„Geteilt – Vereint“

Ein Musik-Theaterstück über Verständigung und friedliches Zusammenleben

Wir laden zu einem ganz besonderen Projekt in der Winterferienwoche vom 17. bis 22.02.2020 ein. Die Teilnehmer sind Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahre. Unser Pfarreirat und das Bistum unterstützt das Projekt.
Projekttitel: Geteilt – Vereint
Entwicklung eines Theaterstücks zum Thema friedliches Zusammenleben
Ort: Pfarrhaus, Stauffenbergallee 9h
Zeiten: Montag, 17.2. bis Freitag, 21.2. – 9.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 16.00 Uhr.
Samstag, 22.2. Treffen 18.00 Uhr – Aufführung 19.00 Uhr in der Kirche St. Martin

Die Teilnahme an der Workshop-Woche ist kostenfrei – für das Mittagessen bitten wir um eine Spende
Anmeldung ab sofort – bis 10. Februar 2020 bei Gemeindereferentin:
Rebekka-Chiara.Hengge@St-Martin-Dresden.de

Entwicklung eines Theater-Musikstück zum Thema Verständigung und friedliches Zusammenleben
Zwei Musiker (ein Israeli/Jude und ein Araber/Muslim) wurden zu uns eingeladen, um gemeinsam ein Konzert zu spielen. Sie treffen sich erstmalig zur Probe und wollen beginnen zu musizieren. Dabei merken sie sehr schnell, dass sie nicht die gleiche musikalische Sprache kennen. Vielleicht liegt das Problem aber ganz woanders: sie können sich nicht in dem Anderen finden, sie hören sich
nicht zu und sind (noch) nicht bereit sich zu verstehen. Dadurch entsteht ein absurder Konflikt, der humorvoll dargestellt werden soll. Aufgrund der Vorurteile ihrer jeweiligen Herkunft bzw. Kultur finden sie zunächst musikalisch nicht zusammen. Allmählich bemerken sie jedoch, dass es in ihrer Musik und ihren Kulturen sehr viele Gemeinsamkeiten gibt. Die Teilnehmenden begeben sich mit
den Musikern auf die Suche nach dem Verbindenden und allmählich erkennen Alle, dass die Lösung im „Einander zuhören“ und „in den Anderen hinein versetzen“ liegt. Nun macht es sogar Spaß, miteinander zu musizieren! ‚Hand in Hand‘ wird das Konzert vorbereitet, in das die jeweiligen kulturellen Besonderheiten einfließen.
Eine Hoffnung für Alle, dass es anders gehen kann.

Vorgehensweise:
In einer Projektwoche wollen wir uns mit den Teilnehmenden und Zeitzeugen in Workshops mit dem Nahost-Konflikt bekanntmachen, auseinandersetzen und zusammen ein Theater-Musikstück entwickeln. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit sich schauspielerisch auszuprobieren. Die Handlung wird maßgeblich durch sie bestimmt. Sie entwickeln Figuren, die die Handlung verstärken und dramatisieren. Angedacht ist zum Beispiel ein Sprechchor, der kommentiert und urteilt. Weitere Rollen wie Gott oder Schalkfiguren und Fabelwesen greifen in den Konflikt ein und führen die Konfliktparteien zu Erfahrungen.Tägliche Gespräche mit verschiedenen
Diskussionsmethoden sollen die Kreativität anregen und Raum für die Entwicklung eigener Lösungen eines solchen Konflikts geben. Die Tage innerhalb der Projektwoche werden abwechslungsreich mit jeweils unterschiedlichen Aktivitäten gestaltet, um den Prozess lebendig zu halten (Entwicklung des Theaterstückes, gemeinsames Musizieren, Erstellen des Bühnenbildes und Maske aus Recycling-Material, Diskussionen zum Thema, u.a.).
Die Zielgruppe (Teilnehmer) sind Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zwischen 10 und 17 Jahren in Dresden.
Die Teilnahme ist kostenlos. Für das Mittagsessen wird um eine Spende gebeten.

Pädagogische Ziele:
• Die kreative Arbeit soll gefördert werden, in dem die Kursleiter mit den Teilnehmern Lösungen für das Dilemma suchen.
• Jeder Teilnehmer soll sich im Prozess seiner Stärken bewusst werden und diese für das gemeinsame Werk einsetzen können. Jeder hat die Chance, seinen Platz in der Gruppe zu finden und zu agieren, ob als Musiker, Schauspieler, Bühnenbildner oder Dramaturg.
Durch die wertschätzende Kommunikation der Workshop-Leiter werden Konfliktlösungsstrategien erarbeitet. In Folge dessen steigt die soziale Kompetenz der Teilnehmenden.
• Die Auseinandersetzung mit einem aktuellen, wichtigen Thema in der politischen und religiösen Landschaft kann dazu führen, dass die Teilnehmenden sich besser in unserer Gesellschaft orientieren können und Andersdenkende anerkennen, wertschätzen und respektieren lernen.
• Die Gemeinsamkeiten der Religionen (Judentum, Islam, Christentum) und Kulturen werden erkannt. Auf dieser Basis kann sich die Angst vor der fremden Kultur vermindern.
Anstatt der häufig betonten Begriffe „Verschiedenheit und Unterschiedlichkeit“ sollen „Diversität und Vielfalt“ in den Vordergrund der Wahrnehmung treten.
• Das Kennenlernen der traditionellen jüdischen (Klezmer) und der arabischen Musik erweitert das musikalische Verständnis.
• Das Bühnenbild und die Kostüme sollen von den Teilnehmern aus genutzten Materialien (Stoffe, Pappe, Plastik, …) gestaltet werden (Upcycling). In diesem Zusammenhang wird die Einstellung bezüglich der Umwelt hinterfragt und die Veränderung zur Nachhaltigkeit
angestrebt.
• Politikdidaktische Prinzipien wie Pluralität, Kontroversität und Multiperspektivität sollen näher gebracht werden, um sie anschließend im Alltag selbst anwenden zu können.
Es werden die Fragen gestellt: Wie können wir solchen Konflikten in unserem täglichen Leben vorbeugen bzw. wie können wir sie lösen? Wie kann es uns gelingen, andere „Lebens-/ Glaubensmodelle“ zu akzeptieren und zu respektieren?

Workshop-Leiter / Künstler:
Christian Schmidt – Theaterpädagoge
Thabet Azzawi – Oudspieler
Vinzenz Wieg – Klarinettist/Musikpädagoge
Sina Gutsche – Bühnenbildner/Maske
Max Loeb Garcia – Gitarrist/Musikpädagoge/Konzeption