Prinz Max – Ausstellung im Schloss Pillnitz

Prinz Max von Sachsen (1870 – 1951), Bruder des letzten sächsischen Königs Friedrich August III., ist in seiner Heimat weitgehend unbekannt. Doch es lohnt sich, ihn in der Sonderausstellung im Schloss Pillnitz näher kennen zu lernen.
Seine Kindheit verbrachte er in den Sommermonaten oft in der neben unserer Kapelle Maria am Weg gelegenen Villa. Es ist auch verbürgt, dass er in der Kapelle predigte. Nach Studium und Promotion in den Rechtswissenschaften trat er 1893 ins Priesterseminar Eichstätt ein und wurde dort zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er am 1. August 1895 in der Kapelle des Josephinenstiftes Dresden.

Prinz Max in den 1940er Jahren aus Universitaetsarchiv der Katholischen Universität Eichsättt
Nach Seelsorgetätigkeiten in London und Eichstätt promovierte er zum Dr. theol. und wurde 1900 als Professor an die Universität Fribourg/Schweiz berufen. Nachdem er für die Einheit der Ostkirchen mit der Westkirche auf Augenhöhe eintrat wurde er vom Papst gemaßregelt und musste 1911 die Universität verlassen. Aus tiefer christlicher Überzeugung trat Max sowohl für die Lebensreform-Bewegung ein als auch für Vegetarismus und Tierschutz. Er selbst war seit 1913 Vegetarier.
Im 1. Weltkrieg erlebte der Prinz als freiwilliger Feldgeistlicher Kriegsgräuel der Deutschen Armee in Belgien und wurde zum bekennenden Pazifisten. Der König und Bruder schickte ihn deshalb nach Wermsdorf in eine, wenn auch recht lockere Internierung.
Nach Tätigkeiten als Aushilfspriester an verschiedenen Orten kehrte er 1921 wieder nach Fribourg zurück, diesmal als Ordinarius an der Philosophischen Fakultät und übernahm die Seelsorge bei den Kanisius-Schwestern und im kantonalen Gefängnis.
In Fribourg verstarb er 1951.
Prinz Max war bekannt für seine materielle Bedürfnislosigkeit und Hilfsbereitschaft allen Notleidenden gegenüber. Ihm angebotene hohe kirchliche Ämter lehnte er ab.
Im Ausstellungskatalog wird seine Bescheidenheit und Selbstlosigkeit, seine Hinwendung zum Nächsten, aber auch seine klare Positionierung mit den Grundhaltungen von Papst Franziskus verglichen (B. Dennemarck, G.E.M. Cepeda, Ausstellungskatalog „Seiner Zeit voraus“, S.74).
Die Ausstellung – noch bis einschließlich 3.11.19 im Schlossmuseum Pillnitz – zeigt persönliche Gegenstände aus dem Besitz des Prinzen, z.B. seinen Feldaltar, das von Königin Carola von Sachsen extra für ihn bestickte Primiz-Gewand sowie die Monstranz einer kleinen Dorfkirche bei Eichstätt. Diese ließ er anfertigen und mit Edelsteinen aus seinem Erbe verzieren und schenkte sie der Kirche.

Christine Geibel