Pfingstnovene 2022

© Entwurf: Gerhard Richter / Foto: Hohe Domkirche Köln, Dombauhütte: Matz und Schenk

Jesus hat seine Jünger:innen am Himmelfahrtstag verlassen, doch er hat ihnen den Heiligen Geist versprochen. Dieser soll an Pfingsten kommen. Um uns auf dieses Geschenk vorzubereiten, können wir 9 Tage von Himmelfahrt bis Pfingsten ganz besonders um den Heiligen Geist bitten. Das Missionswerk Renovabis stellt dafür wieder Texte zu Verfügung, die jeden Tag auf dieser Seite zu finden sein werden. (Ein Hinweis zu den Texten: Diese sind nicht durchgängig gegendert formuliert worden, wir meinen aber explizit immer alle Geschlechter mit.)
(Weitere Infos zur diesjährigen Renovabis-Aktion „dem glaub‘ ich gern“ gibt es hier.)

Die Gemeinde Mariä Himmelfahrt bietet ein gemeinsames Gebet vor Ort an, täglich um 21 Uhr auf der Wittenberger Straße 88a. Weitere Infos finden Sie hier.

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Folgender Ablauf kann als Vorschlag verwendet werden:

  • Eröffnung
  • Einladung in die Stille
  • Schrifttext, Impuls, Fragen zum Nachdenken,  Stille, Gebet vom jeweiligen Tag
  • Pfingsthymnus (oder -sequenz)
  • Segensgebet

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Sonntag, 5. Juni Pfingsten

Hoffnung wider aller Hoffnungslosigkeit

Bibeltext:

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Joh 20, 19-23

Impuls

Die Menschen von heute sind in großer Gefahr, vom Alltag so vereinnahmt zu sein, dass wir weder die Zeit noch den Mut haben, die grundlegenden Fragen zu hören und zu beantworten, die aus den Tiefen unseres Daseins auftauchen. Das gilt auch für uns Christen. Eine dieser grundlegenden Fragen ist die Frage, wer ich bin, was der Sinn meiner Existenz ist und worauf ich hoffe.

Unser christlicher Glaube sagt uns: Gott betrachtet uns Menschen als Frucht seiner schöpferischen Liebe. Er hat uns die Gaben seines Heiligen Geistes geschenkt. Der Glaube an die Auferstehung ist eine dieser Geistesgaben. Nur der Glaube an die eigene Auferstehung, an ein ewiges Leben mit Gott und in Gott, gibt mir in meiner Sinnsuche die endgültige und umfassend erfüllende Antwort auf mein Zweifeln und Fragen.

Nur die Kraft und die Gabe des Glaubens an die Auferstehung kann aber zugleich unsere Hingabe an Gott und unsere Liebe und Solidarität mit allen Menschen verändern. Wie schön und heilsam ist es doch, gelassen auf dem Weg des Lebens gehen zu können, auch wenn er manchmal durch ein finsteres Tal führt. Wieviel Trost erfahren wir, wenn wir mit der Kraft des Geistes Gottes wissen, wohin unser Weg führt und wem wir entgegen gehen! Das ist Pfingsten: der Geist des Menschen in der Umarmung des Geistes Gottes! Die geistgewirkte Kraft des Glaubens macht es uns leichter zu glauben, dass die Einheit der Christen trotz aller Spaltungen besteht und dass die universale Geschwisterlichkeit aller Menschen das Ziel ist, zu dem uns Gott einlädt!

Fragen zum Nachdenken

  • Glaube ich, dass Gott die Welt und den Menschen so großartig geschaffen hat, dass er ihn am Ende nicht dem Nichts überlässt?
  • Glaube ich an die Wahrheit der Verheißung Jesu, dass er durch den Heiligen Geist immer bei uns sein wird?

Gebet

Guter Gott, lass uns im Glauben an die Auferstehung deines Sohnes dankbar sein für die Gabe des Lebens. hilf uns, dass wir uns jeden Tag neu im Geist der Geschwisterlichkeit für die Einheit der Christen einsetzen. Amen!