Pilgerfahrt der Pfarrei nach Tours 10/2021

Glasfenster in der Kathedrale Saint-Gatien in Tours

Pilgern heißt sich auf den Weg machen zu einem heiligen Ort, der eine größere Nähe zu Gott verspricht. Die Erfahrung gläubiger Menschen, auf bestimmten Wegen oder an besonderen Orten die Nähe Gottes in besonderer Weise zu erleben hat den Jahrtausende alten Brauch des Pilgerns begründet.

In der Tradition steht der heilige Martin von Tours für Frieden und Solidarität mit Randgruppen. Er ist der Patron der Schneider, Bettler, der Geächteten, der Kriegsdienstverweigerer – und unserer Pfarrei. Ein Schlüsselmoment machte ihn weltberühmt: Vor den Toren der Stadt Amiens zerschnitt er mit dem Schwert seinen Mantel und teilte ihn mit einem Bettler, der ohne ihn erfroren wäre.

Kurz vor dem dritten Geburtstag unserer Pfarrei St. Martin, im Herbst diesen Jahres (vom 16.10.2021 bis 23.10.2021), wollen wir uns aufmachen um gemeinsam an das Grab des heiligen Martin nach Tours in Frankreich zu pilgern.

Jeder Tag der Pilgerfahrt soll geprägt sein von der Neugierde auf die Schönheiten unseres Nachbarlandes UND gemeinsamem Gebet, gemeinsamer Betrachtung, gemeinsamer Liturgie, Zeit der Stille und des Innehaltens.

Diese Webseite wollen wir nutzen um jeweils aktuell über den Stand der Planungen und der Vorbereitung unserer Pilgerfahrt zu informieren.

Beginnen möchten wir mit Informationen zum Verlauf und zu den Kosten der Fahrt. Die ReiseMission Leipzig wird sie nach unseren Vorstellungen unter dem Titel „Auf den Spuren des heiligen Martin“ für uns veranstalten.

1. Tag (Samstag, 16.10.): Fahrt bis zur Zwischenübernachtung in Reims (ca. 900 km).

2. Tag (Sonntag, 17.10.): Reims – Chartres – Tours (ca. 410 km).
In der damaligen Kathedrale taufte Remigius, Bischof von Reims, zwischen 497 und 499 Chlodwig I., den Begründer der Frankenreichs. Damit wurde das Frankenreich christlich. In dieser Tradition war die gotische Kathedrale Notre-Dame de Reims vom 12. bis zum 19. Jahrhundert Krönungsort der französischen Könige. Gottesdienst und Besichtigung der Kathedrale.
Kurz hinter Paris erhebt sich weithin sichtbar über der Ebene der Beauce die Kathedrale Notre Dame de Chartres. Sie gilt als das bedeutendste Marienheiligtum Frankreichs. Die alljährliche Pfingstwallfahrt Paris – Chartres ist eine der größten Wallfahrten Europas,  Notre Dame ist das „Urbild“ der klassischen, hochgotischen Kathedrale und einzigartig in der künstlerischen Einheit von Architektur, Skulptur und Glasmalerei. So besitzt sie z. B. den größten Bestand an erhaltenen mittelalterlichen Glasfenstern. Besichtigung der Kathedrale, Weiterfahrt nach Tours.

3. Tag (Montag, 18.10.): Tours.
Im Herzen des Loiretals, auch Garten Frankreichs genannt, liegt Tours, die Hauptstadt der Touraine und Stadt des heiligen Martin. Hier wirkte er als Bischof und wurde, nachdem er am 8. November 397 gestorben war, am 11. November nach römischer Sitte auf dem öffentlichen Friedhof westlich der Stadt beerdigt.
Wir besichtigen die Ruinen der alten Martinskirche, besuchen die Basilika Saint Martin mit dem Grab des heiligen Martin in der Krypta und feiern dort die Heilige Messe.
Danach Mittagessen bei den Benediktinerinnen der Basilika.
Am Nachmittag erkunden wir Tours auf einem „touristisch-spirituellen“ Rundgang durch die Stadt.

