7. Station:   GEWALT – Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

 

Lesung: Klgl 3,1–2.9.16

1Ich bin der Mann, der Leid erlebt hat durch die Rute seines Grimms.

2Er hat mich getrieben und gedrängt in Finsternis, nicht ins Licht.

9Mit Quadern hat er mir die Wege verriegelt, meine Pfade irregeleitet.

16Meine Zähne ließ er auf Kiesel beißen, er drückt mich in den Staub.

 

Bildbetrachtung:

Vornüber gebeugt kniet Jesus am Boden.
Das Kreuz drückt von hinten auf sein Gesäß.
Mit der linken Hand stützt er sich am Boden ab.
Der rechte Arm hat sich im Kreuz verheddert. Ist er gebrochen?
Der Kopf mit der Dornenkrone hängt erschöpft nach unten, in sich gekehrt.

Lassen Sie das Bild eine Weile auf sich wirken!

 

Meditation:

Der Sturz mit dem Kreuz wird in der Bibel nicht erwähnt und doch ist er durchaus denkbar.
Nach der schmerzhaften Folter muss Jesus das schwere Kreuz selbst tragen.
Irgendwann bricht er dann zusammen.
Vielleicht ist er gestolpert.
Er kann nicht mehr.
Das Kreuz drückt ihn zu Boden.
Wie soll er da wieder hochkommen?

Ein Mensch, am Boden zerstört …
Durch den Blick nach Innen ist keine Aussicht gegeben, wie es weitergehen könnte.
Die Gedanken kreisen nur noch um sich selbst.
Die Last des Kreuzes verhindert ein Aufrichten.

Ist denn Niemand da, der helfen könnte?

Haben Sie so eine Situation selbst schon einmal erlebt?
Wie sind Sie da wieder heraus gekommen?

Wie wäre es, im Gebet Gott erst einmal all meine Last zu klagen?
Alleine dadurch wird so manches schon leichter.
Dann sollte ich ihm vertrauen, dass er mir beisteht.
Durch seine Hilfe wird mich meine Last nicht erdrücken. Das ist tröstlich!

 

Lied: Aus tiefer Not (GL 277)

1Aus tiefer Not schrei‘ ich zu Dir, Herr Gott, erhör‘ mein Rufen;
Dein gnädig Ohr neig‘ her zu mir und meiner Bitt‘ es öffne;
denn so Du willst das sehen an, was Sünd‘ und Unrecht ist getan,
wer kann, Herr vor Dir bleiben?

2Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen.
Auf ihn will ich verlassen mich und seiner Güte trauen,
die mir zusagt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort;
des will ich allzeit harren.

 

Gebet:

Barmherziger Gott, wir wollen für all die Menschen beten, die am Boden zerstört sind.

      • Für die Opfer von Unterdrückung, Folter und Gewalt: Heile ihr Wunden.
      • Für die Menschen in Krieg und anderen Notsituationen: Stärke sie um auszuhalten, bis es wieder besser wird.
      • Für die Menschen mit Depressionen, die durch ihr Gemüt niedergedrückt werden und deren Blick nur nach innen reicht: Gib ihnen Lichtblicke, dass der Kopf sich wieder hebt und sie einen Ausweg finden.

Es ist gut, dass es Dich gibt, dass wir Dir unsere Not auch zuschreien dürfen und Du uns erhören wirst.

Amen

 

Foto und Text: Martin Geibel,
Skulptur: Ulrich Barnickel, Weg der Hoffnung, point alpa.
Weitere Hinweise zum diesjährigen Kreuzweg: Weg der Hoffnung  https://st-martin-dresden.de/kreuzweg-2021-weg-der-hoffnung/