Ausflug in eine fremde Welt

Zur Amtseinführung der neuen Pastoralreferentin Dr. Annett Mutke als Leiterin des Katholischen Militärpfarramts Dresden

In unserer Gottesdienstordnung stand für Di., den 16. Mai unter anderem: „14 Uhr, Gottesdienst der Militärseelsorge, Amtseinführung der Militärseelsorgerin Annett Mutke.“ Militärseelsorge. Damit kann ich nicht viel anfangen. Ich stehe auf Kriegsfuß mit dem kriegerischen Kampf. Aber die Militärseelsorge ist in unserer Kirche beheimatet. Neugierig, wie so eine Amtseinführung ist, bin ich schon. Vielleicht gerade, weil ich mit der Kombination „Militär“ und „Seelsorge“ fremdel. Auf dem Video des MDR jedenfalls ist mir die Frau sympatisch. Ein Grund mehr, mal gucken zu gehen.

Was mich im Gottesdienst 1.) beeindruckt hat, ist das Kreuz der Militärseelsorge. Das Kreuz, das Frau Mutke über ihrer Schutzausrüstung auf dem Übungsplatz oder dem Feld tragen wird, wenn sie dort gebraucht wird. Damit sie erkannt wird als Bodenpersonal Gottes – evtl. inmitten von Gefahr. 2.) Überrascht hat mich, dass ich Familie Mutke kannte. Sie war mir nicht aufgefallen. Aber mit ihrem Mann unterhielt ich mich beim Neuzugezogenentreffen. 3.) Gefreut hat mich nach diesem Gottesdienst ihre Freude und die ihres Mannes, dass Pfarreimitglieder anwesend waren in der Kirche und zum Empfang im Militärpfarramt auf dem Militärgelände. Wir waren insgesamt sechs, die offenbar über verschiedene Informationswege zu diesem Ereignis kamen. Und 4.) habe ich einen kleinen Einblick in eine mir fremde Welt bekommen und versuche mir zu merken, dass „Menschen in Uniform feine Menschen“ seien. Nicht Menschen, die kämpfen wollen, sondern Menschen, die uns zur Not verteidigen wollen. Und vor allem Menschen sind.

Anja Schlittermann


Überreichung des Kreuzes der Militärseelsorge durch Militärdekan Bernd F. Schaller (Foto: Franziska Pilz)


Dr. Annett Mutke mit katholischem, evangelischem und jüdischen Militärseelsorgern. (Foto: Franziska Pilz)