„Dem Ruf des Lebens folgen“ Frauenwochenende in Naundorf

Anfang September trafen sich 18 Frauen in der Familienferienstätte Nandorf St. Ursula, um unter der Leitung von Rebekka Chiara Hengge (Gemeindereferentin, Gestaltpädagogin) sich dem Thema: „Dem Ruf des Lebens im Licht des Glaubens neu hören“ zu stellen.

Auf unserer Suche begleitete uns das Märchen „Frau Holle“ von Goldmarie und Pechmarie.
Am 1. Abend teilten wir unsere Erfahrungen mit diesem Märchen:

Die eine ist fleißig und schön, die andere faul und häßlich.
Dann ist da der Brunnen – dunkel und bedrohlich. In ihrer Verzweiflung springt die Goldmarie hinein. – Sie landet auf der Blumenwiese, geht bis zu den rufenden Broten und weiter zu Baum, an dem die Äpfel geerntet werden wollen. Fleißig erfüllt sie alles, was von ihr erwartet wird, bis sie zu Frau Holle kommt, die sie einläd einzutreten. Marie bleibt bei ihr und schüttelt die Betten.

Am nächsten Tag betrachten wir die Stationen der Marie: Die Blumenwiese könnte der Frühling sein. DIe reifen Brote, die aus dem Ofengezogen werden wollen, der Sommer; der Baum mit den vielen Äpfeln der Herbst. Und bei Frau Holle ist sie eingeladen den Winter zu verbringen. Den gleichen Weg geht später auch die andere Marie. Sie erlebt ihn ganz anders.
Wieso heißen beide Marie? Könnte es sein, dass die Licht- und Schattenseiten ein und derselben Person gemeint sind?

Könnte die Blumenwiese für den Frühling, die Brote für den heißen Sommer, der Apfelbaum für den Ernte schweren Herbst stehen?
Das Haus der Frau Holle (der Huldvollen) Zeichen des Winters?
Wo stehe ich auf dem Weg durch die Jahreszeiten, wo stehe ich gerade in meinem Leben?

Wir sangen und tanzten und träumten. Gingen raus auf den Bärenstein und teilen gemeinsam diesen herrlichen Spätsommertag.

Seelenbilde – Collagen
Später bauten wir den Brunnen.
Dabei erinnerte ich mich an den Brunnen im Märchen von Hans im Glück, den wir vor 4 Jahren betrachtet hatten. Dort stand er am Ende des Märchen.
Hans war der Wetzstein in den Brunnen gefallen und als er mit leeren Händen nach Hause kam, sagte „ach wie bin ich glücklich!“
Damals waren wir eingeladen, einzeln an den Brunnen zu treten und hinein zu sehen. Ich erinnere mich noch so gut, als ich mein Spiegelbild sah!
Der Brunnen ist nicht nur dunkel und bedrohlich, er ist ein Symbol der Selbsterkenntnis.

Wir waren eingeladen aus bunten Zeitungen Fotos auszuschneiden, die uns ansprachen. Damit gestalteten wir ein Colage, die für unser Inneres stehen sollte. Hier sind die „Seelenbilder“ um den Brummen gelegt. Wir redeten nicht nur miteinander darüber, sondern schrieben an uns selbst einen Brief mit dem Thema: Wer bin ich? Was macht mich aus?

Sich diese Texte einander vorzulesen, war ganz besonders.
Mit einem ganz besonderen Gottesdienst beschlossen wir dieses Wochenende und bedauern, dass Naundorf ggf. nicht mehr als Herberge uns offen steht.

Vom 03. -05. September 2027 gibt es ein neues Besinnungswochenende für Frauen mit Rebekka Chiara Hengge: „Meine Lebensschätze heben – und an Gestalt gewinnen“