Liturgischer Impuls Mi in der 3. Osterwoche – 21. 04.2021

der schöpfer

das sieht dir wohl ähnlich
was du alles geschaffen hast
und so erfinderisch
kann nur die Liebe sein

du hattest es nicht nötig
aus dir etwas zu machen
dich gar zu verewigen
in einem meisterwerk

schaffen wolltest du
aus lauter lust an licht und leben
denn du bist kreative kraft
mit himmlischen ideen

in allem was geschaffen
bleibt immer auch des künstlers spur
so ist das angesicht der liebenden
dir wie aus dem gesicht geschnitten

(Andreas Knapp)

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Beginnen wir unser Gebet im Namen des Dreifaltigen Gottes, der uns erschaffen und erlöst hat und uns Seine Nähe für immer versprochen hat:
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
(Joh 6,35-40 – Übersetzung von Albert Kammermayer):

35„Ich bin das Brot, das Leben schenkt“, fuhr Jesus fort. „Wer zu mir kommt, wird niemals wieder Hunger leiden, und wer an mich glaubt, wird nie wieder Durst haben.

36Aber ich habe es euch bereits gesagt: Ihr glaubt nicht einmal das, was ihr mit euren eigenen Augen seht.

37Alle Menschen, die mir der Vater gibt, werden zu mir kommen, und keinen von ihnen werde ich zurückweisen.

38Denn ich bin nicht vom Himmel gekommen, um zu tun, was ich selber will, sondern um den Willen des Vaters zu erfüllen, der mich gesandt hat.

39Und das ist Gottes Wille: Von denen, die er mir anvertraut hat, soll kein einziger verloren gehen. Ich werde sie alle am letzten Tag zum Leben erwecken.

40Denn nach dem Willen meines Vaters wird jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, für immer leben. Darum werde ich sie am letzten Tag vom Tod auferwecken.“

Welch großes Angebot macht uns Jesus doch: niemals wieder Hunger und Durst haben! Wörtlich genommen, könnte das viele Probleme auf der Welt lösen – denn wie viele Menschen sterben täglich, weil sie nicht genug zu essen und kein sauberes Trinkwasser haben? Und wie viele Kriege werden wegen mangelnder Wasservorräte geführt und kosten unzählige Menschenleben? Auch wenn Jesus in diesem Evangeliumstext vermutlich nicht den leiblichen Hunger und Durst meint – es geht Ihm wohl eher um den Hunger nach Leben, um die Sehnsucht nach dem Mehr, das über diese Welt hinausreicht –, würden sich wohl viele Konflikte lösen lassen, wenn wir Menschen mehr auf Jesus, „das Brot, das Leben schenkt“, schauen und uns Ihn zum Vorbild nehmen würden…

Annäherung an die Wirklichkeit

nicht durchblicken
sondern anblicken

nicht im griff haben
vielmehr ergriffen sein

nicht bloß verstehen
auch zu dir stehen

nicht durchschauen
einfach nur anschauen

so werden wir wirklich
wir

(Andreas Knapp)

Aber geht es mir nicht oft ähnlich wie den Menschen zur Zeit Jesu, denen Er klipp und klar sagt: „Ihr glaubt nicht einmal das, was ihr mit euren eigenen Augen seht“? Wie steht es um meinen eigenen Glauben an Ihn?

Wie auch immer ich diese Fragen beantworte, es gilt Jesu Zusage: „Keinen von ihnen werde ich zurückweisen.“ Wie tröstlich: zu Ihm darf ich immer kommen – und ich darf das auch anderen zusagen, diese Frohe Botschaft weitersagen. Denn Gott liebt alles, was ER geschaffen hat, und will unsere tiefste Sehnsucht, unseren Hunger und Durst nach Gemeinschaft mit IHM, stillen. Ich muss es IHM „nur“ glauben!

Möge ER uns „Osteraugen“ (Klaus Hemmerle) schenken, die den Auferstandenen erkennen und das Licht Seiner Auferstehung widerspiegeln – und so unseren Glauben wachsen lassen.

Einer, der dies vorbildlich gelebt hat, war der heilige Konrad von Parzham (1818-1894), der als Kapuzinerbruder in Altötting 41 Jahre lang den Pfortendienst versah. Wanderern und Armen tat er viel Gutes, indem er Gottes Liebe einfach weitergab. Heute, am 21. April, seinem Todestag, gedenkt die Kirche seiner.

So bitten wir Dich, Gott,

  • für alle Christen: dass sie Deine Liebe weiterschenken
  • für die im Leben Gescheiterten: dass sie geduldige und gütige Helfer finden
  • für unsere Gemeinden: dass sie Notleidenden nicht gleichgültig begegnen
  • für uns alle: dass wir die Frohe Botschaft mit Osterfreude verkünden

Barmherziger, treuer Gott, durch den heiligen Konrad von Parzham haben die Armen Deine Liebe erfahren. Lass auch uns nicht müde werden, allen Gutes zu tun durch Christus, unseren Bruder und Erlöser. Amen.

Gottes Segen umhülle und erfülle uns,
so dass wir ihn weitergeben können
durch die Weise, wie wir anderen begegnen.
ER stärke uns mit Seiner Kraft,
erhelle unsere Wege mit Seinem Licht,
erweise Seine Stärke in unserer Schwachheit.

So segne und begleite uns der unbegreiflich liebende Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Text: Elisabeth Meuser
Foto: Peter Weidemann, pfarrbriefservice.de