Liturgischer Impuls am Montag, 20. Dezember 2021

Am vergangenen Freitag feierten wir in St. Martin eine FrauenLiturgie mit dem Thema:
Und Friede auf Erden
In unserer Mitte stand und steht das Friedenslicht von Betlehem, welches in den letzten Tagen in Dresden angekommen ist.
Wir stellen unsere Liturgie unter Gottes Segen und beginnen:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.



Die Adventszeit ist eine Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft Jesu:

Wir putzen und dekorieren das Haus mit Tannenzweigen und kleinen Holzfiguren, wir backen Weihnachtsgebäck, wir schreiben Weihnachtsgrüße – schön wär’s, wenn wir Zeit zu alldem hätten, mag manch eine jetzt denken.

Wir wissen, dass es jetzt an der Zeit ist, sich überall da zu versöhnen, wo es Unstimmigkeiten gab, damit bis zum 24. Dezember der Frieden ins Haus und in unsere Herzen einziehen kann. Schaffen wir das auch? Oder verlieren wir uns mal wieder im kleinteiligen Alltag mit den täglichen Anforderungen und dem Zuviel an Verpflichtungen, denen wir uns nicht entziehen können?

Wie wäre es, wenn wir einfach einen Moment innehalten würden! Luft holen, tief einatmen, wieder ausatmen, das Herz schlagen lassen und einen Schritt vor den anderen setzen, nichts weiter.

Im schrittweisen Gehen nähern wir uns der Heiligen Nacht und uns selbst. Wir atmen ein und aus, machen einen Schritt nach dem anderen, versöhnen uns mit uns selbst, unserem Alltag, unserem Schicksal, mit der Person vor uns und der Person hinter uns, mit allen, die mit uns gehen. Es ist gut, wie es ist.

Was braucht es für den Frieden? Es braucht Menschen, die wie wir heute, kurz innehalten, Atem holen, sich annehmen in der eigenen Unvollkommenheit, die so perfekt ist.
Wir sind in dieser unterwegs zu uns selbst, Schritt für Schritt. Wir spüren den Frieden in uns wachsen, Schritt um Schritt.
Wir spüren den Frieden mit Leib und Seele und das macht uns froh und hoffnungsvoll.
Frieden braucht Zeit und Gemeinschaft. Frieden ist ein Prozess, auf den wir uns einlassen können, wenn wir wollen. Das tun wir heute mit den Füßen, dem ganzen Körper, Leib und Seele.
Die Wohnung ist geputzt, sind auch wir im Reinen mit uns selbst?


Schritte zum Frieden

Schweigen

Zuhören

Nachdenken

 

Schwäche zulassen

Bitten lernen

Hilfe annehmen

 

Zuhören

Mitdenken

Sich öffnen

 

Liebe empfangen

Vertrauen wagen

Liebe geben

 

Zuhören

Umdenken

Mitfühlen

 

Verständnis üben

Rücksicht nehmen

ertragen

Zuhören

Weiterdenken

Verhandeln

 

Konflikte lösen

Hände reichen

Frieden stiften

(© Gisela Baltes)

Unsere Gedanken kreisen um den Frieden, um die Schritte, die nötig sind, damit es friedlich und friedvoll in uns und mit uns wird. Wir tragen eine tiefe Sehnsucht nach Frieden in uns.
Im Johannesevangelium (Joh 14,27) lesen wir: „In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“

Wir bitten um Jesu Frieden für unsere Welt, um Frieden auf unserem Kontinent, um Frieden in unserem Land, unserer Stadt, um Frieden in unserer Pfarrei, in unseren Gemeinden, um Frieden auf Arbeit, im Wohnhaus, auf den Straßen, in unserer Familie, um Frieden in uns selbst.

 

Komm näher, Friede

Komm näher, Friede,
die Erde braucht dich für ihre neue Gestalt.
Komm näher, Friede,
die Erde braucht deine Gestalt.
Komm näher, Friede, Friede, komm!
Komm näher, Friede,
die Welt ersehnt dich für ihr ganz neues Gesicht.
Komm näher, Friede,
die Welt ersehnt dein Gesicht.
Komm näher, Friede, Friede, komm!
Komm näher, Friede,
der Mensch verzweifelt ohne dein tröstendes Wort.
Komm näher, Friede,
der Mensch verzweifelt ohne dein Tun.
Komm näher, Friede, Friede, komm!

(T.: Th. Lauterbach M.: Th. Quast, Liederwald 306)

  

Friedenssegen:

Geht an diesem Tag mit dem Segen des dreieinigen Gottes.
Geht mit dem Segen des Schöpfers dieser Welt,
der Versöhnung schafft in dir, mit dir; zwischen Gott und Mensch; Himmel und Erde.
Geht mit dem Segen Jesu Christi, des Friedensfürsten,
der uns Menschen Freund wurde und Erlöser aus Unfrieden und Ungerechtigkeit.
Geht mit dem Segen der Heiligen Geistkraft,
die uns auf den Weg Jesus Christi weist, damit wir ihm nachfolgen und selbst zu Friedenstiftenden und Friedensbotinnen werden.

So segne und umarme uns der heilbringende Gott – der Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

 

(Evelyne Henze, Kristin Galonska, Christine Geibel und Patricia Sorek)