4. Tag (Dienstag, 19.10.): Tours – Fontevraud – Candes-Saint-Martin – Tours (ca. 150 km).
Hauptziel des Tages ist die Kollegiatskirche Saint-Martin in Candes.
Zuvor jedoch Besuch der Königlichen Abtei von Fontevraud. Die 1101 von Robert d’Arbrissel gegründete Abtei umfasste wegen des gewaltigen Zulaufs bald vier Ordensgemeinschaften, an deren Spitze die Äbtissinen des Frauenkonvents standen. Die Gebäude der ehemaligen Abtei bilden heute trotz schwerer Zerstörungen während und nach der Französischen Revolution noch immer einen der umfangreichsten Klosterkomplexe Frankreichs.
In Candes-Saint-Martin, am Zusammenfluss von Loire und Vienne gelegen, gründete der heilige Martin eine Kirche zu Ehren des hl. Mauritius. Hierhin zog er sich gerne ins Kloster zurück, und hier starb er im Jahr 397. „Nach seinem Hingang“, so erzählt es die ‚Legenda Aurea‘, „kamen die von Poitiers [Martin war 351 von Bischof Hilarius von Poitiers getauft worden] und Tours zusammen, und stund ein großer Krieg auf zwischen ihnen. Die von Poitiers sprachen ‚Unser ist er als Mönch, wir wollen ihn widerhaben; der uns befohlen ward‘. Die von Tours sprachen ‚Er ist euch genommen worden und uns von Gott gegeben‘. Um Mitternacht entschliefen die von Poitiers alle, da ward der Leichnam von den anderen zum Fenster herausgelassen, und auf der Loire in einem Kahn gen Tours geführt“. An der Stelle, wo das Sterbehaus gestanden hatte, begann man im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts mit dem Bau der heutigen Wallfahrtkirche Saint-Martin. Dort wollen wir einen Gottesdienst zu Ehren des hl. Martin feiern.

5. Tag (Mittwoch, 20.10.): Tours – Saint-Benôit-sur-Loire – Vézelay (ca. 500 km).
Heute beginnt die Rückfahrt! Sie führt uns die Loire hinauf zuerst nach Saint-Benôit-sur-Loire. In dem verschlafenen Dorf liegt die Abtei Fleury, eine der berühmtesten romanischen Klosterkirchen Frankreichs und im Mittelalter eine der bedeutsamsten Stätten der klösterlichen Kultur. Die Reliquien des heiligen Benedikt und seiner Schwester Scholastika überführten die Mönche des Klosters kurz nach dessen Gründung im Jahr 651 vom Monte Cassino in Italien nach hierher. In der Benediktinerabtei leben aktuell 27 Mönche. Vielleicht können wir neben der Erkundung der romanischen Abteikirche auch am Stundengebet der Mönche teilnehmen.
Ziel unserer Fahrt heute ist aber der kleine mittelalterliche Ort Vézelay. Wir beziehen Quartier bei den Fraternités Monastiques de Jérusalem (Gemeinschaften von Jerusalem).

6. Tag (Donnerstag, 21.10.): Vézelay.
Lage und Stimmung des Ortes auf einem hohen Bergrücken sind ganz außergewöhnlich. Maurice Barrés hat dafür den Begriff „la colline inspirée“ geprägt. „Der vom Geist erfüllte Hügel“ oder „der erleuchtete Hügel“ wird von der berühmten Basilika Sainte-Marie-Madeleine so exponiert bekrönt, dass man sie aus jeder Himmelsrichtung schon von weitem in den Blick bekommt. Der Geist, genauer gesagt die Herabkunft des Heiligen Geistes, ist auch das Thema des gewaltigen Portals, das sich zwischen der Vorhalle und dem Mittelschiff der Pilgerkirche auftut. Mit Ihren Skulpturen und ihrer Architektur, in der die Lichtmystik eine tragende Rolle spielt, ist sie einer der Höhepunkte romanischer Kunst in Europa.
Hier werden wir einen ganzen Tag Zeit haben, diesen wundervollen Ort zu erkunden, ihn auf uns und in uns wirken zu lassen.

