Sind wir ein Segen?

Seid ein Segen – Bereitet den Weg des Herrn

So steht es in großen Buchstaben in unserer Kirche in Pieschen.

Heute am Pfingstsonntag war ich Lektor und habe die Lesung aus der Apostelgeschichte und  am Ende die Vermeldungen vorgetragen

Direkt nach dem Gottesdienst kam, noch im Kirchenraum, eine (mir nur vom sehen bekannte) Person auf mich zu und sagte zu mit:  den Satz „Seid ein Segen“ sollten wir abnehmen, da wir dies hier ja sicher nicht (mehr) sind.
Ohne mir die Chance zu geben ins Gespräch zu kommen, ist die Person dann gegangen und meine Gedanken fingen an Achterbahn zu fahren.

  • Was ist hier gemeint? – und sind wir als Gemeinde kein Segen für Menschen?
  • Bin bewusst ich angesprochen worden, da ich mich auch für die Gemeinde verantwortlich fühle? – oder sind andere auch damit gemeint?
  • Ist dass dem Gespräch-Ausweichen nicht auch eine Art Verweigerung von Segen?

Seid ein Segen – Eigentlich müsste es heißen ”Ihr seid ein Segen!”

Wie heute in den Bibeltexten benannt, ist der Geist allen gegeben:

  • alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt (Apg 2,4) 
  • wir alle können durch den Geist ein Segen sein

Das „Bereitet den Weg des Herrn“ ist unsere Antwort auf die von Gott ohne Vorbedingungen gegebene Zusage seines Segens, seines Beistandes, des Heiligen Geistes.

Ja wir sind ein Segen. Jeder einzelne von uns. Es liegt an uns, diesen Segen zu nutzen und in Gespräch und Tat „den Weg des Herrn zu bereiten“, in unseren Gemeinden, in unserer Pfarrei und bei allen Menschen in unserer Stadt.

Und ja, Worte und Taten können verletzen und dann kein Segen mehr sein. Dies muss uns allen immer wieder bewusst sein.

Ja, Pfingsten darf kommen in St. Josef!
Ich wünsche mir „begeisterte“ Menschen in unseren Gemeinden.
Ich wünsche mir Menschen, die vom Geist in Brand gesetzt werden, um andere zu entzünden.

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ (Augustinus)

Text: Alexander Narr