Liturgischer Impuls am Mittwoch, 14. April 2021

Notenständer

Zur Einstimmung: Gotteslob 385, 1 + 3 + 4: Nun saget Dank und lobt den Herren

Nun saget Dank und lobt den Herren, denn groß ist seine Freundlichkeit,
und seine Gnad und Güte währen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Du, Gottes Volk, sollst es verkünden: Groß ist des Herrn Barmherzigkeit;
er will sich selbst mit uns verbünden und wird uns tragen durch die Zeit.

Hoch tut euch auf, ihr heilgen Tore, ihr Tore der Gerechtigkeit.
Lasst danken uns in hellem Chore dem großen Herrn der Herrlichkeit.
Lasst jauchzen uns und fröhlich singen: Dies ist der Tag, den Gott gemacht.
Hilf, Herr, o hilf, lass wohl gelingen. Ein Wunder hat der Herr vollbracht.

Er, der da kommt in Gottes Namen, sei hochgelobt zu jeder Zeit.
Gesegnet seid ihr allzusammen, die ihr von Gottes Hause seid.
Nun saget Dank und lobt den Herren, denn groß ist seine Freundlichkeit,
und seine Gnad und Güte währen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Einführung: Wenn ich abends auf die Bibeltexte des nächsten Tages schaue, um noch eine Idee für einen Impuls zu finden, habe ich viele Assoziationen. Ich springe zwischen Lesung und Evangelium hin und her und frage mich, was heute „dran“ sein könnte in meinem Leben aus diesen Vorgaben. Heute war die Inspiration eher weniger inhaltlich, aber lesen wir zuerst einen Vers:

Evangelium: Johannes 3, 16 – 21
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. [..]

Betrachtung 1:
Also (und bitte entschuldigen Sie den merkwürdigen Satzanfang), kommt Ihnen das bekannt vor? Als Chorsänger habe ich es schon viele Male in der Vertonung von Heinrich Schütz gesungen: „Also, also hat Gott die Welt geliebt… “ (Link zum Video auf YouTube).
Und nach der kurzen Freude über diese Erinnerung frage ich mich wehmütig, wann das wohl wieder einmal zur Aufführung kommen kann? Ich weiß, dass die Pandemie vielerlei Leid und Not verursacht, aber dass wir nicht singen können, stimmt mich persönlich schon recht traurig.
Wie hieß es in der Lesung:

Lesung: Apostelgeschichte 5, 17 – 26
[..] Der Tempelhauptmann und die Hohepriester waren ratlos, als sie das hörten, und wussten nicht, was nun werden sollte. [..]

Betrachtung 2:
Dort geht es natürlich  nicht um Gesang, sondern um den rechten Glauben und die Herausforderung durch die Jünger des neuen Messias. Aber der Hauptmann und die Priester haben gerade mit eigenen Augen ein Wunder gesehen, und doch sind sie – ganz menschlich – so ratlos wie wir angesichts der Pandemie, was nun werden soll.
Sie könnten einfach ihren Augen trauen und glauben, dass Gott gestorben und auferstanden ist. Ist das nun einfacher oder schwerer, als es für uns zu glauben ist, dass Gott uns so liebt, dass wir das ewige Leben haben sollen? Glaube ich, was ich schon so oft gesungen habe? Dann muss ich doch auch Hoffnung schöpfen, dass ich irgendwann einmal wieder singen darf und frohe Chöre wieder ganz neu erklingen werden! Vielleicht steckt doch mehr vom Tempelhauptmann in mir, als ich wahrhaben will?
Immerhin, wenn wir zuletzt einen Gottesdienst unserer Pfarrei über den YouTube-Kanal mitgefeiert haben, dann habe ich das passende Liederbuch herbeigeholt und meine Frau und ich haben kräftig mitgesungen.

Zum Ausklang: Gotteslob 409: Singt dem Herrn ein neues Lied

Singt dem Herrn ein neues Lied, niemand soll’s euch wehren.
Das das Trauern ferne flieht, singet Gott zu Ehren.
Preist den Herrn, der niemals ruht, der auch heut noch Wunder tut, seinen Ruhm zu mehren.

Täglich neu ist seine Gnad über uns und allen.
Lasst sein Lob durch Wort und Tat täglich neu erschallen.
Führt auch unser Weg durch Nacht, bleibt doch seines Armes Macht über unserm Wallen.

Hat er nicht zu aller Zeit uns bisher getragen?
Und geführt durch allen Streit? Sollten wir verzagen?
Seine Schar verlässt er nicht und in dieser Zuversicht darf sie’s fröhlich wagen.

Darum lasst uns Lob und Preis vor sein Antlitz bringen.
Und auf seines Wort’s geheiß neue Lieder singen.
Allsoweit die Sonne sieht, singt dem Herrn ein neues Lied, lasst es hell erklingen.

(Christoph Nitsche)