Ölbergliturgie 9. April

Bleiben Sie am Rechner, Tablet, Smartphon oder Laptop sitzen, betend und wach!

Meditation zur Ölbergstunde am Gründonnerstag den 9. April

Pfarrei St. Martin Dresden

Musik: Marco Gulde
Text: Franz-Josef Herzog

Lied:  Bleibet hier und wachet mit mir, bleibet und wachet

Uns wird schon in diesen Tagen viel Zugemutet. Wir müssen einen Weg gehen, den wir so nie gegangen wären…nie freiwillig, nie aus eigner Motivation, nie so!! In Zeiten von Coronakrise wird der Krönung der Schöpfung, uns Menschen einiges abverlangt und zugemutet.„Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.“ Ps 8,6

Der Weg ist so anders und vielleicht an vielen Stellen nicht leicht: ohne den bekannten Schulbetrieb, ohne versammelte Gemeinde in der Kirche, im Home-Office oder in Kurzarbeit, auf ungewöhnlichen leeren Straßen und Plätzen, ohne den gewohnten und so selbstverständlichen sozialen Kontakten. Der Weg ist so neu geworden. Keiner vor uns ist ihn so je gegangen. Wir sind die ersten, die den Weg in Zeiten von Corona Krise gehen müssen; einmalig + erstmalig…

Seit Tagen gehen wir Schritt für Schritt auf Ostern zu…aber der Weg ist kein leichter, vielleicht war er auch für Sie an vielen Stellen und in vielen Momenten steinig und schwer, denn wir wissen aus der Vergangenheit, das Leben bietet doch so viel mehr…
Heute am Gründonnerstag feiern wir unsere Christusbeziehung während der Ölbergstunde völlig neu. Die Umstände zwingen uns dazu! Auch Jesus ging damals einen völlig neuen Weg; einmalig + erstmalig…

Wenn wir das Markus Evangelium 14, 32 ff in dieser Ölberg-Stunde betrachten, dann können wir einem Jesus begegnen den die Umstände zwingen, in einen Garten Getsemani zu gehen um zu beten.
Jesu Weg kann mir Räume erschließen, damit ich auf meinen persönlichen Weg schauen kann. Verweilen wir eine Zeitspanne mit Jesus im Gebet.

Ich lade Sie ein, den folgenden Fragen nachzuspüren und während dessen, die eingespielte Musik von unserem Kirchenkantor Marco Gulde zu hören.

Im Heiligen Evangelium nach Markus 14,32-41a hören wir:
Sie kamen zu einem Olivenhain, der Getsemani heißt. Dort bat er seine Jünger: „Bleibt hier und wartet auf mich, bis ich gebetet habe!“ Nur Petrus, Jakobus und Johannes nahm er mit. Da befiel Jesus plötzlich Angst und Grauen. „Ich bin mit meiner Kraft am Ende“, sagte er. „Ich habe große Angst vor dem Sterben. Bleibt bei mir und lasst mich nicht allein!“
Welche(r) Mensch(en) sind in meiner Nähe? Wer ist für mich da auf meinem Lebensweg?

Lied LW602 – Nada te turbe

Jesus ging ein paar Schritte weiter, fiel auf die Knie und betete: „Lieber Papa im Himmel, wenn es möglich ist, erspare mir diese schwere Stunde und bewahre mich vor diesem Leiden! Dir ist doch alles möglich. Aber nicht, was ich will, soll geschehen, sondern, was deiner großen Liebe zu den Menschen am meisten entspricht“  Hier lade ich Sie ein Ihr eigenes persönliches Gebet zu sprechen.

Lied LW556: O Lord hear my pray´r

Dann kam er zu den drei Jüngern zurück und sah, dass sie eingeschlafen waren. Traurig weckte er Petrus: „Simon“ sagte er. „schläfst du? Kannst du nicht einmal eine einzige Stunde mit mir wachen? Bleibt wach und betet, damit ihr in den kommenden Prüfung nicht versagt! Ich weiß, ihr wollt nur das Beste, aber der Mensch für sich allein ist zu schwach.“
Was macht mich traurig in dieser Zeit? Vor welchen Lebensprüfungen habe ich Angst oder Sorgen?

