Rückblick auf den Starkmachtag

Nach langer Planung war es nun vergangenen Samstag endlich soweit … der Starkmachtag fand in unserer Pfarrei statt.

Vorweg schon an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die jugendlichen und erwachsenen Gruppenleiter und an das fleißige „Personal“ in der Küche. Danke für euren Einsatz, eure Zeit und euer Einlassen auf dieses Thema. Es hat große Freude gemacht, den Tag mit euch zu gestalten.

Zur Einstimmung in den Tag haben wir uns bewusst gemacht, wie schön unsere Gemeinschaft ist, dass sie uns Freude und Halt geben kann. Im Mittelpunkt des Vormittages standen die Kinderrechte, die es seit nunmehr 30 Jahren gibt. Weltweit festgeschrieben sind sie in der UN-Kinderrechtskonvention, die am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.

In Gruppenarbeiten beschäftigten sich die Vorschulkinder und 1.-Klässler mit dem Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit und Ernährung sowie Gesundheitsvorsorge (Art. 24), die Kinder der 2. und 3. Klasse mit dem Recht auf Bildung, Schule und Berufsausbildung (Art. 28.) und die 4.-6.-Klässler mit dem Recht auf Zugang zu den Medien, Kinder- und Jugendschutz (Art. 17) bzw. Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit (Art. 13). In einem darauffolgenden Plenum stellten sich die Gruppen gegenseitig vor, was sie soeben gehört und getan hatten.

Das „Herzstück“ dieses Tages waren Clownsstücke, aufgeführt von den Clowns Tomtom und Kiki Kokolores. Während des 1-stündigen Stückes schlüpften die beiden Clowns in ganz unterschiedliche Rollen. Bestimmte Situationen, wie z.B. der Besuch bei der Tante, wurden durch die beiden angespielt, die die Kinder und Jugendlichen von außen beobachteten. Anschließend wurde die Szene an einem geeigneten Punkt unterbrochen, mit den Kindern über das Beobachtete gesprochen und die Kinder in das Spiel mit einbezogen. Dabei konnten sie den Clowns Vorschläge zu Lösungen der Situation bzw. zu „richtigen“ Verhaltensweisen anbieten, die die Clowns dann umgesetzt haben. Die gespielten Situationen und Fallbeispiele verdeutlichten eine große Bandbreite an Gewaltphänomenen/Verletzungen von Rechten der Kinder und Jugendlichen aller Art bis hin zu Themen, die zunächst mittelbar, aber dann auch unmittelbar sexuellen Bezug aufweisen. Trotz dieses Themas hatten alle Kinder und auch die Erwachsenen Zuschauer Freude an diesem Clownsstück.

Danach war Stärkung in Form einer leckeren Kartoffelsuppe mit Würstchen angesagt. Zum Spielen und Toben ging es nach draußen, wo wir uns alle den frischen Wind um die Nase haben pusten lassen. Der Fußball wurde herausgeholt und das Tanzbein wurde zu flotter Musik geschwungen.

Die zweite Gruppenarbeit im Anschluss an die Pause sollte eher dem Austausch dienen, um das Programm der Clowns zu ver- und erarbeiten und darüber ins Gespräch zu kommen. Dazu bot diese Gruppenarbeit die Möglichkeit, dass die Kinder in unterschiedlichen Übungen ausprobieren konnten, wie sie selbst Nähe und Distanz wahrnehmen und ob sie dabei ein gutes oder schlechtes Gefühl haben.

Parallel dazu fand für alle Erwachsenen ein Vortrag im Saal statt, gehalten von Pater Johannes Jeran SJ zum Thema: „Sexueller Missbrauch in der Kirche und anderswo“.

Die Kinder konnten nach ihrer Gruppenarbeit verschiedene Türschilder basteln oder aber einfach toben und Zeit miteinander verbringen.

Noch einmal eine kurze Stärkung bei Kaffee, Milch, Keksen und Obst, bevor der Tag um 16 Uhr mit einer Andacht abschloss, zu der besonders die Eltern und alle Interessierten eingeladen waren. Mit dem biblischen Text von der Segnung der Kinder (Mk 10,13-16) wurden die Kinder in dieser Liturgie, ähnlich wie von Jesus, noch einmal in den Mittelpunkt gestellt. Zugleich diente dieser Tagesabschluss der Veröffentlichung des Institutionalisierten Schutzkonzeptes zur Prävention vor Sexueller Gewalt in unserer Pfarrei. Eine Gruppe von Engagierten aus den Gemeinden haben sich etwa 2 Jahre damit beschäftigt, dieses Schutzkonzept auf den Weg zu bringen. Einen herzlichen Dank auch an alle, die hieran beteiligt waren.

Kurzum, ein gelungener Tag und wichtiger Schritt in der Präventionsarbeit.

Patricia März