Pilgerfahrt der Pfarrei nach Tours – Reisebericht

Reisebericht Tag 8 – 23.10.2021

Von unserer letzten Station, Colmar, hieß es heute morgen Abschied nehmen um wieder nach Hause zu fahren. Fast pünktlich konnten wir beladen. Nochmal tanken, damit wir nicht unterwegs stehen bleiben und dann ab Richtung Dresden.

Wie in den letzten Tagen auch, beteten wir heute die Laudes und die Vesper im Bus. Zum Abschluss der Laudes betete Thomas Börner für uns zum Hl. Martin.

Gebet zum Hl. Martin
Sankt Martin, du, noch kurz vor Schluss:
im Bus noch schnell was dir zum Gruß.
Wir warn auf Pilgerfahrt Grad hier,
auch unter anderem bei Dir.
Gebetet haben wir schon viel,
Doch noch paar Bitten kurz vorm Ziel.
Für Christian bitte und Beate
’ne Riesenportion Extragnade.
Was die uns gaben, dass die Fahrt
für alle zum Erlebnis ward,
da fällt mir wirklich nichts mehr ein.
Da können wir nur dankbar sein.
In Kathedralen jedem Stein,
hauchten sie für uns Leben ein.
Und das Kompendium Esseris-
da ist der Brockhaus ja ein Schiss!
Beate hatte beim Entsteh’n
den Christian Wochen nicht geseh’n.
Wollt‘ sie was, hieß es: „Schatzilein,
mir fällt grad was fürs Buch noch ein“ !
Patricia, Martin und Jadwiga-
Sei bitte segnend auch für sie da,
die in Gebet uns und Andachten,
auch innerlich zur Einkehr brachten.
Und mit Impulsen und Bedenken
uns so viel Nachdenkliches schenkten.
Der Kathedralen stille Strenge
verzauberten durch ihre Klänge,
unsere vier Musikantinnen.
Vergelt‘ ihr Spiel mit Segen ihnen.
Du wirst bestimmt bemerkt auch haben,
dass wir so schöne Kettchen tragen.
Maria, kannst Du selber seh’n,
die hat ja tausende Ideen.
Steh weiter segnend ihr zur Seite,
dass weiter Freude sie bereite.
Und unser Olaf, wie der lenkt,
dem hast Du Zielwasser geschenkt.
Der war der Fahrer unsrer Tour.
Halt ihn auch weiter in der Spur.
Wir haben es ganz sehr gespürt:
Dein Segen hat uns mit geführt.
Ganz herzlich Danke, zu erfahren,
dass wir so schön Gemeinschaft waren.
Und dass Dein Schutz stets mit uns war,
sogar in Barbara’s Gefahr.
Ach bitte noch, unsrer Pfarrei,
steh als Patron du auch sehr bei!
Und lass die Schäfchen, die sich kehrten,
doch wieder bei uns heimisch werden.
So, lieber Martin, so, das wär’s.
Das legen wir Dir fest ans Herz.
Steh bei dem Herrgott für uns ein
und bring uns glücklich wieder heim.
Amen.

Die ganzen Tage sind wir wunderbar die Straßen durchgekommen, nur auf der Heimreise sorgte ein Stau für Verzögerung und Gesprächen mitten auf der Autobahn.

Am Abend dann gegen 19:40 Uhr sind wir wieder glücklich und dankbar in Dresden gelandet. Pfr. Kauder erwartete uns vor der Kirche St. Martin. Nach Dank an unseren Busfahrer Olaf und Abstellen der Koffer und Weinkisten im Vorraum der Kirche, feierten wir zum Abschluss die Vorabendmesse.

Deo gratis und Dank an Beate und Christian Esser!

 

 

 

 

(Beitrag: Patricia März, „Gebet“ zum Hl. Martin: Thomas Börner, Fotos: Beate & Christian Esser, Patricia März)

Reisebericht Tag 7 – 22.10.2021

Nach dem Beten der Laudes mit der Gemeinschaft und einem Pilgerfrühstück verabschiedeten wir uns von Vézeley im Nebel.

Da wir nun schon Busfahrten-Profis sind, machten uns die 6 Stunden bis Colmar gar nichts mehr aus. Die Stadt empfing uns mit kühlem aber sonnigen Wetter und geschäftigem Treiben.

