Liturgischer Impuls zu Himmelfahrt, 13. Mai 2021

Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt erfahren

Gebet
Gott, unser Vater, dein Sohn ist Mensch geworden, hat den Tod für uns durchschritten, ist auferstanden. Christus hat sich uns gezeigt und ist uns ganz nahegekommen. Durch ihn können wir ein Stück von Gottes Herrlichkeit erahnen. Öffne unsere Herzen und lass uns achtsam werden für diese Momente in unserem Leben.

Lied                 Christ fuhr gen Himmel (GL 319)

Text in Anlehnung an die Bibelstelle Apostelgeschichte 1,1.11

Er kam und sprach vom Reich Gottes
Er war bei uns, war mit uns
Bleibt und wartet – wartet auf die Verheißung, sagte er
Ihr werdet mit Wasser getauft und ihr werdet mit dem Heiligem Geist überströmt
Der Geist des Vaters wird herabkommen, der Geist wird euch stärken
Er, der sprach, wurde eingehüllt in Gottes Gegenwart und stieg zum Himmel empor
Wir konnten es nicht fassen
Ihr, was staunt ihr, fragte einer
Er, der fragte, sagte, der zum Himmel fuhr, wird wiederkommen

Impuls
Haben Sie heute schon ein Stück Himmel erahnen oder erfahren dürfen? Mein himmlischer Moment war ein heruntergefallener Zweig, der nun in einer kleinen Vase auf meinem Schreibtisch steht. Himmelfahrt geschah vor 2000 Jahren und geschieht heute.

In den Tagen nach Ostern haben sich die Apostel versammelt und die Gegenwart Christi erfahren dürfen. Miteinander sein, Gemeinschaft erfahren, sich getragen fühlen– welch ein großes Geschenk. Bleibet hier und wartet auf die Verheißung des Vaters, sagte Christus zu ihnen. Die Kraft des heiligen Geistes wird euch erfüllen. Dann stieg er in den Himmel empor.

Den Blick zum Himmel erhoben, so standen sie da.

So heißt es in der Apostelgeschichte. Was ist da geschehen? Es nicht ganz fassen können und doch die Sehnsucht haben, es begreifen zu wollen. Wo können wir uns darin wiederfinden?

Im erstaunten Blick empor zum Himmel kann ich mich ein Stück wiederfinden, doch da klingt auch ein Stück Wehmut und Traurigkeit mit. Manchmal gibt es in meinem Leben Momente, in denen ich Gottes Nähe spüren kann und ich möchte sie festhalten, so wie es vielleicht auch bei den Jüngern war. Wir dürfen die Zusage fühlen, dass auch uns diese Kraft zugesprochen ist.

Wenn ich von Christi Himmelfahrt spreche, dann habe ich das Altarbild aus der Hofkirche vor meinen Augen. Christus steigt in den Himmel empor. Zuerst kommt der Gedanke, die Augen nach oben zu richten.

Doch ist dies alles? Vielleicht braucht es einen Perspektivwechsel, wenn wir hier vom Himmel sprechen. Vielleicht ist nicht nur das blaue Himmelszelt über uns gemeint, sondern auch die Welt um uns herum. Christus ist in seiner sichtbaren Form nicht gegenwärtig. Doch auch wir können Christus in unseren Leben begegnen. Wenn wir beten, mit anderen von Gott sprechen oder Gott in ihnen wiederfinden, da wird Himmel erfahrbar und es berühren sich Himmel und Erde, wie es in einem Lied heißt:

Lied „Wo Menschen sich vergessen“ (GL 830)

Gebet
Gott, unser Vater, du hast Himmel und Erde verbunden durch deinen menschgewordenen Sohn. Du bist mitten unter uns, lass uns die Spuren von Christi Himmelfahrt in unserem Leben entdecken. Schenke du uns Momente, wo sich Himmel und Erde berühren. Gib uns die Kraft, den Himmel für andere Menschen erfahrbar machen. So segne und begleite uns jetzt und an diesem Tag, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

(Dorit Nitsche)