8. Station: TROST – Jesus begegnet den weinenden Frauen

 

Lesung: Lk 23,27–31

27Unzählige Menschen folgten Jesus auf dem Weg zur Hinrichtung.
In der Menge waren viele Frauen, die laut klagten und um Jesus weinten.
28Ihnen wandte sich Jesus zu und sagte:
„Weint nicht über mich, ihr Frauen von Jerusalem!
Weint über Euch und Eure Kinder!
29Denn schon bald wird die Zeit kommen, in der man sagt:
‚Glücklich sind die Frauen, die keine Kinder haben‘.
30Die Menschen werden sich danach sehnen,
dass die Berge über ihnen zusammenstürzen
und die Hügel sie bedecken, damit ihr Leid ein Ende hat.
31Denn wenn das schon mit dem grünen Holz geschieht,
und schon die Unschuldigen so viel leiden müssen,
was haben dann erst die Schuldigen zu erwarten?“

 

 

Bildbetrachtung:

Er hat es noch einmal geschafft.
Nach dem Sturz konnte Jesus das Kreuz wieder aufrichten.
Nun stemmt er sich dagegen.
Die Beine sind von den Misshandlungen verfärbt,
der Brustkorb ist blutüberströmt.

Ihm gegenüber stehen die weinenden Frauen.
Sie halten sich den Kopf, oder raufen sie sich die Haare?

Hören Sie das Jammern und Heulen?

Lassen Sie das Bild eine Weile auf sich wirken!

 

Meditation:

Nicht alle wollen ihn am Kreuz sehen.
Da gibt es auch eine Vielzahl von Menschen die ihn besser kennen gelernt haben.
Sie haben ihn lieben gelernt.
Und nun stürzt für sie eine Welt zusammen.
Ihr Idol wird zur Hinrichtung getrieben. Sie können nichts mehr ausrichten.
Die pure Verzweiflung bricht sich Bahn. Sie jammern und heulen.

Und was macht ER?
Er nimmt sich zurück und weist sie auf ihre eigene Schuld hin.
Sie sollen über ihre eigene Schuld nachdenken und diese bedauern.

Bedaure ich meine eigene Schuld?
Oder verdränge ich sie?

Ich darf trauern, ich darf weinen, ich darf alles heraus lassen.
In der Klage spricht Jesus zu mir.
Auf einmal höre ich ihn.

 

Lied: Fürwahr, er trug unsre Krankheit (GL 292)

1Fürwahr, er trug unsre Krankheit,
fürwahr, er trug unsre Schmerzen.
Geschlagen für unsre Sünden,
misshandelt für unsere Schuld.
Verleugnet, verspottet, mit Dornen gekrönt,
ein Lamm auf der Schlachtbank:
Der liebende Gott, der liebende Gott.

2Fürwahr, er trug unsre Krankheit,
fürwahr, er trug unsre Schmerzen.
Geschlagen, doch ohne Sünde,
misshandelt, doch ohne Schuld.
Verraten, verlassen, verurteilt, durchbohrt,
ein Lamm auf der Schlachtbank.
Gekreuzigter Gott, gekreuzigter Gott.

3Fürwahr, er trug unsre Krankheit,
fürwahr, er trug unsre Schmerzen.
Genesen durch seine Wunden,
sind wir unversehrt und heil.
Er steht auf zur Seite der Armen, der Kleinen,
vertraut mit der Ohnmacht,
der liebende Gott, der liebende Gott.

 

Gebet:

Allmächtiger Gott, Du hast die Welt so einzigartig geschaffen.
Und was haben wir daraus gemacht?

Es ist allerhöchste Zeit zur Umkehr!

Du forderst uns auf, wie die weinenden Frauen, uns unserer eigenen Schuld bewusst zu werden:

  • Wir führen Kriege und bringen uns gegenseitig um. Herr vergib uns.
  • Wir sägen an dem Ast, auf dem wir selbst noch sitzen. Herr vergib uns.
  • Unsere Umwelt leidet und gerät aus den Fugen, und wir haben nur Lippenbekenntnisse auf Lager. Herr vergib uns.

Was muss noch geschehen, dass wir es endlich begreifen?
Sende uns Deinen Geist und lass‘ uns nicht alleine!

Amen.

 

Foto und Text: Martin Geibel,
Skulptur: Ulrich Barnickel, Weg der Hoffnung, point alpa.
Weitere Hinweise zum diesjährigen Kreuzweg: Weg der Hoffnung  https://st-martin-dresden.de/kreuzweg-2021-weg-der-hoffnung/