Liturgischer Impuls am Sonnabend, 10. April 2021

Globus am Nordkap

(Foto: Dorit Nitsche: Globus am Nordkap)

Zur Einstimmung: Poverello 137: Sie ziehen in die Welt

Sie ziehen in die Welt hinaus, nach Osten und nach Westen.
Und überall sind sie zu Haus, wo Gott sie braucht am besten.
Abenteurer Gottes ziehn übers Erdenrund,
fragen nicht: Wo geht es hin? Gottes Welt ist bunt.

Sie fragen nicht nach Stundenlohn und nach Erfolg auf Erden.
Sie suchen keine Sensation, sie wollen Brüder werden. Abenteurer Gottes ziehn ….

So ziehn sie in die Welt hinaus, nach Norden und nach Süden.
Ihr Feuer bläst kein Sturmwind aus. Wo Liebe glüht, wird Frieden. Abenteurer Gottes ziehn ….

(Alexander Ziegert & Kurt Grahl, 1978)

Evangelium: Markus 16, 9-15

[..] Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!

Vergegenwärtigung:
Der letzte Satz des Markusevangeliums (von dem noch nicht einmal feststeht, ob er ursprünglich zum Text gehörte) hat es in sich. Was machen wir eigentlich noch hier, wo wir doch offenbar hinausgehen sollen, um in der ganzen Welt das Evangelium zu verkünden? Einige Apostel haben es uns vorgemacht: Paulus unternahm wortgewaltige ausgedehnte Reisen um das östliche Mittelmeer, Thomas kam der Legende nach gar bis Indien. Sie und ihre Nachfolger waren dabei so erfolgreich, dass es heute fast überall auf der Welt Christen gibt. Können wir den Schlusssatz also abhaken? Haben wir wenigstens in diesem Punkt den Willen Gottes erfüllt? Das wäre zu einfach!

Papst Franziskus griff in einer Predigt vor einigen Jahren ein Zitat auf, dass dem heiligen Franziskus von Assisi zugeschrieben wird: „Verkündet das Evangelium und, sollte es nötig sein, auch mit Worten!“. Unser Lebenswandel soll also Anlass zu Fragen nach unserem inneren Antrieb, also unserem Glauben, geben. Die Namensbrüder eint dabei auch die Gewissheit, dass wir den Willen des Schöpfers erst dann erfüllen, wenn auch die Natur spürt, dass wir es mit der Wertschätzung ernst nehmen und nicht nur schöne Worte machen.

Für Paulus und Thomas war es sicher anstrengend, alle diese Kilometer zurückzulegen und das Wort Gottes zu verkünden. Aber die Herausforderung an uns ist ähnlich groß: Jede Stunde unseres Leben soll ein Zeugnis sein, jede Tat, jeder Blick, jeder Seufzer, jede Hand, die wir halten, jedes Wort. Wann und wie dabei genau das Feuer unseres Glaubens weitergegeben wurde, spüren wir manchmal erst viele Jahre später. Vertrauen wir auf die Kraft des Heiligen Geistes für diese große Aufgabe, die Gott uns zutraut.

Segen: So segne uns für den kommenden Tag der + Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Ausklang: Poverello 92: Ich mach Station
Ich mach Station am Weg auf dem ich geh.
Ich halte an, damit ich Freunde seh,
die auf der gleichen Straße wie ich geh’n.
Ich halte an und bleibe bei euch stehn.

Ich frage dich: Wie geht’s, wo kommst du her?
Wie heißt dein Ziel? Und: Freunde, wer seid ihr?
Lasst mich ein Stück die Straße mit euch zieh’n
und kurze Zeit in eurem Leben stehn.

Ich suche Gott, bin unterwegs zu ihm.
Und wenn ihr wollt, könnt ihr auch mit mir gehn.
Gemeinsam finden leichter wir das Ziel.
Gemeinschaft halten ist, was Gott auch will.

Ich mach Station am Weg auf dem ich geh.
Ich halte an, damit ich Freunde seh,
die auf der gleichen Straße wie ich geh’n.
Ich halte an und möchte euch verstehn.

(Lied: Hans-Kurt Ebert)
(Christoph Nitsche)