Ziel in Colmar war natürlich der Isenheimer Altar im Musée d Unterlinden, welches ursprünglich ein Dominikanerinnenkloster war.

Der Heilige Martin ist auch hier noch zu finden, im archäologischen Teil des Museums.

Bevor wir eine letzte Wort-Gottes-Feier in der Collégiale Saint Martin gefeiert hatten war Zeit, die schöne Stadt zu genießen, tolle Häuser zu entdecken, einen Kaffee zu genießen und die letzten Mitbringsel zu kaufen.

Unseren letzten Abend verbrachten wir im Restaurant Pfeffel und bekamen ein typisch elsässisches Gericht aufgetischt.

Müde, aber glücklich und erfüllt, ging alle schlafen, die einen früher, die anderen später.

(Beitrag: Patricia März, Fotos: Christian Esser & Patricia März)

Reisebericht Tag 6 – 21.10.2021

Den heutigen Tag verbrachten wir in und um Vézeley.

Um 7:00 Uhr feierten wir mit den Fraternités de Jérusalem die Laudes.

Es gab viel Zeit, um sich die Basilika genauer anzusehen und staunenswertes zu entdecken.

Narthex, Hauptportal, „Pfingsten“

Auch der Heilige Hubertus war zu finden!

Am Vormittag feierte Jadwiga Nawka mit uns eine Wort-Gottes-Feier…

….danach bestand die Möglichkeit, ins Museum zu gehen. Es befindet sich in den Räumen der ehemaligen Klausur mit Schreib- und Schlafsaal.

Am Nachmittag brachen wir zu einem Spaziergang um Vézeley auf. Im Miteinander unterwegs sein wurden viele intensive Gespräche geführt. Überhaupt: es ist ein wunderbares Zusammensein und Zusammenwachsen der Menschen aus den verschiedenen Gemeinden unserer Pfarrei.

 

Beim Abendessen stießen wir mit wunderbaren Rotwein an, auf unsere Gemeinschaft, auf Beate und Christian Esser und den letzten „französischen“ Abend (denn morgen sind wir laut Christian Esser ja im Elsass).

(Beitrag & Fotos: Patricia März)

Reisebericht Tag 5 – 20.10.2021

Noch immer ist die Gruppe erfüllt davon, gestern ihr Pilgerziel, das Grab des Heiligen Martin erreicht zu haben und voller Vorfreude, dass wir als Pilgergruppe in geraumer Zeit auf einer Steinplatte, nahe des Grabes, verewigt sein werden.

So machten wir uns am heutigen Mittwoch auf den ersten Tag unserer Rückfahrt. Das der Tag so ganz anders war, als der gestrige, davon werden die nächsten Zeilen und Bilder berrichten.

Konnten wir gestern noch einen herrlich sonnigen Tag bei 26° in Tours verleben, so goss es heute kräftig, bis auf die Zeit, die wir in Saint-Benoît-sur-Loire verlebten.

Der Bogen unserer Martinsfahrt zu Benedikt von Nursia schlägt sich über die Abtei Fleury, die wir auf dem Weg nach Vézeley besuchten. Um 660, an einem 11. Juli (?), wurden hier die Gebeine Benedikts in der Klosterkirche beigesetzt, die seitdem den Namen Saint-Benoît de Fleury trägt. So konnten wir heute wieder sehr bewegend, eine Andacht in der Krypta feiern.

 

 

Die Wallfahrtskirche besticht durch ihren imposanten Vorhallenturm mit Säulen, jede bekrönt mit pflanzlichen oder figürlichen Kapitellen, so auch mit dem Heiligen Martin. Der Chor der Klosterkirche umfasst zwei gestaffelte Altarräume.

 

 

Gestern waren wir fast nur zu Fuß und mit der Straßenbahn durch Tours unterwegs, und lediglich jeweils 30 Minuten hin und zurück zur Weinverkostung im Bus. Heute saßen wir dann mal wieder 6 Stunden auf dem Hosenboden. Es war währenddessen angesagt: Landschaft genießen (trotz Regen), Lektüre des Begleitheftes und Gespräche.

Doch den spürbarsten Unterschied durften wir heute anhand unserer Unterkunft erfahren. Waren wir die letzten Tage in einem netten Hotel untergebracht und konnten den Service beim Abendessen genießen, fühlen wir uns jetzt in Vézeley wie richtige Pilger. Einfache Zimmer, Toiletten und Duschen auf dem Gang, wir tischen uns die Speisen gegenseitig auf und einen Spüldienst braucht es auch!

