Tagesliturgie Sonnabend, 12. Dezember

Kerze im Sand„Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht,
es hat Hoffnung und Zukunft gebracht;
es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten,
ist wie ein Stern in der Dunkelheit.“

Am heutigen Abend findet in der Pfarrei der Abend der Versöhnung statt. Es geht um ein Innehalten, um ein mit Gott ins Gespräch kommen und um Versöhnung. Ich möchte Sie einladen, sich heute ein wenig Zeit zu nehmen für sich und Gott.

Es geht auf die Wintersonnenwende zu, es ist die Zeit der langen Nächte, am Nachmittag sinkt die Sonne und es kehrt rasch Dunkelheit und Kälte ein. Vieles ist in dieser Zeit anders, aus Respekt vor dem Anderen gilt es Abstand zu halten. Manch einer erlebt dies als einen verordneten Rückzug, der sehr belastend sein kann.- Ein gemütliches Beisammensein am Abend am Adventskranz, ist nur im ganz kleinen Kreis möglich, wenn überhaupt.

Welch eine Betrüblichkeit!

Wenn ich still werde und auf mich schaue, dann entdecke ich in mir Momente der Dunkelheit und eine tiefe Sehnsucht nach etwas, was ich noch nicht in Worte fassen kann. Wo bist Du in diesen Momenten, mein Herr?

„Inmitten von Hektik – Sehnsucht nach dir.
Liebevoller Blick eines Menschen –
und ich ahne: DU bist’s! Du lächelst mir zu.

Inmitten von Fragen – Sehnsucht nach dir.
Besuch eines Freundes –
und ich verstehe: DU bist’s! Du hast ihn mir geschickt.

Inmitten von Arbeit – Sehnsucht nach dir.
Eine unerwartete Pause –
und ich freue mich: DU bist’s! Du wartest auf mich.

Inmitten von Sorgen – Sehnsucht nach dir.
Ein Schmerz, der nicht zur Ruhe kommt –
und ich spüre: DU bist’s! Du willst mich tiefer an dich ziehen.

Inmitten von Glücksmomenten – Sehnsucht nach dir.
Dankbares Zurückschauen –
und ich begreife: DU bist’s! Du hast mich bis hierher geführt.

Inmitten von Dunkel – Sehnsucht nach dir.
Brennende Kerzen –
und ich denke daran: Du bist’s:
Du bist das Licht der Welt,
das Licht meiner Lebenswelt.“

(Sr. M. C. Bernhard) in Adventliche Gebetszeit „Licht ins Dunkel: Gott ist nah“ Schönstattbewegung Frauen und Mütter, 2017

Vielleicht kann ich in Deinem Licht, Herr, meine Begrenztheit wahrnehmen. Wenn ich Deinem Licht Raum gebe, dann kann ich manchmal merken, dass ich in meinem Denken, in meinem Tun begrenzt und in Mustern gefangen bin. Vielleicht haben Sie dies schon so oder ähnlich erlebt?

Was begrenzt mich in meinem Denken und Tun?
Wo gerate ich immer wieder ins Straucheln?
Was hält mich davon ab, das Rechte zu tun?

Wo sind meine Unzulänglichkeiten?

Das, was auf mir lastet, möchte ich annehmen und vor Dich bringen.
Herr, erbarme dich meiner. –
Herr, ich möchte umkehren hin zu Dir. –
Herr, ich bitte Dich um Vergebung.

Ich darf darauf vertrauen, dass Du mir entgegenkommst in Deiner liebenden Barmherzigkeit und Gnade.

Herr, durchwirke unsere Dunkelheit mit Deinem Licht und lasse uns zum Licht für andere werden, wie es im Lied „Mache dich auf und werde Licht“ heißt. So würden wir auf dem Weg nach Weihnachten eine zutiefst adventliche Erfahrung machen und könnten dies weiterschenken.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie diesen Lichtstrahl Gottes erfahren können.

Dorit Nitsche