Kreuzweg 2021: Weg der Hoffnung

In dieser Fastenzeit lade ich Sie ein, bei den liturgischen Impulsen auf der Homepage unserer Pfarrei zweimal wöchentlich in 14 Etappen den Kreuzweg Jesu zu meditieren.

 

Kreuzweg – Mit-Leiden

Wir sind alle auf dem Weg. Als christliche Gemeinde gehen wir gemeinsam mit Christus.
Die Form der Kreuzweg-Andacht bietet sich an, um Jesus auf seinem schweren Weg zu begleiten.
Er war ganz Mensch und hat deshalb auch gelitten wie ein Mensch.

Wenn Freunde eine schwere Zeit haben, begleiten wir sie in Gedanken, mit guten Worten.
So ähnlich können wir uns auch auf eine Kreuzwegandacht einlassen.
– In Bibeltexten hören wir vom Leiden Jesu Christi oder den Prophezeiungen der Propheten.
– Wir betrachten oft Kreuzwegbilder, um uns in das Leiden hineinzuversetzen.
– Dabei helfen uns auch meditative Texte.
– Viele Lieder versuchen, uns das Leiden Jesu in Wort und Musik nahe zu bringen.

Lassen wir uns davon ansprechen!

Heinrich Schütz: Also hat Gott die Welt geliebt
https://www.youtube.com/watch?v=OWGrGj0hhkM

Ist mir bewusst, dass Jesus das Leiden wegen uns auf sich genommen hat?

Das Hineinversetzen in den Kreuzweg kann auch eine Chance sein,
mein eigenes Kreuz , meine Sorgen und Nöte besser zu (er)tragen.

Fühle ich mich in meinem eigenen Leid getragen vom Mit-Leid Gottes?

 

Kreuzweg – Weg der Hoffnung

Auf einem Stück des Jakobsweges sind meine Frau und ich im vergangenen Sommer an geschichtsträchtigem Ort einem beeindruckenden Kreuzweg begegnet.

Der Weg der Hoffnung ist ein Kunstprojekt der Point-Alpha-Stiftung auf dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen zwischen Thüringen und Hessen bei Geisa.

Die Skulpturen des Kreuzweges hat der Weimarer Bildhauer Dr. Ulrich Barnickel geschaffen.
Der Weg der Hoffnung war Grundlage des Ökumenischen Kreuzweges der Jugend 2013.

Dazu schreibt die Point-Alpha-Stiftung:

„Vierzehn monumentale Skulpturen markieren auf einer Strecke von 1,4 km Länge ein Stück des Todesstreifens der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Hessen und Thüringen.

So, wie die eisernen Skulpturen des „Wegs der Hoffnung“ an den Eisernen Vorhang erinnern sollen, so soll auch dessen Länge (1400 Meter) an die Länge der ehem. innerdeutschen Grenze erinnern (1400 km).

Hier, im so genannten Fulda Gap, hätte mit großer Wahrscheinlichkeit der Dritte Weltkrieg begonnen.

Damit wird deutlich, dass diese Grenze nicht nur Deutschland, sondern auch Europa und die Welt teilte – es war die Grenze zwischen Freiheit und Unfreiheit.

Die Point Alpha Stiftung hat den Weg der Hoffnung zur Erinnerung an den Widerstand gegen die kommunistischen Diktaturen in Mittel- und Osteuropa errichtet: Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953, Ungarn-Aufstand 1956, Prager Frühling 1968, Solidarnosc-Bewegung in Polen in den 1980er Jahren und in der DDR die großen Friedensdemonstrationen 1989.

Alle diese mutigen Formen des Aufbegehrens waren Ausdruck eines unauslöschlichen Freiheitswillens und zugleich des Glaubens daran, dass Menschen auch das schier Unmögliche verändern können, wenn sie mit dem Mut der Verzweiflung für ihre Überzeugungen eintreten und bereit sind, Opfer zu bringen.

Dafür stehen auch die eindrucksvollen Biographien Einzelner, die es wagten, sich der Diktatur zu widersetzen.“

(https://pointalpha.com/gedenkstaette/historischer-ort/haus-auf-der-grenze/weg-der-hoffnung)

 

Der Bildhauer Dr. Ulrich Barnickel spannt den Bogen vom Leiden Jesu über das Leiden der Menschen hin zu Hoffnung der Auferstehung auch schon in unserer Welt:
„Der erste Sturz … ist mehr ein Straucheln, … ein erstes Schwächeln mit der Last des Kreuzes, stolpern über ‘ne Granathülse, die letztendlich die Diktatur dokumentiert.“ … „Wichtig ist, … dass wir die Hoffnung nicht aufgeben und dass wir wissen, dass es eine neue Zeit gibt.“

(Ulrich Barnickel: https://www.youtube.com/watch?v=YaiZ8qaXL_U).

Jesus ist dafür gestorben und auferstanden, damit wir in Freiheit leben können!

 

Gebet und Segen:

Herr Jesus Christus, du hast für uns das Kreuz auf Dich genommen, bis in den Tod.
Wir danken Dir für das Mit-Leiden und Mit-Tragen unserer eigenen Probleme, Ängste, Sorgen, Leiden.
Stärke uns, damit wir unser persönliches Kreuz leichter (er)tragen können.
Die österliche Bußzeit ist Ansporn, uns wieder mehr Zeit zu nehmen, auf Dich zu hören,
uns über unser eigenes Leben mehr bewusst zu werden und Deinem Beispiel zu folgen.
Wir wollen offen sein für unsere Mitmenschen und sie begleiten, wo sie unsere Hilfe benötigen.

Dazu segne und stärke uns der allmächtige Gott,
+ der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen

 

Lied: Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet (GL 275)

1 Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet,
um ihn zu rufen, alles zu verlassen, sein Kreuz zu tragen
und in seiner Kirche für ihn zu wirken.

2 Bei ihm ist Christus, stärkt ihn in der Wüste,
schenkt ihm durch Leiden Anteil an der Freude.
Und seine Jünger spüren Christi Liebe in seiner Nähe.

3 Durch seine Jünger spricht zu uns der Meister,
ruft uns zur Umkehr, spendet Licht und Hoffnung.
In ihren Taten wird die Botschaft Christi für uns lebendig.

4 Vater im Himmel, heilig ist Dein Name,
dein Reich wird kommen, das dein Sohn verheißen.
Hilf uns, im Geiste ihm den Weg bereiten, als deine Boten.

 

Fotos und Text: Martin Geibel,
Skulpturen: Ulrich Barnickel, Weg der Hoffnung, point alpha.

Besten Dank an die Point-Alpha-Stiftung für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung www.pointalpha.com