13. Station: OPFER – Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

 

Lesung: Mt 27,57–59

57Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef;
auch er war ein Jünger Jesu.
58Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.
Da befahl Pilatus, ihm den Leichnam zu überlassen.
59Josef nahm ihn und hüllte ihn in ein reines Leinentuch.

 

Bildbetrachtung:

Maria kniet im Halbschatten und hat den toten Jesus quer über den Schoß gelegt wie auf einem Opferaltar.

Von Jesus geht keinerlei Kraft mehr aus, leblos und schlaff liegt er da, Arme und Beine auf den Boden hängend. Die Seite durchbohrt.

Im Verhältnis zu Jesus ist Maria deutlich größer und dominanter dargestellt.
Eine starke Frau!
Selbst in dieser schweren Situation behält sie noch Haltung, aufgerichtet und nicht zusammengesunken, wie man erwarten könnte.

Lassen Sie das Bild eine Weile auf sich wirken!

 

Meditation:

Die Grablegung Jesu geschieht durch Josef aus Arimathäa.
Lukas erwähnt noch, dass auch die Frauen dabei waren, die Jesus aus Galiläa gefolgt waren.
Von der Anwesenheit Mariens wird in der Bibel nicht berichtet.

Und doch ist die sogenannte Pieta ein oft verwendetes und berührendes Motiv in der Kunstgeschichte.

Maria rückt in den Vordergrund.
Die Menschen machen sich Gedanken, wie es ihr wohl ergangen ist.

Was wird Maria damals durch den Kopf gegangen sein?

Vielleicht waren es bekannte Redewendungen, die aus dem Innersten hochkamen
und die sie fast automatisch wiederholt hat, weil ihr nicht nach großen Gedanken zumute war:
„Der Herr hat gegeben und der Herr hat genommen.“
„Mir geschehe nach Deinem Willen.“

Das ist ihr Opfer.

 

Lied: Unter dem Kreuze (GL 861)

1Unter dem Kreuze, dran der Herr gehangen,
stehst Du nun, Frau, von Traurigkeit umfangen.
Was für ein Thron, der schimpflichste der Throne,
ward Deinem Sohne!

2Den Du geboren, dass er König werde,
herrscht nun vom Kreuze über alle Erde.
Du stehst bei ihm und trägst das Schwert im Herzen,
Mutter der Schmerzen!

3Unter dem Kreuze, leidend mit dem Sohne,
empfingst Du, Mutter, für uns die Marterkrone.
Du wirktest mit, das Opfer zu vollenden,
dass wir heim fänden.

 

Gebet:

Herr Jesus Christus,
Du hast Dich für uns geopfert.
Dafür danken wir Dir.
Auch wir wollen bereit sein, in unserem Leben Opfer zu bringen, wenn es nötig wird.
Mit Maria als Vorbild und dem Heiligen Geist als Stärkung wird es uns gelingen.

Amen

Foto und Text: Martin Geibel,
Skulptur: Ulrich Barnickel, Weg der Hoffnung, point alpa.
Weitere Hinweise zum diesjährigen Kreuzweg: Weg der Hoffnung https://st-martin-dresden.de/kreuzweg-2021-weg-der-hoffnung/