Liturgischer Impuls am Pfingstmontag, 24. Mai 2021

Pfingsten hält an.
Hoffentlich noch eine Weile.
Die Sehnsucht nach der Geistkraft Gottes im Herzen tragen.
Es für möglich halten, dass SIE mich in Bewegung bringt.
Glauben, dass es geschieht, Tag für Tag, Nacht für Nacht.
Bei mir und in Gemeinschaft mit den Menschen
Hoffen – Ersehnen – Herz öffnen – Glauben – Gemeinsam – immer wieder.

Wir sind heute hier, im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Oh, Heiliger Geist
des lebendigen Gottes,
wenn ich doch heute
so empfänglich wäre
wie MariaHelena Sporek: Holy Power
für dich und das Leben,
deine Boten und deine Gnade,
für das, was von dir her
auf mich zukommt
und mich meint und will
und meine Antwort erwartet –
so oder so.

Oh, Heiliger Geist Gottes,
wenn ich doch heute
in deiner Gegenwart
und meinem Leben
meine Fragen wüsste
und sie zu stellen wagte
wie Maria damals.

Oh, Heiliger Geist Gottes,
wenn ich doch heute
hören würde,
was wichtig ist
und was nicht so wichtig ist
und was eher stört –
dich hören würde, o Gott,
inspirierend,
provozierend,
befreiend und
befruchtend.

Wenn ich doch heute
ohne noch zu zögern
und für heute
die Antwort geben würde,
die das Leben bejaht und ihm dient
und Wunder in Gang setzen kann
und Gottes heiligem heilenden Wirken
Raum gibt,
den Raum unterm Herzen,
in dem das Leben heranwächst.
Komm, Heiliger Geist Gottes,
lehre mich in deinem Erbarmen,
was ich noch zu lernen habe,
und mitzutun,
was ich mittun kann
an deinem Heilsplan
für alle.
(Aus: Johanna Domek, Andreas Felger, Atem Gottes, 2007, S.21 f.)

Aus dem Lukasevangelium (Lk 10,21-24)

In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden; niemand erkennt, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand erkennt, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die Augen, die sehen, was ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

Impuls:

Wieder sind es die, die Gott erkennen und erahnen können, von denen es niemand erwartet hätte. Wieder sind es die, bei denen jeder gesagt hätte: Das kann doch nicht sein. Woher sollen die das denn wissen? Die haben doch keine Ahnung!
Und wieder können wir zwischen den Zeilen lesen: Passt nur auf! Gott kann man nicht durch Weisheit berechnen, und Gott kann man auch nicht durch kluge Studien erkennen, sondern Gott schenkt sich. Und ER schenkt sich denen, die ER sich dazu auserwählt: denen, die für ihn einen Platz haben in ihrem Herzen; die Gott mehr zutrauen als sich selbst; ja, ER schenkt sich denen, die ihm nicht vorschreiben, wie ER zu sein und was er zu tun hat, nur weil sie das studiert haben oder ein Amt in der Kirche innehaben, sondern ER schenkt sich denen, die bereit sind, sich ganz auf IHN einzulassen, mit IHM zu gehen jenen, denen ER der Herr sein darf…Provozierend ist das denn wir meinen ja immer, es müsse anders sein.
Wenn Gott uns braucht, dann ruft ER uns.
Und wenn er uns in einer besonderen Beziehung zu sich haben will, dann schenkt er uns seinen Geist, dann schenkt ER sich uns. Einfach, weil ER das so will – und weil ER uns so liebt.

(https://www.waldbreitbacher-franziskanerinnen.de/informatives/predigten/predigten-im-lesejahr-b-2017/2018/predigt-zum-pfingstmontag)

Hierher, Atem, zünd mich an,
schick aus deiner fernsten Ferne
Wellen Lichts.

Komm Armeleutevater
komm oberster Mundschenk
komm Herzensjäger.

Bester Tränentrockner
lieber Seelengast
mein Freund, mein Schatten.

Einmal ausruhen
für Grübler und Geschundene,
du, Atempause den Verkrampften.

Unerträglich schönes Licht,
überschütte den Abgrund
meines Herzens, du Vertrauter.
(Huub Osterhuis)

Und so erbitten und erflehen wir für alle, die so sehr der Heilung bedürfen, dass Du, liebender Gott, ihre Herzen öffnest und Deine Heilige Geistkraft hineingießt:

…für alle, die verlassen, allein, krank, sterbend, hilflos, gefangen, geplagt, gefoltert, geflüchtet, hungernd, vergessen, verloren, schuldig, schlaflos, unruhig, angstvoll, verzweifelt, unsicher, obdachlos, verfolgt, trauernd, abhängig, diskriminiert, gedemütigt, unterdrückt, traurig, enttäuscht, missbraucht, einsam, verloren, lebensmüde, beeinträchtigt…sind.

Offenbare Dich, liebender Gott, den Menschen und erfülle sie mit Deiner nie endenden Liebe, heute, morgen und immer wieder. Amen.

Diese innige Verbundenheit
führt zu einer Neueröffnung
von innerem Lebensraum.
Beseelt vom Heiligen Geist,
der in allem wohnt,
muss niemand mehr
sich selbst durchsetzen,
um jemand zu sein.
Vielmehr können alle leben,
sich selbst geschenkt
und zur Hingabe
an andere begabt.
(Andreas Knapp)

Segenswunsch: Unverhofft
Ich wünsche dir, dass Gottes Geist
wie eine Brise
dein Leben durchweht,
erfrischend und belebend, anregend und verwirrend,
Dass er in dir sein Feuer entfacht,
wünsche ich dir,
und dich offen macht für das,
was unverhofft vom Himmel fällt.
(Tina Willms)

                                                                                                                            (Fotos: Helena Sorek, Text: Patricia Sorek)