Tagesliturgie – Mittwoch, 30. Dezember

6. Tag der Weihnachtsoktav

Wir halten inne und treten vor dich, Gott, du unser Vater. Sei uns nahe – öffne unsere Herzen für die Freude über das Kind in der Krippe, dessen Licht und Liebe unser Leben erhellt. Amen.

In diesen Tagen dürfen wir Weihnachten einen Raum in uns geben, uns davon durchdringen lassen, dass Gott sich uns in einem Kind geschenkt hat. So wie es in dem Lied „Zu Bethlehem geboren“ heißt.

Lied     Zu Bethlehem geboren (GL 239 – Strophen 1-3)

Zu Bethlehem geboren,
ist uns ein Kindelein,
das hab‘ ich auserkoren,
sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.

In seine Lieb’ versenken
will ich mich ganz hinab;
mein Herz will ich ihm schenken
und alles, was ich hab’,
eia, eia, und alles, was ich hab’.

O Kindelein, von Herzen
will ich dich lieben sehr,
in Freuden und in Schmerzen
je länger und je mehr,
eia, eia, je länger und je mehr.

Lesung            Lukas 2,36 – 40 (Link zum Evangelium)

Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. …
… Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

Die Hirten erfuhren auf dem Feld von den Engeln von der Geburt des Herrn. Simon hatte eine Offenbarung im Tempel. Hanna, die betagte und weise Frau, pflegt die eine intensive Gottesbeziehung. Sie sieht das strahlende Licht, das von dem Kind ausgeht, und erkennt, dass Jesus der Erlöser ist. Im Tempel tritt sie zur Heiligen Familie hinzu und spricht diese Prophezeiung. Die Familie verlässt den Tempel und kehrt nach Nazareth zurück. Auf dem Kind ruht Gnade und Weisheit – eine Heranwachsende, sich erfüllende Prophezeiung.

Zusage und Einladung zum Nachsinnen

Das Kind mit seinem strahlenden Leuchten ist auch für uns in die Welt gekommen, ganz egal, wo wir in der Welt stehen, so wie einst Hanna, die als Witwe am Rand der jüdischen Gesellschaft stand. Hanna zeigt uns einen Weg auf, wie auch wir dies erkennen können. Es bedarf unserer Hinwendung – ein Offensein und in Beziehung bleiben mit Gott. Im Gebet verweilen, schweigen, singen.

  • Wo verweile ich in meinem Alltag an der Krippe beim Kind?
  • Was rührt mich an, wenn ich beim Kind verweile?
  • Was möchte ich mit anderen teilen?

Meditativer Impuls

Herr, du mein Morgenstern,
kehrst bei mir ein –
mit deiner Güte,
mit deinen Gaben
so wunderbar, so prächtig und erhaben.

Herr, du mein Morgenstern,
kehrst bei mir ein –
welch eine Kostbarkeit,
welch ein Segen,
braucht Zeit zum reifen und begreifen.

Herr, du mein Morgenstern,
kehrst bei mir ein –
willst mich durchdringen,
willst in mir wachsen,
dass ich die frohe Kunde nicht nur im Herzen trage.

Herr, du mein Morgenstern,
kehrst bei mir ein –
dass ich lebe,
dass ich handle
und Zeugnis von dir gebe.

(Dorit Nitsche)

Segen

So segne uns, Herr, dass wir in Beziehung mit dir bleiben, dass wir dich erkennen, uns wandeln lassen und den Mut haben, Zeugnis zu geben. Amen.

Lied   Zu Bethlehem geboren (GL 239 – Strophen 4-6)

Dazu dein Gnade mir gebe,
bitt ich aus Herzensgrund,
dass ich allein dir lebe
jetzt und zu aller Stund’,
eia, eia, jetzt und zu aller Stund’.

Dich, wahren Gott, ich finde
in meinem Fleisch und Blut;
darum ich fest mich binde
an dich, mein höchstes Gut,
eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.

Laß mich von dir nicht scheiden,
knüpf’ zu, knüpf’ zu das Band
der Liebe zwischen beiden;
nimm hin mein Herz zum Pfand,
eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand.

(Dorit Nitsche)