„Der vom Geist erfüllte Hügel“ wird von der berühmten Basilika Sainte-Marie-Madeleine bekrönt. Gleich nach unserer Ankunft beteten wir mit der Gemeinschaft die Vesper, die uns mit einer Lichtfeier und ihren Gesängen in den Bann zog.

Es ist nun spät geworden, ich höre noch links meine Nachbarin singen und Zähneputzen, zwei Zimmer weiter werden noch Haare geföhnt. Es wird Zeit, die Ruhe der Nacht zu genießen, denn morgen klingelt der Wecker uns früh heraus, damit wir 7:00 Uhr die Laudes mitbeten können.

(Beitrag und Fotos: Patricia März)

Reisebericht Tag 4 – 19.10.2021

Tours empfängt uns heute in strahlender Sonne, Wärme und Licht.

Per Bahn mit Linie A und zu Fuß durch die pitoreske Altstadt, gelangten wir zur Kathedrale Saint – Gatien

 

 

 

 

 

 

und zur Basilika Saint – Martin, in der der Hl. Martin beigesetzt ist. Unsere Sinne wurden dort reich beschenkt durch wunderbaren Flötenklang und Licht (-spiel). Die gastfreundlichen Benediktinerinnen stärkten uns mit französischen Köstlichkeiten.

Laudes und Wort-Gottes-Feier waren getragen von der Bitte, „durch deinen Geist Herr stärke uns“.

Der silberne Vollmond über dem Weingut Nitray schaute lange auf unsere fröhliche Runde.

(Beitrag: Regina Kaltenhäuser, Christina Roßmy; Fotos: Regina Kaltenhäuser, Patricia März)

Reisebericht Tag 3 – 18.10.2021

Der Tag begann in vielerlei Hinsicht entspannter als die vorherigen. Keine Koffer mussten gepackt und in den Bus gehieft werden, da wir für drei Nächte ein wunderbares Hotel in Tours genießen dürfen. Und das Frühstück konnte ganz entspannt genossen werden, denn erst für 9:00 Uhr war die Abfahrt angesetzt.

Das Tagesprogramm lockte mit zwei wunderbaren Highlights.

Zu unserem ersten Ziel, der ehemaligen Abtei Fontevraud, fuhren wir entlang der Loire. Trotz etwas trüben Wetters konnten wir die wunderbare Landschaft und Schönheit der Natur genießen und lobten Gott im Beten der Laudes dafür.

Für die Besichtigung in Fontevraud standen uns über 3 Stunden zur Verfügung, die jeder ganz individuell nach seinem Tempo genutzt hat. Diese Anlage, heute noch ein Museum, ist unglaublich beeindruckend und zog uns alle in seinen Bann.

Gegen 14:00 Uhr fuhren wir nach Candes, dem Sterbeort des Hl. Martin. Hier war es Zeit für ein erstes Gruppenfoto.

Da ja bekanntlich montags der freie Tag aller Seelsorger ist, hat uns freundlicherweise ein Gemeindemitglied empfangen und die Collégiale Saint-Martin für unsere Wort-Gottes-Feier vorbereitet. Jadwiga Nawka stand dem Gottesdienst vor und gab uns drei Impulse mit auf den Weg:

-an diesem Ort werden wir mit unserer Endlichkeit konfrontiert,

– wie der Evangelist Lukas und der Hl. Martin dürfen wir vetrauensvoll nach dem Willen Gottes fragen und danach handeln, denn ER wird unsere Wege mitgehen

– lädt dieser Ort dazu ein, dem Frieden nachzujagen uns sich dafür einzusetzen, jeder von uns sollte einen „Martin“ an seiner Seite wissen und selbst zu einem „Martin“ werden (da fällt mir ein Lied ein, welches die Kinder am Martinstag singen: „Ein bisschen so wie Martin möcht ich manchmal sein“)

In einem sehr guten Deutsch konnte uns der Küster einiges zur Kirche und der Pfarrei sagen. Ebenso konnten wir erfahren, dass Martin zwar ein großer Heiliger in Frankreich ist, es aber keine großen Martinsumzüge am 11.11. gibt und auch die Martinsgans sei nicht bekannt.

