Liturgischer Impuls am Montag, 8. März 2021

In den Tagen auf Ostern hin möchte ich Sie einladen zum Innehalten und Nachdenken über unser Sein, jede Woche aufs Neue unter dem Thema „Auf gutem Grund gebaut“.
Oft bleibt im Alltag nicht viel Zeit dafür, aber vielleicht kann die Fastenzeit Raum und Zeit schaffen.

Heute soll die Frage im Mittelpunkt stehen: Was ist, wenn unser Fundament ins Wanken gerät?

Fundament

Gebet
Herr, Quelle unseres Lebens, wir dürfen darauf vertrauen, dass du in unserem Alltag zugegen bist, wenn wir uns mit deinem Wort auseinandersetzen. Öffnen wir Dir einen Raum in unserem Leben, so kannst du in uns etwas zum Klingen bringen und wir können deine Botschaft erahnen. Es gibt für uns manchmal Tage, an denen unser Fundament scheinbar ins Wanken gerät. Dahin möchten wir heute schauen. Sei du uns nahe. Darum bitten wir durch Jesus Christus, Mensch wie wir, der uns erlöst hat. Amen.

Lied „Aus meiner Tiefe schreie ich o Gott“ GL 277

Text in Anlehnung an die Bibelstelle Hiob 3,1-27
Warum muss ich noch leben? Ich versinke in Finsternis, selbst die Sonnenstrahlen erreichen mich nicht.
Dunkle Wolken legen sich über die Seele und es kommt keine Freude mehr auf.
Warum wurde ich überhaupt geboren?
Alles ist eine Last, ich mühe mich ab und dennoch bin ich ohne Hoffnung.
Warum nur, Gott?

Impuls
Hiob wird auf die Probe gestellt und muss Schicksalsschläge ertragen. Er zweifelt und hadert mit Gott. Hiob ist in Elend und Trostlosigkeit gefangen. Sieht keinen Weg mehr vor sich.
Wir selbst haben vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und kennen sicherlich andere Menschen, die Sorgen, Nöte, Schmerz und Leid durchgemacht haben. Manchmal scheint sich da die Frage zu stellen, wo ein liebender Gott, der uns Vater und Mutter zugleich ist, in einer solche Situation ist. Das Leben, wie es ist, scheint dann vielleicht auch nicht mehr lebenswert. An dieser Stelle gilt es, nicht alles wegzuwischen und zu sagen „das wird schon wieder“, diese Formel hilft oft nicht weiter. Wir dürfen all dies vor Gott bringen so wie es uns auf der Seele liegt. Vielleicht können wir dann die Situation ein kleines Stück annehmen und Hoffnung entdecken.

Fragen
• Gibt es in meinem Leben auch die Fragen nach dem Warum?
• Wo ist in mein Fundament ins Wanken geraten?
• Was kann mir Stütze sein?

Gebet
Zu Dir rufe ich, wenn ich müde und lebenswund bin.
Deinen Atem, Gott, hauche in meinen ermatteten Mut.
Wärme die gefrorene Hoffnung.
Segne meine Kahlheit, dass mein Seelengrund nicht auskühle
und die Herzwände nicht versteinern.

Du bist das Licht, stärker als alle Finsternis.
Du gibst Gedeihen, machst Aufblühen, wo Verdorren droht.
Verbinde mich wieder mit dem Weichen und Zarten in mir,
dass ich erkenne, was schön ist, gut und wesentlich,
dass ich Gründe weiß, dem Leben wohl zu wollen.
Berührbar will ich sein, Anteil nehmen an allem, was mir begegnet, Verletzlichkeit wagen.

Kräftige, was erschöpft ist in mir:
Glaube, Hoffnung, Liebe.
Um Mut zum Fallen, um Mut zu Aufstehen bitte ich dich.
Verbinde mich neu mit dem Lebensstrom, indem du mich verteilst.
So stehe ich auf und wage den neuen Tag.
(Antje Sabine Naegeli)

Lied
„Gottes Wort ist wie Licht“ GL 450

(Text und Bilder: Dorit Nitsche)