Lied LW 547: Nah ist der Herr 

Noch einmal ließ er sie allein, um zu beten, und noch einmal flehte er Gott um Hilfe an. Als er zurück kam, schliefen die Jünger schon wieder. Die Augen waren ihnen zugefallen vor Müdigkeit, und sie wussten nicht, was sie Jesus sagen sollten.
Was macht mich vielleicht in diesen Tagen sprachlos? Zu was oder wem finde ich keine Worte?

Lied: Bleibet hier und wachet mit mir

Als er zum dritten Mal zu Ihnen zurückkam, sagte er: „Schlaft ihr noch immer? Wollt ihr euch immer noch ausruhen? Aber jetzt ist es genug!“
Von was habe ich in meinem Alltag einfach genug?

Lied LW 64: Geh mit uns auf diesem Weg

Geh mit uns auf unserm Weg, durch das Tal der Plagen. Unsere Herzen sind zu schwach, Angst und Leid zu tragen. Kyrie, Herr, erbarme dich unser, Kyrie, Herr, erbarme dich unser, Kyrie, Herr, erbarme sich unser, Herr, erbarme dich.

Geh mit uns auf diesem Weg durch das Tal der Mühen. Unsere Glieder werden schwer, Hoffnungen verblühen. Ref.

Geh mit uns auf diesem Weg durch das Tal der Sorgen. Geh mit uns den Weg der Liebe, in ein neues Morgen. Ref.

 

Nehmen Sie sich Zeit für die Stille…

 

Gebet:
Herr Jesus, im Garten von Getsemani ist dein Weg schwer geworden. Dein Weg wird steinig und schwer. Manche treten dich, manche lieben dich und manche geben sich für dich auf. Auf deinem Weg gibt es Menschen die Dich segnen, aber auch Menschen die nichts mir dir anfangen können. Bleibe mit uns auf dem Weg des Lebens, damit die Zukunft verändert bleibt. Du, der Du in der Einheit des Heiliges Geistes mit Gott den Vater wohnst und lebst in Zeit und Ewigkeit. Amen

Segen und Verabschiedung

Der Herr sei vor dir und führe dich auf deinem Weg.
Der Herr sei hinter dir und gebe dir Rückenwind, damit du voll Zuversicht in die Zukunft schauen kannst.
Der Herr sei neben dir und begleite dich als Ratgeber und Freund bei allen Entscheidungen.

Der Herr sei unter dir und fange dich auf, wenn du auf deinem Weg fällst.
Der Herr sei über dir und beschütze dich und die Menschen, mit denen du dein Leben teilst.
So segne dich und deine Entscheidungen und Wege der Gott, der immer bei uns ist,
Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen

(Möge das Kreuzzeichen in dieser Stunde eine neue und tiefe Bedeutung für das Leben bekommen)

Lied LW618: Wagt euch zu den Ufern 

Du bist das Feuer,
das den Dornbusch nicht verbrennt,
du bist die Stimme,
die uns beim Namen nennt.
Du bist der, der Gesetze schreibt,
und schützend uns umgibt.
Unsere Hoffnung siegt im Bund mit dir.
Refr.:
Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom, brecht aus euren Bahnen, vergebt ohne Zorn.
Geht auf Gottes spuren, geht, beginnt von vorn.
Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom.

Du bist das Wasser,
das den harten Stein entspringt.
Du bist in Brot und Wein,
die Kraft, die uns durchdringt.
Du bist der, der die Fesseln sprengt,
der uns von Tod erweckt;
unser Glaube trägt im Bund mit dir.
Refr.
Du bist die Wolke,
die uns durch Wüsten führt.
Du bist die Ewigkeit,
die uns im Traum berührt.
Du bist der, der die Liebe lehrt,
der Geist, der uns beseelt;
unser Leben zählt im Bund mit dir.
Refr.

 

 

 

 

 

Bilder von Bruder Natanael Ganter/Franziskaner. Aufnahmen auf dem Berg La Verna in der Toskana, nordöstlich von Arezzo. Auf diesem Berg (Höhe 1200 m)  empfing der Arme aus Assisi 1224 an seinem Leib die Stigmata/Wundmale, das heißt die fünf Wunden Christi, zwei an den Händen, zwei an den Füßen und eine Wunde an der rechten Seite.