Verbindung zwischen Gemeinde und Gefängnis

Vor zwei Wochen erhielt die Gemeinde St. Josef eine besondere Einladung: Es galt, gute Gedanken, Segenswünsche und Ermutigungen für die Gefangenen der Gottesdienstgemeinde der JVA Dresden auf weiße Schleifenbänder zu schreiben. Viele gute Wünsche und Segensworte in verschiedenen Sprachen standen zuletzt auf den Bändern. Diese sollten zum sichtbaren Zeichen der Verbundenheit zwischen der Gemeinde St. Josef und Gefangenen der JVA werden. Denn am 10. Juli wurde zeitgleich Gottesdienst gefeiert: in der Kirche St. Josef in Dresden-Pieschen und (mit uns Ehrenamtlichen der Gefängnisseelsorge) in der JVA auf dem Hammerweg.

Die 15 Bänder, auf denen die Menschen aus St. Josef wunderbare Ermutigungen und segensreiche Worte schrieben, nahmen wir, die Ehrenamtlichen der Gefängnisseelsorge, mit in die JVA. In der Zeit des Gottesdienstes schmückten sie den großen Leuchter und den Altar. Aufmerksam hörten uns die Gefangenen zu, als wir von der Aktion erzählten – neben den sichtbaren Schleifenbändern war ein unsichtbares Band der Verbundenheit zu spüren.

Im Gottesdienst hatten die Gefangenen nun ihrerseits die Möglichkeit, ihre Fürbitten und Anliegen auf weiße Schleifenbänder zu schreiben. Während sie der Musik von Cello und Klavier lauschten, notierten sie ihre Bitten. Andächtig legten sie ihre Bänder vor der Ikone am Altar ab.

Die Schleifenbänder der Gemeinde fanden im Gottesdienst auch in der Predigt Beachtung. Zuletzt wurden alle guten Segenswünsche und Ermutigungen, die auf den Bändern standen, in den Schlusssegen integriert. Wie ein warmer, angenehmer Sommerregen kamen die guten Worte, Wünsche und Ermutigungen über die Gefangenen herab.

Für die Gefangenen, die sonst nicht viel Zuwendung in ihrem derzeitigen Leben bekommen, ist es sehr wertvoll, einerseits gute und segensreiche Wünsche zu bekommen und andererseits ihrer Stimme Ausdruck verleihen zu können in Form einer Fürbitte, die nach draußen getragen wird.

Immer wieder, und am vergangenen Sonntag ganz besonders, sind und waren wir beeindruckt und sehr berührt von den Gottesdiensten mit den Gefangenen. Wir spüren die Heilige Geistkraft, die unsere Gemeinschaft im Gefängnis trägt und bestärkt. (Leider konnten wir nichts fotografieren, weil Handys dort nicht erlaubt sind.)

Nachdem wir das Gefängnis verlassen hatten, fuhren wir am Sonntag direkt zum Gemeindefest in St. Josef, um zusammen mit den dort Versammelten in den Anliegen und Bitten der Gefangenen zu beten. Später banden wir die Schleifenbänder im Gemeindegarten an einen Baum in der Hoffnung, dass der Wind sie zu Gott trägt.

Wir danken allen aus der Gemeinde, die sich an dieser Aktion beteiligt haben. Es ist ein kleiner Brückenbau zwischen St. Josef und den Gefangenen der Gottesdienstgemeinde der JVA.

(Für die Ehrenamtlichen der Gefängnisseelsorge Patricia Sorek)