11. Station: MORD – Jesus wird an das Kreuz genagelt

 

Lesung: Mk 15,24–27

24Dann nagelten sie ihn ans Kreuz.
Seine Kleider verlosten sie unter sich.
25Es war um die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten.
26Über ihm wurde ein Schild angebracht, auf dem der Grund für seine Hinrichtung zu lesen war.
Darauf stand: „Der König der Juden.“
27Mit Jesus wurden auch zwei Verbrecher gekreuzigt, einer rechts, der andere links von ihm.

 

Bildbetrachtung:

Jetzt geht es zur Sache.
Ziemlich brutal!

Hören Sie die Schläge?
Hören Sie die Schreie?
Hören Sie das Gejohle?
Hören Sie das Jammern und Weinen?

Und wieder saust der Hammer hernieder.

Jesus ist auf die Knie gesunken.
Gegen die Übermacht des Soldaten ist nichts mehr auszurichten.

 

Lassen Sie das Bild eine Weile auf sich wirken!

 

Meditation:

Königsmord oder gerechte Strafe?
Es kommt auf die Perspektive an.

Was mag in den beiden Menschen vorgehen?

Der Soldat fühlt sich sicher im Recht.
Es ist seine Aufgabe. Befehl ist Befehl!
Welcher Drill wird Soldaten angetan, bis Sie zu unmenschlichen Taten in der Lage sind?
Wie oft wird er schon jemanden gekreuzigt haben?

Ob Jesus geahnt hat, wie schlimm es kommen wird?
Sicher hofft und betet er, dass es bald vorbei sein wird.
Das müssen höllische Schmerzen sein, wenn so ein Nagel durch die Hand getrieben wird.

Doch da sind nicht nur diese beiden Personen, welche wir auf dem Bild sehen.
Eine Kreuzigung war zu damaliger Zeit ein großes Ereignis, ein Spektakel.
Viele Menschen stehen näher oder weiter weg vom Ort des Geschehens.

Die einen sind aufgestachelt und wollen ihn endlich sterben sehen, sie johlen und grölen.
Die anderen machen sich so ihre Gedanken: Was war das für ein Mensch, was hat er verbrochen?

Und dann sind da noch die Freunde Jesu und die Frauen,
die Angst um ihn und vielleicht auch um sich selbst haben,
die laut weinen und jammern
oder nur noch verzweifelt und sprachlos sind, weil ihr Traum jäh zu Ende ist.
Vielleicht verschließen sie die Augen, weil sie es nicht mit ansehen können.

Wovor verschließe ich meine Augen?
Wo lasse ich Unrecht zu?

 

Lied: O Lamm Gottes unschuldig (GL 203)

1O Lamm Gottes unschuldig,
am Stamm des Kreuzes geschlachtet,
allzeit erfunden geduldig,
wiewohl Du warest verachtet,
all Sünd‘ hast Du getragen,
sonst müssten wir verzagen.
Erbarm‘ Dich unser, o Jesu.

2O Lamm Gottes unschuldig,
am Stamm des Kreuzes geschlachtet,
allzeit erfunden geduldig,
wiewohl Du warest verachtet,
all Sünd‘ hast Du getragen,
sonst müssten wir verzagen.
Gib Deinen Frieden, o Jesu.

 

Gebet:

Jesus Christus, Du hast die Schuld der Menschheit auf Dich genommen:

  • die unzähligen Gräuel des Krieges,
  • die Hinrichtungen in vielen Ländern unserer Welt,
  • die Brutalität der Menschen untereinander,
  • den Raubbau an unserer Natur,
  • unsere Gleichgültigkeit gegenüber all diesen Verbrechen.

Bitte hab‘ Erbarmen mit uns und sei uns gnädig!

Amen

 

Fotos und Text: Martin Geibel,
Skulptur: Ulrich Barnickel, Weg der Hoffnung, point alpa.
Weitere Hinweise zum diesjährigen Kreuzweg: Weg der Hoffnung  https://st-martin-dresden.de/kreuzweg-2021-weg-der-hoffnung/