Überraschend wundervoll: Rosenkränze selber knüpfen


Rosenkranzknüpfen ist eine wunderbare Erfahrung – so die durchgängige Resonanz der fleißigen Rosenkranzknüpfenden für den Caritaskreis.
Das Lernen ist ein Weg, auf den man sich einlassen muss. Es dauert eine Weile, bis man die speziellen Knoten hinbekommt. Dann lernt man, sie im richtigen Abstand zu den Perlen zu setzen. Nicht zu dicht, sonst werden die Perlen im Kranz zu unbeweglich; aber auch nicht zu weit. Wenn die Medaille aufgefädelt wird, bekommt das noch unvollständige Werk einen ersten Glanz. Der Knoten, am Ende der Kette schließt den Kreis und der Kranz bekommt seine Form. Wenn das Kreuz aufgefädelt wird, sind wir am Ziel.
Was für eine Freude, den fertigen Rosenkranz dann vor sich zu sehen. Nun geht er noch durch die betenden Hände. Segen für den Empfänger legt sich auf den Kranz. Oft halfen hier Partner oder Kinder mit. Hauskirche.
Über 100 Rosenkränze wurden so in St. Hubertus geknüpft. Gutes spricht sich herum und so sind die ersten Rosenkränze auch in St. Martin und St Josef entstanden. Ein Päckchen hat sich sogar auf den Weg in die USA gemacht. Gelernt wurde über Videokonferenz. Die dort geknüpften Rosenkränze werden ebenfalls verteilt.
Am 1. Mai wurden die Rosenkränze von Pfarrer Kauder gesegnet und an den Caritaskreis übergeben. Nun können sie als Geschenke, als Trost, zur Freude und vor allem zum Segen weitergegeben werden. Zusammen mit dem kleinen Abdrucken des Marienbildes vom Speicher in St. Hubertus.
Der Segen kommt von Oben und alle hatten ihre Freude an diesem Marienbild, welches uns während der Messe besucht hat.
Die guten Erfahrungen haben uns veranlasst, das Angebot des Lernens, wie man Rosenkränze knüpft, beizubehalten.
Wer es lernen möchte, kann dies über Videokonferenz oder in einem persönlichen Treffen tun. Es braucht etwas Zeit aber bringt garantiert Ruhe und Freude. Im Zweifel: gerne ausprobieren!
Kontakte:
Ulrike Höwer: 0351 – 804 28 35
Maria Elisabeth Höwer: 0159 0263 2572

Monte Cassino

Franz Lölver hat im Zweiten Weltkrieg die Schlacht um Monte Cassino als Soldat miterlebt. Die alliierten Truppen waren neben Anzio und Nettuno auch an anderen Stränden Italiens gelandet und auf dem Vormarsch nach Norden.
Die Einheit Lölvers sollte das Vorrücken auf den strategisch wichtigen Ort Monte Cassino aufhalten, diesem altehrwürdigen Kloster der Benediktiner und dem Inbegriff abendländischen Bildungs- und Glaubenslebens zugleich. Im Kampf war davon nichts zu spüren. Es ging lediglich um das nackte Überleben. Er oder ich. So erlebte es auch der junge Infanterist Franz Lölver. In den Ruinen des Klosters sah er sich plötzlich Aug in Aug mit dem Feind konfrontiert. Keiner hatte den anderen vorher kommen sehen, und nun standen sie einander gegenüber. Den Karabiner im Anschlag. Eine Pattsituation ohne echten Ausweg. Jeder schaute in die Gewehrmündung des Gegenübers.
Töten und Getötet-Werden lautete jetzt die Frage. Sekunden werden dann schnell zur Ewigkeit. Franz Lölver gibt eine Hand frei, die andere hält den Karabiner unverweilt ins Ziel. Die Hand greift langsam in die Hosentasche. Ein Rosenkranz erscheint, wird hochgehoben und demonstriert. Der feindliche Soldat steht da, hat auch noch nicht geschossen, wartet schussbereit ab. Nun greift auch er in seine Tasche. Und bringt seinerseits einen Rosenkranz zum Vorschein. Karabiner gegen Karabiner, Rosenkranz für Rosenkranz.
Glaube für Glaube. Beide Soldaten lassen die Waffen sinken, die Rosenkränze werden wieder in die Hosen verstaut, man grüßt sich wortlos und hat sich seitdem nie wieder gesehen. Ein Wettrüsten der besonderen Art: Waffe gegen Waffe, Rosenkranz für Rosenkranz. Glaube für Glaube. Dieser hat Leben gebracht und Leben erhalten. Auch wenn sich die beiden Soldaten anschließend niemals wieder begegnet sind.
Michael Langkamp, aus Weisheiten und Begegnungen im südlichen Emsland, Salzbergen 2015