Schlosskapelle Pillnitz

Die Schlosskapelle ist Teil der Schlossanlage Pillnitz, der Sommerresidenz des sächsischen Königshauses. Seit der Konversion August des Starken 1697 fanden in höfischen Kreisen wieder katholische Gottesdienste statt.

In Pillnitzer Schloss befand sich eine katholische Kapelle im südöstlichen Pavillon des Venustempels, der jedoch beim Brand 1818 vollständig zerstört wurde. Der Bau des Neuen Palais´ mit Küchen- und Kapellenflügel begann. Doch bis zur Fertigstellung des Neubaus wurden katholische Gottesdienste in einer Interimskapelle im Wasserpalais gehalten.

Am 16.Juni 1830, dem Fest des Heiligen Benno, wurde die Kapelle der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Ihr Äußeres ist schlicht und unauffällig, die reiche, repräsentative Innenausstattung jedoch zeugt von der tiefen Religiosität der Königsfamilie. Die Wand- und Deckengemälde zeigen Szenen des Marienlebens, die der Maler Vogel von Vogelstein „al fresco“ fertigte. Nur das Altargemälde, das Maria als die Barmherzige darstellt, wurde auf Leinwand gearbeitet. Die Figuren im Umfeld Mariens sind Porträts von Mitgliedern der königlichen Familie und ihrer Namenspatrone. Auch ein Selbstporträt des Malers und ein Bildnis seiner damals schon verstorbenen Frau sind zu finden.

Die Kapelle ist Teil des Schlossmuseums, steht aber der katholischen Gemeinde für Gottesdienste zur Verfügung. Ein Sonntagsgottesdienst in dieser Atmosphäre ist immer etwas Besonderes. Da sich der Altar in westlicher Richtung befindet, erstrahlt er des Morgens im Sonnenlicht, die Saalkirche ist hell und freundlich: Es sollte leicht sein, sich hier in Kontemplation zu üben.

Eva Kottek