Die letzte halbe Stunde in Candes verbrachten wir auf einem Aussichtspunkt, an dem wir einen herrlichen Ausblick auf die beiden Flüße Loire und Vienne hatten.

Nun dürfen wir gleich wieder ein herrliches Abendessen genießen und beschließen danach den Tag mit dem Beten der Komplet.

(Beitrag: Patricia März)

Reisebericht Tag 2 – 17.10.2021

Gut ausgeruht starteten wir wieder recht früh in den zweiten Tag unserer Pilgerreise. Nach einem typisch französischen Frühstück luden wir unsere Koffer in den Bus und fuhren 8:00 Uhr zur Kathedrale Notre Dame de Reims.

Die Morgensonne tauchte die beeindruckende Krönungskirche in idyllisches Licht. Von Christian Essern erhielten wir ein paar erste Erklärungen zum Hauptportal der gotischen Kathedrale.

Staunend und ehrfürchtig betraten wir das große Gotteshaus. Wie gut, dass Beate und Christian Esser so gut französisch sprechen und für uns klären konnten, die Laudes im Chorbereich zu beten.

Bis zum Beginn der Sonntagsmesse blieb etwas Zeit, vor allem die besonderen Fenster der Jeanne d´Arc-Kapelle und die Chagal-Fenster auf sich wirken zu lassen.

Da viele Gesänge in Latein gesungen wurden, konnten wir mit einstimmen und fühlten uns mit den Gemeinden unserer Pfarrei St. Martin geistlich verbunden.

Zum Abschied warf uns der „lächelnde Engel“ einen freundlichen Blick zu. Auf dem Weg zum Bus entdeckten wir sie dann: die erste Spur des Hl. Martin.

Den Würstchenduft noch in der Nase und leicht gesättigt, stiegen wir nach 225 km in Chartres aus dem Bus aus, um unserem nächsten Highlight entgegen zu gehen.

Die gotische Kathedrale Notre Dame de Chartres war mit ihren einzigartigen zwei Türmen schon weithin sichtbar. Das monumentale Bauwerk beeindruckt besonders durch seine teilweise noch aus dem Mittelalter stammenden wunderbaren Fenster, reichen bildhaften Darstellungen an den Portalen und nicht zuletzt durch seine himmelweisende Größe.

Obwohl das Labyrinth eigentlich nur freitags und am 24. Juni in seiner ganzen Schönheit zu sehen und zu begehen ist, hatten wir das Glück, wenigstens einen Teil auf uns wirken lassen und meditieren zu können.

Voller Eindrücke machten wir uns noch am späten Nachmittag auf den Weg zu unserem Hauptziel, der Stadt Tours.

(Beitrag und Fotos: Bettina Preusker & Patricia März)

 

Reisebericht Tag 1 – 16.10.2021

Gefühlt noch vor dem Aufstehen trafen heute morgen 35 fröhliche und erwartungsvolle Pilger in der Kirche St. Martin ein.

Im Gebet begann unsere Pilgerreise und wir alle legten unsere Pilgerplakette an, die so wunderbar von Maria Schmidt gestaltet wurden.

Gestärkt mit dem Reisesegen durch Pfr. Kauder (der in Dresden die Stellung halten muss), fuhr unser Bus 6:30 Uhr der Sonne entgegen.

In größeren Etappen, vorbei an Apolda, im Stadtverkehr von Wiesbaden 🙂 und Saarbrücken erreichten wir 16:22 Uhr die französische Grenze. Da die Reise lang war, nutzen wir die Zeit für das Studieren unseres 327 Seiten dicken Begleitheftes (in vielen vielen vielen Stunden erstellt von Christian Esser), für einen geistlichen Impuls von Jadwiga Nawka über den Heiligen Martin vom Soldaten zum Christen und für das Beten der Vesper.

Irgendwann tat sicher jedem von uns etwas weh, sodass alle froh waren, als unser Busfahrer Olaf kurz vor 20 Uhr in Reims den Bus in einem waghalsigen Lenkmanöver sicher auf den Busparkplatz lenkte.

Kurz die Zimmer beziehen, ein leckeres 3-Gänge-Menü zu sich nehmen und jetzt satt und müde ins Bett fallen.

Ein langer Tag geht zu Ende, wir sind dankbar, sicher angekommen zu sein und freuen uns auf all die schönen Stationen, die uns in den nächsten Tagen erwarten.

(Beitrag und Foto: Patricia März)