Kirchenoratorium Herzogenberg am 26.12.18 in St. Martin

Befragt nach dem schönsten Weihnachtserlebnis nennt eine Frau aus Pieschen dieses Konzert. „Besonders schön für sie waren die 3 Gemeindelieder, in der alle mit in das Weihnachtsgeschehen hineingenommen wurden.“
Gott will heute und hier in uns Mensch werden.
Eine andere Rückmeldung per E-Mail: „… wir kommen gerade ganz beseelt von dem wunderbaren Werk zurück. Es war unser geistig kultureller Höhepunkt in dieser heiligen Zeit. Gratulation und Verehrung all den Mitwirkenden. Wir verneigen uns sinnbildlich vor diesem Lobgesang Christi, den wir euch Musiker verdanken. Irgendwie hat ja diese Art zu singen was himmlisch engelhaftes, wenn es richtig geführt wird. Allerherzlichen Dank für dieses Geschenk an uns.“

Die Aufführung des Kirchenoratoriums „Die Geburt Christi“ von Heinrich von Herzogenberg (1843 – 1900) fand in Rahmen der Reihe „Musik in St. Martin“ am 26.12.18 um 17 Uhr in der St. Martin-Kirche statt.

Solisten:
Johanna Kleinert – Sopran
Wiebke Damboldt – Alt
Frank Blümel – Tenor
Andreas Heinze – Bass

Chorsolisten:
Christian Ludwig, Olaf Heller, Wolf-Ulrich Müller, Martin Dritschler
Musiker:
Christine Socha – Violine
Susanne Knappe – Violine
Sophia Gulde – Viola
Frieder Stange – Violoncello
Brinkfried Seifert – Kontrabass
Petra Andrejewski – Oboe
Peter Kleinert – Orgel
Christoph Weyer – Harmonium

Chor an St. Martin
Leitung: Jochen Schubert

Mehr Informationen zum Werk und dem Komponisten:
Die Thomaskirche war gut besucht, als Heinrich von Herzogenbergs Kirchenoratorium „Die Geburt Jesu Christi“ am 4. Advent 1894 erklang.
Er schrieb es in Anlehnung an J. S. Bachs Weihnachtsoratorium.
In Graz 1843 geboren, spielten die Städte München, Dresden und Wien in seiner Ausbildung in Musik, Geisteswissenschaften und Bildende Kunst eine wichtige Rolle. 1872 zog er nach Leipzig. Die Stadt eröffnete ihm neue Betätigungsfelder und Begegnungen. Neben der Freundschaft mit Brahms erlangte er die Bekanntschaft mit den Brüdern Phillipp und Friedrich Spitta eine große Bedeutung. Musikalisch wurde er in seiner Frühzeitseiner Tätigkeit auch von Robert Schumann und Richard Wagner beeinflusst. Er fühlte sich aber ebenso mit der Pflege und Verarbeitung Bachscher Musik verbunden.
Der konsequente Gedanke eines Kirchenoratoriums war, liturgische Stücke und große Chorwerke im Gottesdienst miteinander zu verbinden, eine Form, die es bisher noch nicht gab. Der Theologe und Musikforscher Friedrich Spitta stellte den Text für das Oratorium zusammen, eine Sammlung biblischer Zitate und geistlicher Lieder. Auf ein großes Instrumentarium wurde verzichtet.
Das Werk besteht aus 3 Teilen, die in sich abgeschlossen sind, aber trotzdem miteinander korrespondierten. Der 1. Teil hat den „Advent“ zum Inhalt. Hier tritt kein erzählender Evangelist auf. Das Weihnachtsgeschehen wird durch 2 Propheten angekündigt. Der 2. Teil beginnt mit der Botschaft des Engels Gabriels an Maria und es folgt die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium. Mit einer Hirtenmusik beginnt der 3. Teil, erzählt die Weihnachtsgeschichte weiter, die mit der Anbetung der Hirten in einem Lobgesang mündet.
Ermute Trepte