Musikalische Vespern Moritzburg

Schlosskapelle Moritzburg Foto: Ulrike Titze
Alte Musik auf historischen Instrumenten

Pfingstmontag, 25. Mai 2026, 17 Uhr

Seelentrost
Musik von Heinrich Schütz und seiner Zeit
Isabel Schicketanz – Sopran
Stefan Maass – Laute
Sebastian Knebel – Orgel
Pfr. Stephan Löwe – geistliches Wort

Sonntag, 7. Juni 2026, 17.00 Uhr

Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen, BWV 988

Jan Katzschke – Cembalo
Pfr. Markus Deckert – geistliches Wort

Sonntag, 28. Juni 2026, 17.00 Uhr

Musicalischer Seyten-Klang
Suiten von Jacob Scheiffelhut (Augsburg, 1647 – 1709)
Mitglieder des Dresdner Barockorchesters
Margret Baumgartl – Leitung
Albert Holzknecht SJ – geistliches Wort

Sonntag, 23. August 2026, 17.00 Uhr

Moments Musicaux
Musik von Franz Schubert
Grundmann-Quartett
Eduard Wesly – Oboe
Ulrike Titze -Violine
Bettina Ihrig – Viola
Ulrike Becker – Violoncello
Generalvikar Andreas Kutschke – geistliches Wort

Sonntag, 6. September 2026, 17.00 Uhr

Musikalische Naturimpressionen
„Honkyoku“ („Urstücke“) für Shakuhachi und
Musik des Niederländers Jacob van Eyck (um 1600-1657) für Blockföte
Alexandra Kraus – Shakuhachi (japanische Bambusflöte) und Blockflöte
Pfr. Christof Heinze, geistliches Wort

Sonntag, 25.10.2026, 17.00 Uhr  
Gemeindechöre der Pfarrei St. Martin, Dresden

Leitung: Marco Gulde
Organisation: Pfarrei St. Martin

Liebe Musikfreunde!
als Oase wurde die Schlosskapelle mit ihren Vespern unlängst in einem Buch beschrieben, als Oase des Zusammenspiels von Landschaft, Architektur, Klang, Gebet und persönlichen Begegnungen.
An diesen Ort lade ich Sie auch in diesem Jahr herzlich ein.

Eröffnet wird die Vesperreihe am Pfingstmontag mit Musik von Heinrich Schütz und seiner Zeit. Das manchmal Unbegreifliche unseres alltäglichen Lebens, wie Trauer und Not, wird hier in tiefem Gottvertrauen den Erfahrungen von Liebe und Trost heilsam gegenübergestellt. Unter dem Titel “Seelentrost” möchten die Musiker einen Raum eröffnen, in dem sich Gefühle und Gedanken entfalten können.

Obwohl Bach seine berühmten „Goldberg-Variationen“ eindeutig für das Cembalo schrieb, wurden sie vor allem als Virtuosenstück auf dem modernen Klavier bekannt. Für Cembalist Jan Katzschke, der sie am 7. Juni zum Klingen bringt, steht jedoch etwas ganz anderes im Vordergrund: Bach erforscht in diesem Meisterwerk für den Dresdner Grafen Keyserlingk die Wandlungsfähigkeit von Musik in einer sprudelnden kontrapunktischen Konversation, gleich der Lektüre eines kostbaren Lieblingsbuches zu stiller Stunde.

Mitglieder des Dresdner Barockorchesters kündigen für den 28. Juni Juwelen des nahezu unbekannten Augsburgers Jacob Scheiffelhut an. In seinen Suiten ist alles gleichermaßen vertreten, von Licht über Schatten bis zur schwärzesten Dunkelheit – eine ausdrucksstarke Musik, kunstvoll, abwechslungsreich, inspirierend, beglückend.

Robert Schumann schrieb über Schuberts Klaviermusik: “Er hat Töne für die feinsten Empfindungen, Gedanken, ja Begebenheiten und Lebenszustände.“ Das Grundmann-Quartett wird am 23. August Schuberts wunderbare Moments Musicaux mit seinen Instrumenten in vielfarbigen Arrangements erklingen lassen.

Die zumeist jahrhundertealten Honkyoku bilden das klassische Kernrepertoire der japanischen Bambusflöte, der Shakuhachi, und zeichnen häufig Naturstimmungen nach. So beschreibt „Tsuru no sugomori“ („Die nistenden Kraniche“) unter Verwendung vielfältigster finger- und zungentechnischer Effekte der Flöte die verschiedenen Stationen im Lebenszyklus des Kranichs, der im asiatischen Gedankengut ein langes Leben symbolisiert. Musikalische Naturimpressionen für Blockflöte des Niederländers Jacob van Eyck, etwa aus derselben Zeit, ergänzen das Programm der Flötistin Alexandra Kraus am 6. September.

Alle Vespern beginnen um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine angemessene Spende bitte ich am Ausgang.

Über Ihr Interesse und auf Ihren Besuch freut sich
Ulrike Titze