Von der Gastfreundschaft – Familiengottesdienst

FAMILIENGOTTESDIENST AM 13. SONNTAG IM JAHRESKREIS – 28. Juni 2020

Vorbereitungen

  • Tischdecke, Kerze, Blumen, Bibel, Kreuz 
  • Gotteslob
  • Für den Kreativ-Teil: Servietten,Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. A Amen.

Hinführung

Wir sind auch am heutigen Sonntag hier versammelt, weil Jesus uns jeden Sonntag einlädt.
Wir dürfen bei ihm Gäste sein. Jesus macht uns zu seinen Freunden. Auch wir laden immer wieder gerne Freunde zu uns nach Hause ein. Wir wollen beten und darüber nachdenken, was uns die Freundschaft mit Jesus bedeutet.

Christusrufe

V Herr Jesus Christus, du hast deine Jünger zum Abendmahl eingeladen. Herr, erbarme dich.
A Herr, erbarme dich.

V Herr Jesus Christus, auch wir dürfen deine Gäste sein. Christus, erbarme dich.
A Christus, erbarme dich.

V Herr Jesus Christus, du lädst alle Menschen ein. Herr, erbarme dich.
A Herr, erbarme dich.

 

Gebet

GuterGott,
du rufst uns immer wieder zusammen,
um den Tod und die Auferstehung deines Sohnes zu feiern.
Du liebst alle Menschen auf dieser Welt und bist ihr Vater.
Dafür danken wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn.
A Amen.

 

JESUS IST BEI UNS IN SEINEM WORT

Anstelle einer Lesung „Die Alte, die auf Gott wartete“

Heute hören wir von einer sehr alten Geschichte, die aber auch für uns von Bedeutung sein kann:
Es war einmal eine alte Frau, der hatte der liebe Gott versprochen, sie heute zu besuchen.
Darauf war sie nun sehr stolz. Sie scheuerte und putze, backte und tischte auf. Dann fing sie an, auf den lieben Gott zu warten.
Auf einmal klopfte es an der Tür. Geschwind öffnete die Alte, aber als sie sah, dass draußen nur ein Bettler stand, sagte sie: „Nein, in Gottes Namen, geh heute deiner Wege! Ich warte eben gerade auf den lieben Gott, ich kann dicht nicht aufnehmen!“
Damit ließ sie den Bettler gehen und warf die Tür hinter ihm zu.
Nach einer Weile klopfte es von Neuem. Die Alte öffnete diesmal noch geschwinder als beim ersten Mal. Aber wen sah sie draußen stehen? Nur einen armen alten Mann. „Ich warte heute auf den lieben Gott. Wahrhaftig, ich kann mich nicht um dich kümmern!“.
Sprach sie und machten dem Alten die Tür vor der Nase zu.
Abermals klopfte es von Neuem an der Tür. Doch als die Alte öffnete – wer stand da?
Schon wieder ein zerlumpter und hungriger Bettler, der sie inständig um ein wenig Brot und ein Dach auf dem Kopf für die Nacht bat. „Ach, lass mich in Ruhe! Ich warte auf den lieben Gott!
Ich kann dich nicht bei mir aufnehmen!“
Und der Bettler musste weiter wandern und die Alte fing aufs Neue an zu warten.
Doch die Zeit ging hin, Stunde um Stunde. Es ging schon auf den Abend zu und immer noch war der liebe Gott nicht zu sehen. Die Alte wurde immer bekümmerter. Wo mochte der liebe Gott geblieben sein?
Zu guter Letzt musste sie betrübt zu Bett gehen. Bald schlief sie ein. Im Traum aber erschien ihr der liebe Gott. Er sprach zu ihr: „Dreimal habe ich dich aufgesucht und dreimal hast du mich hinausgewiesen!“.
Von diesem Tag nehmen alle, die von dieser Geschichte erfahren haben, alle auf, die zu ihnen kommen. Denn wie wollen sie wissen, wer es ist der zu ihnen kommt? Wer wollte denn gern den lieben Gott von sich weisen?

STILLE

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus 10,40-42

In jener Zeit sprach Jesus:
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, der wird den Lohn eines Propheten erhalten.
Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn des Gerechten erhalten.
Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

 

Deutung

Vielleicht können wir uns vorstellen, wie sich die alte Frau in unserer Geschichte geärgert hat.
Zu spät hat sie gemerkt, dass Gott schon dreimal vor ihrer Tür stand und eingelassen werden wollte. Sie dachte wohl, Gott kommt als König oder Edelmann. Man kann sagen – da wusste die Frau wirklich nichts von Gott. Sie dachte, Gott ist im Großen zu finden.
Sie dachte, Gott ist im Mächtigen und Starken zu finden. Sie dachte, Gott ist im Reichen und Prächtigen zu finden.
Doch Jesus sagt: Wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist, wird sicher nicht um seinen Lohn kommen.
Auch die Jünger waren damals noch klein und unbedeutend. Und genau dort ist Gott zu finden – eben im Kleinen und Unbedeutenden.
Auch Jesus hat einen besonderen Blick für seine Jünger – er sieht etwas in ihnen, traut ihnen etwas zu und macht sie so groß.
Das ist ein schöner Impuls auch für uns – hinter die Fassade schauen, sich Zeit nehmen, um einander kennenzulernen, und die Vorurteile abzubauen.
Und in allen, die uns begegnen, Gott zu entdecken und ihnen Gastfreundschaft gewähren.
Wenn wir wissen – heute besucht uns der liebe Gott – was tun wir?

Gespräch darüber

 

Vater unser

Segensbitte

Guter Gott, wir konnten deine Gastfreundschaft erfahren.
Dafür danken wir.
Du liebst alle Menschen.
Weil wir deinen Willen erfüllen wollen,
öffnen wir unsere Herzen für unsere Mitmenschen, auch die Fremden.
Denn in ihnen können wir dir begegnen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. A Amen.

Und so segne uns der gütige Gott,

(+) der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. A Amen.

 

KREATIV ZUM ABSCHLUSS

Zu einem Gastmahl gehört ein festlich gedeckter Tisch… wie sieht es aus, wollt ihr für eure Kaffeetafel heute Nachmittag mal eine andere Version lernen, wie die Servietten gefaltet werden können? Dann probiert dieses hier mal aus:

Thaddäus Posielek

Text: Bistum Hildesheim mit Bild „Kreuz“
Bild Wasserglas: Mac Kenzie, cc0/gemeinfrei | Quelle: pixabay.com | Pfarrbriefservice.de