Geteilt – Vereint – Ein Stück über Verständigung

Wir laden zu einem ganz besonderen Projekt in der Winterferienwoche vom 17. bis 22.02.2020 ein. Die Zielgruppe (Teilnehmer) sind Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahre. Unser Pfarreirat unterstützt das Projekt und bittet um Rückmeldung aus den Gemeinen, wer gern teilnehmen möchte.

Projekttitel: Geteilt – Vereint Entwicklung eines Theaterstücks zum Thema friedliches Zusammenleben
Beschreibung eines möglichen Ablaufs:
Zwei Musiker (ein Israeli/Jude und ein Araber/Muslim) wurden zu uns eingeladen, um gemeinsam
ein Konzert zu spielen. Sie treffen sich erstmalig zur Probe und wollen beginnen zu musizieren.
Dabei merken sie sehr schnell, dass sie nicht die gleiche musikalische Sprache kennen.
Vielleicht liegt das Problem aber ganz woanders: sie können sich nicht in dem Anderen finden, sie hören sich nicht zu und sind (noch) nicht bereit sich zu verstehen. Dadurch entsteht ein absurder Konflikt, der humorvoll dargestellt werden soll.
Aufgrund der Vorurteile ihrer jeweiligen Herkunft bzw. Kultur finden sie zunächst musikalisch nicht zusammen. Allmählich bemerken sie jedoch, dass es in ihrer Musik und ihren Kulturen sehr viele Gemeinsamkeiten gibt.
Die Teilnehmenden begeben sich mit den Musikern auf die Suche nach dem Verbindenden und allmählich erkennen Alle, dass die Lösung im „Einander zuhören“ und „in den Anderen hinein versetzen“ liegt. Nun macht es sogar Spaß, miteinander zu musizieren!
‚Hand in Hand‘ wird das Konzert vorbereitet, in das die jeweiligen kulturellen Besonderheiten einfließen. Und schließlich bringen die Teilnehmenden dem Publikum ein selbst gedichtetes Lied bei, das Alle gemeinsam im Saal singen und das im Ohr bleibt.
Eine Hoffnung für Alle, dass es anders gehen kann.

Vorgehensweise:
In einer Projektwoche wollen wir uns mit den Teilnehmenden in Workshops mit dem NahostKonflikt bekanntmachen, auseinandersetzen und zusammen ein Theater-Musikstück entwickeln.
Die Jugendlichen haben die Möglichkeit sich schauspielerisch auszuprobieren. Die Handlung wird maßgeblich durch sie bestimmt. Sie entwickeln Figuren, die die Handlung verstärkern und dramatisieren. Angedacht ist zum Beispiel ein Sprechchor, der kommertiert und urteilt. Weitere
Rollen wie Gott oder Schalkfiguren und Fabelwesen greifen in den Konflikt ein und führen die Konfliktparteien zu Erfahrungen.
Tägliche Gespräche mit verschiedenen Diskussionsmethoden sollen die Kreativität anregen und Raum für die Entwicklung eigener Lösungen eines solchen Konflikts geben.
Die Tage innerhalb der Projektwoche werden abwechslungsreich mit jeweils unterschiedlichen Aktivitäten gestaltet, um den Prozess lebendig zu halten (Entwicklung des Theaterstückes, gemeinsames Musizieren, Erstellen des Bühnenbildes aus Recycling-Material, Diskussionen zum
Thema, u.a.).
Die Zielgruppe (Teilnehmer) sind Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung zwischen 10 und 17 Jahren. Besonders interessant ist der Workshop für Kinder aus jüdischen und arabischen Gemeinden. Die optimale Teilnehmeranzahl sind 30 Personen und diese soll nicht die 40
Teilnehmer überschreiten.

Pädagogische Ziele:
• Die kreative Arbeit soll gefördert werden, in dem die Kursleiter mit den Teilnehmern Lösungen für das Dilemma suchen.
• Jeder Teilnehmer soll sich im Prozess seiner Stärken bewusst werden und diese für das gemeinsame Werk einsetzen können. Jeder hat die Chance, seinen Platz in der Gruppe zu finden und zu agieren, ob als Musiker, Schauspieler, Bühnenbildner oder Dramaturg.
Durch die wertschätzende Kommunikation der Workshop-Leiter werden Konfliktlösungsstrategien erarbeitet. In Folge dessen steigt die soziale Kompetenz der Teilnehmenden.
• Die Auseinandersetzung mit einem aktuellen, wichtigen Thema in der politischen und religiösen Landschaft kann dazu führen, dass die Teilnehmenden sich besser in unserer Gesellschaft orientieren können und Andersdenkende anerkennen, wertschätzen und respektieren lernen.
• Die Gemeinsamkeiten der Religionen (Judentum, Islam, Christentum) und Kulturen werden erkannt. Auf dieser Basis kann sich die Angst vor der fremden Kultur vermindern.
Anstatt der häufig betonten Begriffe „Verschiedenheit und Unterschiedlichkeit“ sollen „Diversität und Vielfalt“ in den Vordergrund der Wahrnehmung treten.
• Das Kennenlernen der traditionellen jüdischen (Klezmer) und der arabischen Musik erweitert das musikalische Verständnis.
• Das Bühnenbild und die Kostüme sollen von den Teilnehmern aus genutzten Materialien (Stoffe, Pappe, Plastik, …) gestaltet werden (Upcycling). In diesem Zusammenhang wird die Einstellung bezüglich der Umwelt hinterfragt und die Veränderung zur Nachhaltigkeit
angestrebt.
• Politikdidaktische Prinzipien wie Pluralität, Kontroversität und Multiperspektivität sollen näher gebracht werden, um sie anschließend im Alltag selbst anwenden zu können.
Es werden die Fragen gestellt: Wie können wir solchen Konflikten in unserem täglichen Leben vorbeugen bzw. wie können wir sie lösen? Wie kann es uns gelingen, andere „Lebens-/ Glaubensmodelle“ zu akzeptieren und zu respektieren?

Workshop-Leiter / Künstler:
Thabet Azzawi Oud
Vinzenz Wieg – Klarinette
Christian Schmidt – Theaterpädagoge
Jule Meinka – Bühnenbild/Maske
Max Loeb Garcia – Gitarre, Konzeption