5. Station:   SOLIDARITÄT – Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen

 

Lesung:

Mt 16,24: Danach sprach Jesus zu seinen Jüngern: „Wer mir nachfolgen will, darf nicht mehr sich selbst suchen, sondern muss sein Kreuz auf sich nehmen und mir so nachfolgen.

Mt 5,41: Und wenn ein Soldat von Dir verlangt, eine Meile weit sein Gepäck zu tragen, dann geh zwei Meilen mit ihm!

Lk 23, 26: Auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte begegneten sie Simon, der gerade vom Feld kam.
Er stammte aus Zyrene in Nordafrika.
Ihn zwangen sie mitzugehen und für Jesus das Kreuz zu tragen.

 

Bildbetrachtung:

Noch scheint es, dass Jesus die Hauptlast trägt.
Er ist tief gebeugt und umklammert das Kreuz mit beiden Händen.
Die Arme verrenkt, die Last fast ausschließlich auf einem Knie.

Simon hält das untere Ende des Kreuzes.
Es sieht nicht so aus, als ob er sich sehr anstrengen muss und wirkt eher etwas unschlüssig. Kräftige Schultern hat er ja.

Während Jesus nur noch auf den Boden blickt und keine Perspektive sieht,
hat Simon noch den Überblick und kann nach dem Weg Ausschau halten.

Lassen Sie das Bild eine Weile auf sich wirken!

 

Meditation:

Da kommt man nichts ahnend von der Arbeit und wird zwangsverpflichtet: „Du da, hilf ihm!“
„Wieso gerade ich? Was hat er denn verbrochen?“
So geschunden, wie Jesus aussieht, könnte man auch meinen, Simon hat Mitleid und will Jesus die letzte Stunde seines Lebens noch etwas erträglicher machen, erst recht bei dieser Hitze.
„Ach Herr, es ist Dein Kreuz, ich kann es nur ein Stück mittragen. Das Ende hier ist schon schwer genug, Wie groß muss erst die Last für Dich sein?“

Bin ich aufmerksam, wenn jemand meine Hilfe benötigt, oder muss man mich erst zur Hilfe auffordern?
Wer in meiner unmittelbaren Umgebung könnte vielleicht gerade jetzt Hilfe von mir benötigen?
Helfe ich gerne?
Manchmal reicht es schon, einfach zuzuhören, mitzugehen, sich auf den Nächsten einzulassen.

 

Lied: Das Weizenkorn muss sterben (GL 210)

1Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein;
der eine lebt vom andern, für sich kann keiner sein.
Geheimnis des Glaubens: Im Tod ist das Leben.

2So gab der Herr sein Leben, verschenkte sich wie Brot.
Wer dieses Brot genommen, verkündet seinen Tod.
Geheimnis des Glaubens: Im Tod ist das Leben.

3Wer dies Geheimnis feiert, soll selber sein wie Brot;
so lässt er sich verzehren von aller Menschennot.
Geheimnis des Glaubens: Im Tod ist das Leben.

4Als Brot für viele Menschen hat uns der Herr erwählt;
Wir leben füreinander, und nur die Liebe zählt.
Geheimnis des Glaubens: Im Tod ist das Leben.

 

Gebet:

Guter Gott,
– lass uns nicht wegschauen von all dem Leid auf der Welt.
– Mache uns sensibel für die Menschen in unserer Umgebung, damit wir erkennen, wo unsere Hilfe gebraucht wird und wie wir unseren Mitmenschen das Leben erträglicher gestalten können.
– Lass uns auch für Menschen einstehen, denen Unrecht angetan wird.
– Wir bitten für alle, die in den christlichen Hilfswerken ihren aufopfernden Dienst tun.
Du bist unsere Stütze in allen schweren Lebenslagen. Wir danken Dir, dass Du unser Kreuz mit trägst.

Amen

 

Foto und Text: Martin Geibel,
Skulptur: Ulrich Barnickel, Weg der Hoffnung, point alpa.
Weitere Hinweise zum diesjährigen Kreuzweg: Weg der Hoffnung https://st-martin-dresden.de/kreuzweg-2021-weg-der-hoffnung/