Tag der liturgischen Dienste 2019

Es war eine große Runde, die sich am Samstag, 2. Februar, nachmittags in St. Josef zum diesjährigen „Tag der liturgischen Dienste“ traf. 47 Teilnehmende aus verschiedenen liturgischen Diensten – Lektor(inn)en, Kommunionhelfer(innen), Diakonatshelfer, Küster(innen), Kantor(inn)en, „Blumenfrauen“ sowie ein Ministrant – aus verschiedenen Gemeinden der Pfarrei St. Martin waren zusammengekommen.
Pfarrer Ludger M. Kauder gab zunächst eine Einführung in das Lukas-Evangelium und wies auf Besonderheiten dieses biblischen Buches hin, z.B. die Stellung, die Lukas Frauen einräumt. So gibt es unter anderem das Gleichnis von der verlorenen Drachme, in dem ausdrücklich eine Frau die Hauptrolle spielt, nur im Lukas-Evangelium, ebenso die Erzählung von der Begegnung mit der Witwe in Nain, deren toten Sohn Jesus wieder zum Leben erweckt.

In einer Bibelarbeit unter Anleitung von Gemeindereferentin Rebekka-Chiara Hengge befassten sich die Teilnehmenden mit dem Tagesevangelium vom „Fest der Darstellung des Herrn“ (2. Februar): Lukas 2,22-40. Nachdem der Text in der alten und in der neuen Übersetzung vorgelesen worden war, versuchten sich die Anwesenden in verschiedene Personen hineinzuversetzen und die geschilderte Begebenheit aus deren Blickwinkel zu erzählen: Maria & Josef, Simeon, Hannah, Jesus als Kind. So entstand ein differenziertes Bild der agierenden Personen, sie wurden geradezu lebendig.

Nach der Kaffee-Pause gab Frau Hengge Hinweise zum neuen Lektionar: Was ist anders als früher? Neben dem veränderten Einband ist beispielsweise in den alttestamentlichen Texten der Gottesname (Jahwe/JHWH) nicht mehr genannt, sondern ist durch „der Herr“ ersetzt; die Anrede der „Brüder“ ist um die „Schwestern“ ergänzt worden; am Schluss der Lesung steht der Ausdruck „Wort des lebendigen Gottes“. Manche Formulierung klingt in der neuen Übersetzung, die das Lektionar durchgängig verwendet, fremd, manches mutet schwerer verständlich an, zumindest ungewohnt. Aber gerade dies kann dazu ermutigen, innezuhalten, sich neu mit den Texten zu beschäftigen und ihre Botschaft für das eigene Leben zu entdecken.

Pfarrer Thaddäus Posielek führte in die Übergangsregelung für Wort-Gottes-Feiern und den Dienst von Gottesdienstbeauftragten. Drei Frauen aus der Pfarrei St. Martin sind zur Zeit in der Ausbildung zu Leiterinnen von Wort-Gottes-Feiern. Regina Kießling, Elisabeth Meuser und Patricia Sorek berichteten über Ihre Erfahrungen. Nach drei Wochenenden inSchmochtitz und einem begleiteten Praxisjahr wird Bischof Heinrich Timmerevers sie am 11. Mai mit diesem Dienst beauftragen. Frau Kießling und Frau Meuser hatten am 27. Januar 2019 in der Kirche St. Martin eine Wort-Gottes-Feier geleitet, von der weitere Teilnehmende ihre Eindrücke wiedergaben.

Der „Tag der liturgischen Dienste“ endete mit dem feierlichen Lichtmess-Gottesdienst, eingerahmt von der Kerzenweihe am Anfang und dem Blasiussegen am Ende der Eucharistiefeier.
Herzlicher Dank gebührt jenen, die dieses Treffen vorbereitet und gestaltet haben, aber auch jenen, die teilgenommen und sich eingebracht haben.

Hinweis: Der nächste Ausbildungskurs für Wort-Gottes-Leiter beginnt am 13. – 15. September 2019 in Schmochtitz. Anmeldung im Pfarrbüro St. Martin (Pfarrei@St-Martin-Dresden.de)

Elisabeth Meuser