Tagesliturgie – Mittwoch, 23.12.2020

Mein Gott, welche Freude (GL 728)

KV: Mein Gott, welche Freude!
        Mein Gott, welche Freude!
        Mein Gott, welche Freude,
        an dem Tag, an dem Du kommst.

1. Es jauchze die Wüste,
    der Jubel füllt das Einödland.
    Die Steppe steht in Blüte da,
    wenn der Herr im Licht erscheint. – KV

2. Wacht auf doch, ihr Müden,
    erstarket, die der Tod beherrscht!
    Tröstet Euch, seid ohne Furcht,
    Gott ist unterwegs zu uns! – KV

5. Der Herr ist unser Retter
    Aus Fesseln und aus Dunkelheit.
    Hebt die Augen und vertraut:
    Trösten wird er bald sein Volk. – KV

 

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Kurz vor Weihnachten:
Wir sind in „guter Hoffnung“,
in gespannter Erwartung auf die bevorstehende Geburt Jesu.
Immer wieder neu ersehnt die Welt den Erlöser.
Immer wieder kommt er in jedem einzelnen Menschen zur Welt.

Ich erinnere mich an die Geburt unserer Kinder.
Welche Vorfreude,
und dann erst die Geburt,
so etwas Besonderes,
die schönsten Momente meines Lebens.
Mein Herz war voller Dank.
Neues Leben ist entstanden,
und doch noch so zerbrechlich und hilfsbedürftig.
Was wird den neuen Erdenbürger erwarten?
Was erwartet er von uns?
Was wird wohl aus diesem Kind werden?

Die letzte Frage stellten sich auch die Menschen bei der Geburt von Johannes.
Bevor Jesus zur Welt kam, war schon diese Geburt etwas ganz Besonderes.
Eigentlich hätte Elisabeth gar kein Kind mehr bekommen können, und dann geschieht es doch.
Lesen wir das heutige Tagesevangelium (Lk 1,57-66):

 

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

57 Für Elisabet kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.
58 Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.
59 Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.
60 Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.
61 Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.
62 Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.
63 Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.
64 Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott.
65 Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.
66 Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.

 

Preisen wir den Herrn mit dem Benedictus,
den Worten des Zacharias nach der Geburt des Johannes (Lk 1, 68-79; GL 617,2):

68 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! *
  Denn er hat sein Volk besucht
  und ihm Erlösung geschaffen,
69 er hat uns einen starken Retter erweckt *
  im Hause seines Knechtes David.
70 So hat er verheißen von alters her *
  durch den Mund seiner heiligen Propheten.
71 Er hat uns errettet vor unseren Feinden *
   und aus der Hand aller, die uns hassen;
72 er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet
  und an seinen heiligen Bund gedacht, *
  73 an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;
74 er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit,
  ihm furchtlos dienen 75 in Heiligkeit und Gerechtigkeit *
  vor seinem Angesicht all unsre Tage.
76 Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; *
  denn du wirst dem Herrn vorangehen
  und ihm den Weg bereiten.
77 Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *
  in der Vergebung der Sünden.
78 Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *
  wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,
79 um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen
  und im Schatten des Todes, *
  und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

 

Fürbitten:

Guter Gott, Du schenkst uns immer wieder neu Deinen Sohn. Wir bitten Dich:
– Für alle werdenden Eltern, dass sie die Kinder als Geschenk annehmen und sich darüber freuen können.
– Für alle Neugeborenen, dass sie behütet aufwachsen und sich gut entwickeln können.
– Für uns alle, dass wir uns beim Feiern der Geburt Jesu neu bewusst machen, welch großes Geschenk er ist.
Vater unser ….

 

Segen:

Der Herr segne Dich und behüte Dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über Dir leuchten
und sei Dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht Dir zu
und schenke Dir Frieden.

+ Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

 

Mein Gott, welche Freude!
Mein Gott, welche Freude!
Mein Gott, welche Freude,
an dem Tag, an dem Du kommst.

(Text und Foto: Martin Geibel)