidern, Gerüchen, Unterhaltungen und Zukunftsplänen. Wenn man sagt „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein!“, so gilt doch auch „Bei einem Festmahl geht es nicht nur um das Essen!“. In diesem Sinne dürfen wir uns das ewige Leben also durchaus auch wie ein Festmahl vorstellen.
Daher finde ich es gut, dass in der Adventszeit kein Fasten mehr verlangt wird. Uns fällt es dann oft leichter als sonst im Jahr, bei einem Glas Glühwein und Plätzchen zusammenzusitzen und dabei Lieder zu singen und Geschichten zu erzählen. Bei solchen Treffen geht es um so vieles mehr als Naschwerk, und sie helfen uns bei der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Wie könnte man den Advent besser nutzen?
Das Evangelium spannt den Bogen noch weiter:

Evangelium: Matthäus 15, 29-37
[..] Und er nahm die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach sie und gab sie den Jüngern und die Jünger gaben sie den Menschen. Und alle aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrig gebliebenen Stücke ein, sieben Körbe voll.

Deutung:
Die sprachliche Verbindung zum letzten Abendmahl ist unübersehbar und sicherlich auch inhaltlich gewollt. Wer mit Jesus zusammen speist, bekommt einen besonderen Einblick in das Reich Gottes, der kommt Christus besonders nahe. Viele Menschen haben das erfahren, von Zachäus bis zu den Emmaus-Jüngern. Und selbst wer die Gelegenheit verpasst: 7 Körbe werden eingesammelt, um die Stärkung über den Ort und die Zeit hinaus weiterreichen zu können. Das eucharistische Brot kann niemals knapp werden, so reichlich verteilt es der Herr!

Segen:
Der Herr wärme uns mit seiner Liebe,
der Herr führe uns mit seinem Licht,
der Herr stärke uns mit seinem Brot,
heute und alle Tage unseres Lebens!
Amen.

Zum Ausklang GL 209: Du teilst es aus

Du teilst es aus mit deinen Händen an uns, das immer neue Brot,
dass wir das Leben darin fänden, das überwindet noch den Tod.

Das ist mein Leib, das ist mein Leben, das bin ich selbst an euch verschenkt,
das will ich euch als Zeichen geben, damit ihr immer an mich denkt.

Das ist mein Blut, für euch verflossen, im Tod hab ich mein Werk vollbracht,
für immer ist der Bund geschlossen, der euch zum Volke Gottes macht.

Du schenkst uns ein das Blut der Trauben, den Kelch mit bittersüßem Wein.
Herr, mach uns darin eins im Glauben und lass uns deine Zeugen sein.

(Christoph Nitsche)

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