7. Tag (Freitag, 22.10.): Vézelay – Citeaux – Colmar (ca. 400 km).
Auf dem Weg nach Colmar legen wir nach ca. 150 km einen kurzen Zwischenstopp in Cîteaux, dem Mutterkloster des Zisterzienserordens, ein. Von der mittelalterlichen Substanz allerdings hat die Französische Revolution außer einem heute aufgelassenen Wirtschaftsgebäude nichts übriggelassen. Dennoch ein hochbedeutender Ort europäischer Kultur-, Geistes- und Kirchengeschichte!
Unser Ziel aber ist der Isenheimer Alter des Matthias Grünewald im Unterlinden-Museum in Colmar. Grünewald ist bis heute der große Unbekannte geblieben, von dem nur noch seine Bilder zeugen. Unter ihnen ist es vor allem dieser Altar, der den heutigen Betrachter immer noch zu faszinieren und zu packen vermag, weil er das Evangelium so eindringlich und unmittelbar verkündigt wie sonst kein zweites Kunstwerk der vergangenen 500 Jahre.

8. Tag (Samstag, 23.10.): Colmar – Dresden (ca. 710 km).

Zusammen mit der ReiseMission Leipzig haben wir ein Paket geschnürt, welches folgende Leistungen umfasst:

  • Übernachtung im DZ mit Bad oder Dusche/WC in landestypischen Mittelklasse-Hotels in Reims, Chartres, Tours und Colmar inkl. Kurtaxe.
  • Übernachtung in Vézelay bei den Fraternités Monastiques de Jérusalem.
  • Halbpension (Frühstück und Abendessen).
  • Transfers, Rundfahrt und Ausflüge im klimatisierten Reisebus laut Reiseprogramm.
  • Mittagessen bei den Benediktinerinnen in Tours.
  • Eintritt in der Abbaye Royale de Fontevraud und im Musée Unterlinden in Colmar.
  • Trinkgelder für den Busfahrer und das Hotelpersonal
  • Abhängig von der Anzahl der Teilnehmer ergibt sich ein Gesamtpreis von:
    • 805,– € pro Person bei 40 Teilnehmern und
    • 850,– € pro Person bei 30 Teilnehmern sowie ein
    • Einzelzimmerzuschlag von jeweils 180,– € (die ReiseMission Leipzig ist bemüht, Doppelzimmerwünsche Alleinreisender/innen zu realisieren, kann diese jedoch erst bestätigen, sobald ein/e Doppelzimmer-Partner/in gefunden ist; wir werden dies auf Pfarrei-Ebene zusätzlich unterstützen).

Anmeldung zur Pilgerfahrt vom 15.01.2021 bis 30.04.2021. Das Anmeldeformular finden Sie hier.

Die Reiseleitung wird von Beate und Christian Esser übernommen. Wir haben 3 Jahre in Frankreich gelebt und kennen alle Stationen der Pilgerfahrt sehr gut.

Impressionen zu den einzelnen Stationen der Pilgerfahrt finden Sie in der Fotogalerie (zur Großansicht auf das erste Bild klicken; dann mit Pfeil links/rechts durch die Bilder navigieren oder mit der Eingabetaste zum nächsten Bild).

(Rück)Fragen und unverbindliche Voranmeldung jederzeit unter der Emailadresse: pilgerfahrt@st-martin-dresden.de.

Noch ein letztes Wort zu Corona: wir haben in der Pfarrei lange diskutiert, ob wir angesichts Corona die Pilgerfahrt im Herbst des nächsten Jahres durchführen wollen und haben uns explizit dafür entschieden! Viele stellen sich in Anbetracht der Corona-Krise natürlich die Frage, ob sie sich für eine solche Fahrt überhaupt anmelden sollen. Werden die Kosten für die Pilgerfahrt ggf. erstattet? Kann ich meine Reservierung kostenlos stornieren? Hier gilt: kurz bevorstehende Pauschalreisen (eine solche ist die Pilgerfahrt) in Länder, für die dann eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gilt, können kostenfrei storniert werden! Und Gesundheitsminister Jens Spahn erwartet ein breites Impfangebot für alle Interessenten im dritten Quartal des kommenden Jahres…

Und so hoffen wir auf zahlreiche Anmeldungen bis zum 30.04.2021 und versprechen eine unvergessliche Pilgerfahrt!

Beate+Christian Esser